Von Vancouver nach Las Vegas


Da es mit unserer großen USA-Reise mit dem eigenen Wohnmobil nicht geklappt hat, buchten wir für September/Oktober spontan ein Wohnmobil von Seattle nach Las Vegas. Das Hauptziel ist der Yellowstone Nationalpark, ansonsten ergibt sich der endgültige Reiseverlauf unterwegs.

 

Das Wohnmobil haben wir von Seattle gebucht, die Abholung erfolgt aber kurioserweise von Vanvouver/Kanada aus, da sich die Vermieterstation "Seattle" kurz hinter der Grenze zu Kanada befindet. Vor der Übernahme bleiben wir noch 2 Nächte im schönen Vancouver, die Rückgabe ist dann in Las Vegas, wo wir ebenfalls 2 Nächte in einem Hotel direkt auf dem "Strip" bleiben.

So könnte die Route aussehen (zum Vergrößern bitte Karte anklicken)

18.09.17-24.09.17

 

Unser Hotel für die Nacht vor dem Abflug lag ganz in Flughafennähe und nach einem sehr guten Frühstück ging es mit dem Hotelshuttle zum Airport Frankfurt. Mit 45 Minuten Verspätung flogen wir mit Air Canada Non-Stop nach Vancouver. Knapp 10 Stunden dauerte der Flug und bei 9 Stunden Zeitverschiebung flogen wir Vormittags ab und kamen auch Vormittags an.

 

Auch in Vancouver gab es einen Shuttlebus zum Hotel, wo wir ein schönes großes Zimmer bekammen. Bis zum frühen Abend hielten wir durch, dann fielen wir müde ins Bett, konnten aber auch nicht so richtig schlafen.

Schon früh waren wir wach und leisteten uns im nahen McDonalds ein leckeres Frühstück (war zumindest nicht sooo schlecht). Mit dem Skytrain fuhren wir anschließend in das Zentrum von Vancouver, um hier den Tag zu verbringen. Die Wettervorhersage war sehr sehr schlecht, es wurde nur etwas schlecht, d.h. keine Sonne und nur sehr wenig Regen. Wir starteten unseren Rundgang an der Waterfront.

Canada feiert in diesem Jahr sein 150-jähriges Bestehen und überall sieht man Hinweise auf dieses Ereignis. Die alten Gebäude verschwinden immer mehr im Schatten der Glaspaläste, aufgefallen sind uns sehr viele Obdachlose, die überall im Zentrum zu sehen sind.

Die Promenade ist nach wir vor das touristische Herzstück Vancouvers, nur Kreuzfahrtschiffe haben wir nicht mehr gesehen. Wahrscheinlich ist es für eine Fahrt Richtung Alaska schon zu spät. Dafür steht an jeder Straßenecke ein Foodtruck, die die Angestellen der großen Firmen mit leckeren Gerichten versorgen.

Am nächsten Tag wurden wir pünktlich vom Vermieter abgeholt und es ging nach Ferndale in den USA, wo El Monte seine Seattle-Station hat. Der Grenzübertritt in die USA verlief ohne Probleme und auch die Übergabe unseres Wohnmobils machte keine Probleme. Wir bekammen ein 2018er Modell und das im Jahr 2017.

Wir fuhren nicht mehr weit und machten im nächsten Walmart unseren ersten größeren Einkauf. Auch das Verstauen unseres Gepäck in den Schränken des neuen Zuhause dauerte und so blieben wir über Nacht auf dem Parkplatz stehen.

Auf der nächste Tag verlief irgendwie planlos und wir schafften es, uns kräftig zu verfahren. Wer konnte ahnen, das es den Ort Longbeach in unserem Navi mindestens 2x gibt.

Nun konnte unsere Rundreise richtig beginnen und wir machten uns auf dem Weg zum Mt. Rainier Nationalpark. Den 4392 hohen schneebedeckten Gipfel sieht man schon aus großer Entfernung. Wir hatten Glück mit dem Wetter und fuhren hinauf auf 1950 m Höhe zum Sunrise Visitor Center.

Wir machten Mittag und anschließend einen Spaziergang im ersten Schnee der Saison bei toller kühler Bergluft. Der Blick Richtung Gipfel und auf die umliegenden Bergketten war sehr schön, obwohl es langsam zuzog.

In den letzten Tagen hat es hier in der Gegend extrem geregnet. Dadurch konnten die vielen Waldbrände fast alle gelöscht bzw. eingedämmt werden. Bei strahlend blauem Himmel erreichten wir den Mount St. Helens.

Seit 1857 galt der Mount St. Helens als ruhender Vulkan, brach aber am 18. Mai 1980 aus. Dabei rutschte der gesamte nördliche Berggipfel hangabwärts. Der Gipfel des Mount St. Helens lag vor dem Ausbruch auf 2950 m. Heute beträgt die Gipfelhöhe des Berges 2549 m. Ein Gebiet von etwa 500 Quadratkilometern war direkt betroffen, etwa 3 km³ Gestein wurden bei diesem Ausbruch bewegt.

Asche und Gaswolken wurden bis in eine Höhe von 18 km hinaus in die Stratosphäre geschleudert. Der Aschenauswurf dauerte neun Stunden und konnte drei Tage später im Osten der USA registriert werden. Ein Teil der Asche gelangte in den Jetstream und umrundete so die Erde in zwei Wochen.

Pyroklastische Ströme, in denen Temperaturen von über 640 Grad Celsius herrschten, rasten mit einer Geschwindigkeit von 400 km/h bergab und vernichteten die gesamte Fauna und Flora des Gebiets.

Millionen Bäume wurden bis in eine Entfernung von 17 Meilen wie Streichholzer umgeknickt, die Tierwelt auf viele qkm komplett ausgelöscht. Hunderttausende von durch die Druckwelle umgeknickte Bäume wurden durch  Flutwellen in die Seen gespült. Im Spirit Lake schwimmen noch heute hundertausende Bäume umher.

Die Kraft der Zerstörung am Mount St. Helens hat uns beeindruckt, ebenso wie die Erholung der Natur. Nur eines ist sicher, irgendwann erfolgt der nächste gewaltige Eruption.

Panoramablick auf den Mount St. Helens (zum Vergrößern bitte anklicken)

Einen interessanten Stellplatz fanden wir in Dallesport, einem winzigen Ort im nirgendwo. Gleich um die Ecke hat Google einen Ableger, in dem Google Maps ansässig ist. Einige Mitarbeiter wohnen für die Zeit ihrer Beschäftigung auf dem Stellplatz in Wohnwagen XXL.

Dann verließen wir Washington State und fuhren nach Oregon. Die Temperaturen stiegen und die Landschaft wurde trockener.

25.09.17-27.09.17

 

In Oregon wechselte die Landschaft komplett. Sind wir bisher überwiegend durch endlose Wälder gefahren, hatten wir nun endlose Sicht über bereits abgeerntete Weizenfelder. Auf unserer Strecke gab es nur wenige winzige Orte, Tankstellen meistens Fehlanzeige.

 

Der Ort Shaniko erscheint schon fast wie eine Geisterstadt. Die Amerikaner fahren fast nur vorbei, ausländische Touristen verirren sich nur selten in diese Gegend. Wir nutzten den Ort für einen kleinen Rundgang und eine Pause.

Dann ging es weiter auf einer sehr guten Straße Richtung John Days National Monument. Diese Gegend ist bekannt für seine Fossilien, daher heißt der kleine zentrale Ort auch Fossil. Fossilien haben wir nicht gesucht, daher bietet die Gegend interessante Felsformationen.


Auch hier in diesen kleinen Parks ist die Infrastruktur vorbildlich. Wir nutzten sie und machten eine ausgiebige Mittagspause bei wunderschönem Wetter.

30 Meilen weiter gab es noch einen Bereich mit weiteren Felsformationen und der Möglichkeit kleinerer Wanderungen.

In Dayville fanden wir einen netten Platz und blieben über Nacht. Am nächsten Tag hatten wir eine längere Fahrtstrecke vor uns. Durch schöne Landschaft durchquerten wir Oregon und kamen nach Idaho, wo wir die Uhren um 1 Std. vorstellen mußten.

 

Im Bruneau Dunes State Park fanden wir einen traumhaften Platz mit Blick auf bis zu 140 m hohe Dünen. Tagsüber war es heute hochsommerlich, nach Sonnenuntergang kühlt es dann extrem ab. Wozu hat man eine Heizung im Wohnmobil?

Am nächsten Morgen machen wir uns gleich nach dem Frühstück auf die schöne Wanderung vom Campingplatz zu den Dünen. Für die 140 m hohe Düne fehlt uns die Energie, da sie doch noch ein ganzes Stück entfernt ist. Wir sind so früh am Morgen ganz alleine und so genießen wir die Gegend.

So ganz langsam nähern wir uns dem Yellowstone Nationalpark. Zuerst fahren wir aber 300 km zum Craters of the Moon National Monument, einem riesigen Lavagebiet, in dem schon Apollo Astronauten für den Mondspaziergang trainiert haben.

 

Wir wollen einfach nur die Natur erleben (obwohl der Mond schon seinen Reiz hätte) und bekommen noch einen Platz auf einem der schönsten Campingplätze der USA (unsere Meinung). Mitten in der Lavalandschaft wurde ein Campingplatz mit tollen einzelnen Stellplätzen geschaffen. Hier beginnt auch die Rundfahrt durch die Lavalandschaft mit schönen kleinen Wanderwegen.

Die Fläche des Craters of the Moon National Monument beträgt 2893 qkm. Erschlossen ist  aber nur eine winzig kleine Fläche, große Teile sind nur zu Fuß zugänglich. Vor der Abfahrt am nächsten Morgen erkunden wir noch einmal den kleinen Park.

In den letzten Tagen haben wir riesige Anbaugebiete für Zwiebeln, Kartoffeln und Cranberries durchquert. Die Ernte ist in vollem Gange und so gibt es auf den langen Etappen viel zu sehen.

 

Jetzt geht es aber endgültig Richtung Yellowstone Nationalpark. War die Wettervorhersage vor wenigen Tagen noch recht positiv, wird nun ab Sonntag Schneefall vorhergesagt. Daher fahren wir heute direkt bis an den westlichen Eingang des Nationalparks.

28.09.17

 

Der kleine Ort Yellowstone West besteht aus Hotels und Restaurants, davon gibt es jeweils eine ganze Menge. Wir finden einen Stellplatz auf einem netten RV-Park (klingt vornehmer als Campingplatz), weil es in der kommenden Nacht ziemlich kalt werden soll und wir viel heizen müssen, also musste ein Stromanschluß her.

Vor 3 Wochen hat es in der Umgebung noch einige Brände gegeben, die inzwischen durch Regen und Schnee (!) gelöscht wurden. Uns empfängt ein strahlend blauer Himmel und sommerliche Temperaturen. Also machen wir uns am Nachmittag noch auf zu unserer ersten Tour in den Yellowstone NP.

 

Der 1872 gegründete Nationalpark ist immerhin 9.000 qkm groß und es gibt unendlich viel zu sehen. Die Bison zu finden ist nicht schwer, sie stehen oft auf der Straße und sorgen so für ruhenden Verkehr.

Es ist (wie fast überall bisher auf unserer Tour) sehr bergig im Yellowstone. Die Landschaft ist schön und überall gibt es kleine Abstecher zu den Sehenswürdigkeiten. Geht es nach der Größe der Parkmöglichkeiten, ist der Old Faithful Geysir der Topfavorit. Obwohl nicht der höchste, ist er der am meisten besuchte Geysir im Park.

Ende September ist es noch unglaublich voll im Park. Bei dem schönen Wetter wollen die Amerikaner noch einmal "Ihren" Park besuchen, denn ab 1. Oktober schließen hier viele Einrichtungen, der Winter kommt früh und ist sehr kalt.

 

Auch wir genießen die Sonne und es finden sich überall schöne Plätze.

Der erste Nachmittag im Park war perfekt, morgen soll für 11 Stunden die Sonne scheinen.

29.09.17-02.10.17

 

Mit -3 Grad hatten wir unsere bisher kälteste Nacht. Gut das wir am Strom standen und die Heizung über Nacht laufen konnte (die Batterie hätte nicht solange durchgehalten). Schnell ging die Sonne auf und wir machten uns erneut auf den Weg in den  Nationalpark.

Heute standen die "bunten" Quellen auf dem Programm und von denen gibt es im Yellowstone einige. Unter dem Park befindet sich eine gewaltige Magmakammer. Diese ist rund 80 Kilometer lang, 40 Kilometer breit und 10 Kilometer mächtig. Damit zählt der Yellowstone-Vulkan zur Gruppe der Supervulkane. Er ist der größte Supervulkan auf dem amerikanischen Kontinent. Irgendwann wird es hier einen mächtigen Ausbruch geben und nicht nur der Park ist danach Geschichte.

Der Himmel war inzwischen strahlend blau und die Temperatur lag bei 20 Grad. Weiter ging es mit unserem Besuchsprogramm und wir brauchten nur die einzelnen Sehenswürdigkeiten am Straßenrand anfahren, aussteigen und die irre Natur bewundern.

Die Zeit reichte nicht aus, um alle Sehenswürdigkeiten zu besuchen, dafür ist der Park zu groß. Hier sind noch weitere tolle Aufnahmen zu sehen. So sieht es wirklich aus, es wurde nichts nachbearbeitet.

Am nächsten Tag fuhren wir noch einmal durch den Park mit Ziel Grand Teton Nationalpark. Dieser ist nicht ganz so spektakulär und das Wetter schlug langsam um.

Auch im Grand Teton haben schon einige Campingplätze die Saison beendet und überall war man am aufräumen für die lange Winterpause. Schließlich kamen wir auf dem Campingplatz Groß Ventre unter, einem Platz mit weit über 200 Stellplätzen.

Der kleine Touristenort Jackson gefiel uns besonders. Dieser ist bei den Amerikanern sehr beliebt und im Sommer tanzt hier der Bär, bei sehr hohen Preisen. Wir bummelten lange durch die schönen Straßen und natürlich durch die vielen Geschäfte.

Die Gebäude in Jackson sind teilweise relativ alt und in gutem Zustand.

Was man so alles aus Geweihe machen kann, erlebt man im kleinen Park mitten in Jackson. Knapp 8000 Hirsche wurden abgeschossen, bevor man die 4 Eingangstore aus jeweils 2000 Geweihe errichten konnte. Auch sonst sind Geweihe sehr beliebt für Bastelarbeiten. Von Gartenzäune über Lampen und Deko ist alles möglich.

Hier noch ein paar Bilder aus der Rubrik Sonstiges aus Jackson.

Helloween naht und ein Haus fiel uns besonders auf. Wir machten sogar kehrt, um die nachfolgenen Bilder zu machen.

Nun lag eine längere Etappe vor uns. Das Wetter im Yellowstone ist inzwischen umgeschlagen und die Nächte bitterkalt mit Schnee. Wir fahren daher Richtung Salt Lake City, genauer auf die Insel Antelope Island.

03.10.17-05.10.17

 

Der Indian Summer hat auch den Westen erfaßt und überall sehen wir die Bäume in den verschiedensten Farbtönen leuchten.

Nicht weit entfernt fuhren wir nach Antelope Island, einer kleinen Insel im großen Salt Lake. Natürlich gibt es keine Antilopen auf der Insel, sondern eine relativ große Bisonherde. Die Insel ist kaum bewachsen und der Wind pfeift nicht schlecht.

Die 3 Campingplätze sind wieder einmal wunderschön angelegt, allerdings ohne Infrastruktur. Da wir alles im Wohnmobil haben, ist es kein großes Problem. Neben den echten Bison sehen wir auch 3 schön angemalte künstliche Bison.

Das Wetter auf der Insel war nicht schlecht, auf dem nahen Festland sahen wir aber den ganzen Tag dunkle Wolken. Bei der Fahrt zurück über den Damm spiegelten sich die Wolken wunderschön im ruhigen See.

Auf der Fahrt Richtung Bryce Canyon gibt es den kleinen Statepark Gobelin Valley, den wir bisher noch nicht besuchten. Wir kamen spät an und der kleine Campingplatz war voll. Also fuhren wir 3 Meilen weiter links in die Pampa und hatten einen tollen kostenlosen Platz für die Nacht.

Der kleine State Park ist fantastisch. Am Vortag hat es den ganzen Tag stark geregnet, heute war der Himmel blau. Die kleinen Gobeline leuchteten in der Sonne und man kann endlos zwischen ihnen herumlaufen.

Die Gobeline sind sehr unterschiedlich geformt und wir verbrachten eine ganze Zeit mit der Erkundung der Gegend.

Dann ging es weiter nach Hanksville. Dieser winzige Ort ist eigentlich nur Durchgangsstation, wir blieben aber über Nacht auf dem netten kleinen Campground. Dort gab es eine Werkstatt, die an der Strasse aus diversen Metallresten kleine Kunstwerke erschaffen hat, die gegen eine Spende von 25 Cent zu bewundern waren.

06.10.17-09.10.17

Spontan entscheiden für uns für den Besuch des Bryce Canyon NP. Der Weg dorthin führt durch Traumlandschaften und immer wieder halten wir an, um die Schönheit der Landschaft zu bewundern.

In den Capitol Reef Nationalpark machen wir einen Abstecher, auch hier platzt das Visitorcenter vor Besucher aus allen Nähten. Die lange Rundstrasse durch den Park fahren wir nur zum Teil und finden dann einen schönen Platz für die Mittagspause.

Weiter geht es Richtung Bryce Canyon auf der Panoramastrasse 12. Immer wieder geht es hoch hinauf und der höchste Paß liegt auf über 3100 m. Der Himmel ist weiterhin blau und die Temperaturen frühlingshaft.

Dann erreichen wir den Bryce Canyon NP. Auch hier herrscht ein riesiger Besucherandrang, vor allem durch asiatische Reisegruppen. Im Vergleich zu früheren Jahren sind auch immer mehr von ihnen individuell mit Wohnmobilen unterwegs.

 

Wohnmobile dürfen übrigens nicht mehr die einzelnen Haltepunkte im Nationalpark anfahren, da der Park den Besucherandrang nicht mehr verkraftet.

Es gibt einen Bus-Shuttle der gut funktioniert und wir nutzen ihn gerne. Leider denken die Amerikaner mit ihren zum Teil riesigen SUV´s nicht im Traum daran, den Shuttlebus zu nutzen. Viele von ihnen sind in ihrem Leben sicher noch nie Bus gefahren und vertrauen weiter ihren benzinfressenden Ungetümen. Diskussionen über Waffen und Fahrzeuge sind weiter Tabu und sollten gemieden werden (auch nach dem Massaker von Las Vegas).

Wir machen einen Spaziergang an der Abbruchkanten des Bryce Canyon und auch bei unserem dritten Besuch dieses einzigartigen Nationalparks sind wir über den Blick hinunter begeistert. Das Wetter könnte nicht besser sein und so machen wir auch eine kleine Wanderung hinab in den Canyon.

Was nun? Wir haben noch Zeit und fahren spontan Richtung Lake Powell nach Pake. Auch hier wieder diese typische bunte Landschaft des Westens. Die Temperatur beträgt 27 Grad und kleine Wanderungen bringen einen schnell zum schwitzen.

In Page angekommen versuchen wir gar nicht erst, einen freien Campingplatz zu finden. Der Waweal CP ist zwar schön, aber mit Plätzen ab 48 Dollar ziemlich teuer und auch komplett ausgebucht. Also besichtigen wir erst einmal den Horseshoe Bend und den Glen Canyon Damm.

 

Am Horseshoe Bend findet sich ein großer Parkplatz. Dieser ist völlig überfüllt mit Reisebussen, die eine Busladung nach der anderen auf den knapp 1 km langen Weg zum Aussichtspunkt entlässt. Auch hier finden sich überwiegend Asiaten und Selfies direkt an der steilen Kante bei starkem Wind gehören auch bei ihnen dazu.

Die Nacht verbringen wir ruhig und kostenlos auf dem Parkplatz des Walmarts in Page. Insgesamt stehen dort ca. 30-40 Wohnmobile, ein scheinbar beliebter Treffpunkt in Page.

Der Western Stagecoach mit John Wayne wurde 1938/1939 gedreht. Wie für viele andere Western diente die Kulisse des Monument Valleys als natürliche Kulisse. Diese schöne Gegend war unser nächstes Ziel. Wunderte es uns, das der riesige Parkplatz voller Reisebusse stand?

Das Gebiet gehört den Navajo-Indianer, die mit diesem Monument eine gewaltige Einnahmequelle haben. 50 Dollar für eine Nacht ohne Dusche bzw. Strom auf einem staubigen Platz sind aber völlig überzogen und wir beschließen nicht zu bleiben.

So langsam müssen wir uns auf den Weg nach Las Vegas machen. Wir übernachten noch einmal kostenlos beim Walmart und fahren zum Westeingang des Grand Canyon Nationalpark. Das Wetter bleibt traumhaft und auch die Anzahl der Touristen scheint eher zu- als abzunehmen.

 

Im Grand Canyon fielen uns mehrere verwegen aussehende Harley-Fahrer auf. Einer hatte eine kleine Hündin dabei, der das Mitfahren sichtlich Spaß bereitet. Der Fahrer war ganz vernarrt in seine kleine Beifahrerin und freute sich über jede Streicheleinheit für seine Hündin.

Es war nicht unserer erster Besuch des Grand Canyon, aber der Blick von der Kante hinein in den gewaltigen Canyon ist jedesmal atemberaubend. Da stören auch die Menschenmassen nicht, der Blick hat etwas faszinierendes.

Wir übernachten außerhalb des Grand Canyon und nun steht endgültig die letzte Etappe an - Las Vegas.

10.10.2017

 

Die berühmte Route 66 von Chicago nach Los Angeles existiert seit vielen Jahren nicht mehr. Trotzdem wird sie weiter gut vermarktet und besonders in dem kleinen Ort Williams lebt man immer noch gut davon.

 

Auch wir machten dort einen kurzen Spaziergang und waren erstaunt, was sich alles mit dem Logo "66" verkaufen läßt.

Auch wir mußten natürlich einen Route 66-Shop besuchen. Die Artikel reichen von Kitsch bis noch mehr Kitsch, meistens "Made in China".

Auch der nächste sehr kleine Ort lebt von der Erinnerung an die Route 66. Bei unserer Ankunft standen 5 Reisebusse in der Strasse, einer vor jedem Haus. Nach 10 Minuten war der Spuck vorbei und es waren nur noch wenige Touristen unterwegs.

Ein Gang durch den kleinen Ort ist ganz unterhaltsam, obwohl man nie weiß, was wirklich noch von damals stammt oder was gerade frisch aus China kommt.

Snowcap ist nicht etwa ein Abfahrtshügel für Skifahrer, sondern ein recht origineller Imbiß mitten in Seligman. Hier gönnten wir uns noch einen Hamburger mit Pommes. Die Hamburger in diesen Imbißstuben sind um ein vielfaches besser als die vom großen Bruder mit dem großen "M", kosten aber auch ab ca. 6 Dollar aufwärts.

Endspurt, nur noch 200 km durch die heiße Wüste Nevadas bis Las Vegas. Der Wind pustet heftig und das Wohnmobil schlackert hin und her. Nicht weit von Las Vegas gibt es noch einen Halt für Toursiten, die gerne mal mit einem Maschinengewehr schießen müssen. Wir halten an, schießen aber nicht.

Nun ist aber Schluß, denn wir sind in Las Vegas angekommen. Es war eine lange und erlebnisreiche Tour durch eine unglaublich schöne Natur. Etwas nachdenklich haben uns nur die Menschenmassen gemacht, für die eigentlich gar nicht genug Platz vorhanden ist (ja, wir gehören auch dazu). Das Wetter war unglaublich. An Regen konnten wir uns nicht erinnern, glauben aber, das es an den ersten 2 Tagen etwas getropft hat.

 

Trotzdem war es ein abwechslungsreicher Urlaub und das Wohnmobil lief ohne zu Murren.

 

In Las Vegas stehen wir für 2 Nächte auf dem KOA Sam´s Town Campingplatz, nebenan ist natürlich ein riesiges Spielcasino. Das Wetter ist perfekt, 28 Grad, blauer Himmel und die Wärme ist trocken und gut auszuhalten.

 

Morgen geben wir das Wohnmobil ab und ziehen für 2 Nächte auf den Tourstenstrip mit all seinen großen bekannten Casinos. Am Freitag fliegen wir dann Richtung Heimat mit wohl schlechterem Wetter.