Orient & Indien


Weihnachten bei 30 Grad, kein Einkaufsstress und leckeres Essen. Schon war die Idee einer Kreuzfahrt über die Feiertage geboren und schnell fanden wir eine passende Reise zu einem sehr sehr günstigen Preis.

 

Am 15.12.15 ging es los, 14 Tage mit der AidaAura in den Orient und nach Indien.

Die Route der Kreuzfahrt

Von Hamburg flogen wir mit Emirates direkt nach Dubai, dem Ausgangshafen der Reise. Pünklich um 20:35 Uhr starteten wir in Hamburg und nach 6 Stunden waren wir im sonnigen Dubai. Trotz der 3 Stunden Zeitverschiebung waren wir bereits früh morgens am Schiff und mußten noch 2 Stunden auf die Kabine warten, da diese erst gereinigt werden mußte.

 

Dann war es endlich soweit, unsere Koffer standen bereits vor der Kabinentür.

 

Unsere Innenkabine lag Mittschiffs auf Deck 6 und war recht geräumig. Die AIDAAura gehört mit knapp 200 m Länge zu den kleineren Schiffen. Sie lief 2002 vom Stapel, macht aber noch einen sehr guten Eindruck. Unsere Weihnachtsreise war so gut wie ausgebucht, d.h. es tummeln sich ca. 1300 Gäste an Bord herum.

Die erste Nacht verbrachten wir noch im Hafen von Dubai. So hatten wir noch etwas Zeit für Sightseeing bei angenehmen 25 Grad. Da wir Dubai schon kennen, ließen wir es ruhig angehen und bummelten zuerst durch den alten Teil der Stadt mit seinen vielen kleinen Läden.

Am Dubai Creek stapeln sich Elektrogeräte, Lebensmittel, Teppiche... Die Waren werden hier auf kleine Schiffe verladen und dann in die umliegenden Provinzen verteilt. Hier ist noch alles Handarbeit, Kräne gibt es kaum.

 

Den Dubai Creek kann man für 1 Dirham (ca. 25 Cent) auf kleinen Booten überqueren.

Das Schiff sollte am zweiten Tag erst gegen 16:00 auslaufen, so blieb noch Zeit für einen Ausflug. Wann man an Bord sein muß, sieht man beim Verlassen an der Gangway. Den Hinweis "Alle Mann an Bord um xx Uhr" sollte man ernst nehmen, sonst kann man nur noch hinterherwinken.

 

Die letzten Stunden vor dem Auslaufen verbrachten wir in Dubai Mall.

Zur Dubai Mall gehört auch der 828 Meter hohe Burj Khalifa. Der Anblick dieses Wolkenkratzers ist einfach gigantisch.

Dann ging es endlich los, nächster Hafen war Mumbai in Indien. Die Entfernung betrug 1165 Seemeilen, d.h. die nächsten 2,5 Tage verbrachten wir auf hoher See.

 

Beim Auslaufen konnten wir noch einen Blick auf die Skyline von Dubai und auf das Schwesterschiff AIDAStella werfen.

Auf See ließen wir es uns richtig gut gehen. Das Essen war hervorragend und reichlich und die Sonne meinte es gut mit uns. Wir ließen uns mit Rückenmassagen verwöhnen und fanden sogar 2 freie Liegen (ja, alles was man über die Liegenreservierer aus Deutschland hört, ist wahr).

 

Erstaunlich, wie die Zeit an Bord vergeht. Dann erreichten wir Mumbai in Indien.

Aida bietet in jedem Hafen ein umfangreiches Ausflugsprogramm an. Die Touren sind recht teuer und im Pulk einem Aida-Schild hinterherzulaufen, ist nicht unsere Sache.

 

Durch Zufall lernten wir ein nettes Paar kennen und gemeinsam ging es auf Entdeckertour in Mumbai. Taxifahren ist sehr günstig in Mumbai, natürlich erst nach dem Verhandeln über den Fahrpreis.

 

Unser erstes Ziel, Dhobi Ghat. In diesem Waschviertel wird täglich die Wäsche aus den Restaurants, Hotels, Krankenhäusern und Privathaushalten der Stadt gewaschen. Gearbeitet wird täglich 14 Stunden und sieben Tage in der Woche für 180 Rupien (2,50 Euro) pro Tag.

Trotz der für uns unglaublichen Arbeits- bzw. Lebensbedingungen sind die Menschen sehr freundlich. Auf einem Spaziergang direkt neben der Freiluftwäscherei bekommen wir weitere Eindrücke vom Leben in Indien.

Irgendwie ist ganz Mumbai eine Stadt voller Gassen und Geschäfte. Jeder verkauft irgendetwas und versucht somit, Geld zu verdienen.

 

Im Zentrum von Mumbai besichtigen wir noch den unter Denkmalschutz stehenden Bahnhof Chhatrapati Shivaji Terminus, einem der geschäftigsten Bahnhöfe der Welt. Wie viele öffentliche Gebäude wird auch dieser gut bewacht. Überall sehen wir schwerbewaffnete Soldaten und das Fotografieren im Bahnhof ist verboten.

Nach einem Tag in Mumbai fühlt man sich an Bord wir in einem kleinen Paradies. Wir hatten heute ca. 33 Grad und die indischen Großstädte sind immer sehr anstrengend.

Am nächsten Tag ging es noch einmal auf Erkundungstour durch Mumbai. Den Stadtstrand Chowpatty hatten wir schlechter (dreckiger) erwartet und so kommen wir noch zu einem kleinen Strandspaziergang im ansonsten völlig überfüllten Mumbai.

 

Das letzte Ziel ist das Gateway of India, auch für Inder ein beliebtes Ausflugsziel. Das gleich nebenan liegende Hotel Taj Mahal Palace zeigt, das es in Indien nicht nur Armut gibt. Hier fühlen wir uns zur Abwechslung etwas knapp bei Kasse.

Dann verließen wir Mumbai.

 

Auf dem Pooldeck gab es einen kleinen Weihnachtsmarkt und Weihnachtslieder, nur der Glühweinstand war bei über 30 Grad nicht besonders beliebt.

Unser nächstes Ziel war New Mangalore, wo unser Schiff wieder im Industriehafen anlegte. Bei 33 Grad und etwas anstrengender Luftfeuchtigkeit kam man schnell ins Schwitzen.

 

Die inoffiziellen Taxen am Hafen waren sich einig und wir mußten lange handeln, um einen halbwegs vernünftigen Fahrpreis zu bekommen. Auf dem Weg in die Stadt hielten wir noch am Kadri Manjunath Tempel.

 

In der Stadt ging es auf den Straßen völlig chaotisch zu. Die Straßen waren voll und die Inder gingen ihrer Lieblingsbeschäftigung nach - Hupen, Hupen, Hupen. Wir ließen uns von unserem Pseudo-Taxifahrer am Fischmarkt absetzen und liefen etwas ziellos umher.

 

Am Hafen wurden die LKW beladen, die meisten weit über das Limit hinaus.

Taxis sind rar in New Mangalore, letztlich fanden wir noch einen Oldtimer, der uns zum Schiff brachte. Noch ein letzter Blick auf den Hafen, bevor es auf die Etappe nach Mormugao (Goa) ging.

Mormugao war die letzte Station in Indien. Auch hier mußten wir die Taximafia überzeugen, das die verlangten Preise viel zu hoch sind. Wir riefen einfach unseren "Wunschpreis" in die Runde und schon fand sich ein Inder, der uns in den kleinen Ort Vasco da Gama fuhr. Erstes Ziel, die St. Andrew´s Kirche.

Viel gab es nicht zu sehen, aber der Verkehr war überschaubar und die Luft nicht mehr ganz so feucht wie in New Mangalore. Bei 33 Grad kam uns die ganze Weihnachtsdeko etwas merkwürdig vor. So bummelten wir durch die ruhigen Straßen Richtung Strand und machten ein paar Bilder.

Auch hier versucht jeder irgendwie Geld zu verdienen. So finden sich überall im Ort kleine Händler mit ihrem Warenangebot.

Dann ging es wieder auf die Rückreise Richtung Orient, genauer Muskat. So  verbrachten  wir Weihnachten auf hoher See und waren schon gespannt, was AIDA sich hat einfallen lassen.

 

Heiligabend gab es dann auch ein tolles Büffet und beide Restaurants waren mit tausenden von Schokoweihnachtsmänner (zum mitnehmen) dekoriert.

Im Theater gab es dann eine schöne Weihnachtsgala und der Kapitän erzählte eine Weihnachtsgeschichte. Dann gönnten wir uns bei tropischen Temperaturen einen Cocktail.

Auch auf der 2 tägigen Rückfahrt hatten wir sehr schönes Wetter und die See war ruhig. Langeweile kommt an Bord nicht auf, irgendwie hat man immer etwas zu tun.

 

Unseren nächsten Landgang hatten wir in Muskat, der Hauptstadt des Oman. Nach dem doch anstrengenden Indien waren kaum Menschen zu sehen und auch das Klima war mit 25 Grad angenehm.

 

Wir fuhren mit einem Taxi (ja, auch hier gibt es eine Kreuzfahrer-Taxi-Mafia) zum Palast des Sultan und liefen dann die 4 km an der Uferpromenade zurück.

Die Yacht Al Said gehört dem Sultan von Oman und kostete ca. 215 Millionen Euro. Die 8000 qm2 sollen nur vom Feinsten sein, überprüfen konnten wir das leider nicht. Die Yacht ist 155 Meter lang, ebenso wie das Begleitschiff, auf dem das Personal seinem Herrscher folgt.

 

Der Souk von Muskat ist überdacht und in den engen Gassen gibt es überwiegend Mitbringsel für die Touristen, die hier lange nicht so zahlreich vertreten sind wie in Dubai.

Die Hauptstraße entlang der Uferpromenade ist noch recht ursprünglich. Keine Hochhäuser wie in Dubai, obwohl der Oman ebenfalls über ergiebige Ölquellen verfügt.

Die letzte Station war Abu Dhabi. Das Emirat Abu Dhabi ist das größte der Emirate und gleichzeitig seine Hauptstadt. Auch was den Reichtum der Emirate angeht, liegt Abu Dhabi an der Spitze. 

 

Eine der Hauptsehenswürdigkeiten ist die Scheich-Zayid-Moschee, die achtgrößte der Welt. Vom Schiff waren es 21 km mit dem Taxi und wie in Dubai fährt man hier nach Taxameter, also keine Taxi-Mafia. Taxifahren ist übrigens in Dubai und Abu Dhabi sehr günstig.

 

Die am Abend blau beleuchtete Moschee ist wie ein Traum aus 1001 Nacht (daher gibt es ein paar Bilder mehr). Die Anlage ist riesig und die Kronleuchter (Made in Germany) gehören zu den größten weltweit. Das Innere der Moschee ist mit einem 5627 Quadratmeter großen, handgeknüpften Teppich aus Iran ausgelegt, der 47 Tonnen schwer ist.

Zweites Highlight ist das Emirates Palace Hotel, mit knapp 3 Milliarden Dollar Baukosten eines der teuersten Hotels weltweit. Das Hotel ist 714 Meter lang, hat einen Umfang von 2,5 km und eine Fläche von 243.000 m². Die Zimmerpreise dürften sich ebenfalls weit über dem Durchschnitt bewegen.

 

Als Tourist kann man erstaunlicherweise zumindest den ersten Teil des riesigen Komplex besuchen (lange Hose vorausgesetzt).

Abu Dhabi versucht ebenso wie Dubai, den touristischen Sektor für die Zeit nach dem Öl auszubauen (wie man ohne Öl dorthin kommen soll, ist eine andere Frage). Es wird in große Hotels und Sehenswürdigkeiten investiert, z.B. Kultur, Ferrari-World, Formel 1...

 

Der Stadtstrand war trotz Hauptsaison fast menschenleer. Wir sahen fast ebensoviele "Bademeister" wie Badegäste.

Dann ging es auf die letzte Etappe zurück nach Dubai. Am Abend gab es noch eine Farewell-Party auf dem Pooldeck, natürlich mit Cocktails.

 

Uns hat die zweite Kreuzfahrt wieder viel Spaß gemacht. Das Essen war super, das Wetter natürlich auch und wir haben einige neue Gegenden kennengelernt.

 

Der Transfer zum Flughafen klappte gut und pünktlich um 12:45 Uhr landeten wir im kalten Hamburg.