Metropolen


Nicht mehr lange und wir fahren mit der Fähre MS Norröna nach Island. Sozusagen als "Trainingslager" für die Nordatlantik-Passage haben wir kurzfristig noch eine Kabine auf der AIDAperla gebucht, erstmalig sogar eine Verandakabine (=Balkonkabine).

 

Besonders spektakulär ist die Tour (7 Nächte) sicher nicht, aber das Schiff bietet viele Möglichkeiten und wir freuen uns einfach auf entspannte Tage. Am 11.05.2019 geht es los.

 

Zufällig ist an diesem Tag das Höhenfeuerwerk des Hamburger Hafengeburtstag. Das Schiff liegt mitten im Geschehen und fährt erst nach dem Feuerwerk los. Hoffen wir auf gutes Wetter.

Die Route der Kreuzfahrt

Zurück vom Schiff folgen ein paar Impressionen von der Kreuzfahrt. Besonders spektakulär waren die Ziele nicht, aber das Wetter war sehr gut und wir hatten erholsame Tage.

 

Die AIDAperla ist knapp 2 Jahre alt und beeindruckend groß. Bei einer Länge von 300 m, 16 Decks und 1.643 Kabinen ist sie für bis zu 4.350 Passagiere zugelassen. Wir checken ein und müssen uns an Bord erst einmal orientieren. Unsere Kabine auf Deck 12 ist schnell gefunden. Einen Balkon hatten wir noch nie und der erste Eindruck ist sehr angenehm, sogar ein begehbarer Kleiderschrank ist vorhanden.

Vor dem Auslaufen haben wir noch ein paar Stunden Zeit, einen ersten Eindruck von dem Schiff zu bekommen. Neben ca. 12 Restaurants, ca. 16 Bars/Cafes und diversen Geschäften gibt es ein großes offenes Theater und vieles mehr. Verhungern kann man nicht, die Frage ist nur, was nimmt man zu!

Eine Galerie gibt es natürlich auch und ein sehr großes modern eingerichtetes Fitnessstudio. Die Spray Bar by Moët & Chandon paßt gar nicht zu dem Publikum, wir sind nur kurz für 2 Bilder rein und schnell wieder raus.

Das Schiff bietet mit dem Beach Club bzw. dem Four Elements zwei große winterfeste Bereiche mit Pools, Klettergarten und anderen Freizeitaktivitäten an. Abends kann man sich im Beach Club bei Livemusik die Reste seines Gehörs wegpusten lassen, empfanden wir als viel zu laut.

Herzstück der AIDAperla ist das Theatrium. Es erstreckt sich über 3 Decks und neben diversen Veranstaltungen gibt es jeden Abend eine Show zu sehen. Auch die oberen offenen Decks bieten diverse Aktivitäten, vor allem aber eine tolle Sicht.

Nach der vorgeschriebenen Rettungsübung hieß es dann "Leinen los" und wir fuhren langsam an den dicken Pötten vorbei auf die Elbe Höhe Landungsbrücken. Heute ist Hafengeburtstag und wir sind mittendrin.

 

Unser Balkon liegt Backbord und damit haben wir von Deck 12 einen tollen Blick auf das Geschehen. Die Menschenmassen wirken von hier oben fast schon beängstigend.

Eine Hafenrundfahrt in Hamburg hatten wir früher schon gemacht, der Blick aus dieser Höhe war aber einmalig. Ganz langsam glitt die AIDAperla die Elbe entlang und die Menschenmassen nahmen kein Ende.

Auch die Elbphilharmonie war im Abendlicht zu bewundern.

Höhepunkt war das Höhenfeuerwerk. Kurz hinter der Elbphilharmonie drehte das Schiff und blieb dann auf Höhe des Musical-Boulevard auf der Elbe "stehen". Auch hier hatten wir die richtige Seite erwischt und genossen das Feuerwerk.

Der nächste Tag war ein Seetag. Das Wetter war angenehm und wir erkundeten das Schiff in aller Ruhe. Man glaubt gar nicht, welche Entfernungen man auf so einem großen Schiff zurücklegen kann, von den unzähligen Treppenstufen mal abgesehen (Fahrstuhl nutzen wir fast nie).

 

Erste Station: Southampton

AIDA bietet natürlich in jedem Hafen diverse Ausflüge an. Sogar eine Tour nach London war im Programm, wobei man fast den ganzen Tag im Bus sitzt und aus dem Fenster schaut. Nennt sich Landschaftsfahrt, ist langweilig und völlig überteuert.

 

Wir verlassen nach dem Frühstück das Schiff und bummeln durch die Stadt.

Bis auf das historische Tudor House gibt es in Southampton nicht viel zu sehen. Wir machen also einen kurzen Abstecher zum Tudor House and Garden, bevor wir wieder zum Schiff laufen.

Nach einer nächtlichen Fahrt über den Ärmelkanal erreichten wir Le Havre. Auch hier machten wir uns auf den Weg in das Zentrum, wo es allerdings nicht viel zu sehen gibt. Die Stadt wurde im 2. Weltkrieg massiv bombardiert und anschließend neu aufgebaut.

Der neu aufgebaute Stadtkern wurde in das UNESCO-Welterbe aufgenommen, wird dadurch aber (für uns) nicht sehenswerter.

Auch in Le Havre schien die Sonne und es ging auf die nächste Etappe nach Zerbrügge in Belgien.

Zerbrügge ist auch keine besonders sehenswerte Stadt, also fuhren wir mit einem Shuttlebus in das ca. 20 km entfernte Brügge. Das diese Stadt zu den schöneren Städten gehört, sah man schon an den unzähligen Reisegruppen, die schon früh unterwegs waren. Auch wir machten uns auf einen Rundgang durch das mittelalterliche Brügge.

Brügge ist tatsächlich eine sehenswerte Stadt, auch wenn es teilweise schon sehr voll war. Der Kern ist gut erhalten und es finden sich viele schöne alte Gebäude in den schmalen Straßen.

Letzte Station: Rotterdam.

 

Die zweitgrößte Stadt der Niederlande liegt an der Nieuwe Maas, einem Hauptarm des Rheindeltas. Von der offenen See dauert es eine ganze Weile, bevor wir unseren Liegeplatz im Zentrum direkt vor der Erasmusbrücke erreichen. Von dort ist es nur ein kurzer Spaziergang in das Zentrum.

Über die Erasmusbrücke gehen wir zu unserem ersten Ziel, den sog. Kubushäusern. Diese Siedlung wurde bereits 1984 errichtet und besteht aus würfelförmigen Einzelhäusern, die jeweils auf einer Spitze stehen.

Ein Kubushaus kann man besichtigen und wir erkunden die nicht sehr geräumige Wohnung.

Gleich nebenan liegt die 2014 errichtete Markthalle. Auch dieses Gebäude ist architektonisch interessant und die Stände sehr vielfältig.

Wir laufen noch eine ganze Weile durch das Zentrum und machen noch ein paar Bilder, bevor es Richtung Schiff geht.

In Rotterdam blieben wir über Nacht liegen und so hatten wir einen schönen Blick auf die beleuchtete Stadt.

Am nächsten Morgen machte das Schiff sich bereits um 8 Uhr auf die Rückreise. Vom oberen Deck hatte man noch schöne Blicke auf den riesigen Hafen von Rotterdam. Vor allem die petrochemischen Anlagen bzw. Raffinerien sind beeindruckend groß.

Als wir die offene See schon erreichten, drehte das Schiff noch einmal um und machte in einem Seitenarm fest. Lt. Durchsage vom Kapitän war es notwendig, das Taucher das Schiff im Heckbereich von unten nach möglichen Problemen untersuchen sollten. Diese Prozedur dauerte dann fast 5 Stunden und mit entsprechender Verspätung machten wir uns auf die letzte Etappe nach Hamburg.

Damit ging auch diese Kreuzfahrt zu Ende. Es war interessant, ein Kreuzfahrtschiff dieser Größe zu erleben. Dafür waren die Stationen nicht wirklich der Renner, das wussten wir aber vorher.

 

Uns war das Schiff schon fast zu groß, obwohl man von den vielen Passagieren nicht so viel mitbekommen hat. Da die AIDAperla überwiegend Wochentouren unternimmt, können Schiffe dieser Größe nur über einen günstigen Preis vollbekommen werden.

 

Wer wirklich etwas von der Welt sehen möchte, ist auf einem Kreuzfahrtschiff wohl auf dem falschen Dampfer. Zur Erholung kann man es aber durchaus mal empfehlen.