Schottland


Der September sollte ein guter Monat für einen Besuch Schottlands sein. Die Hauptsaison geht langsam zu Ende und die berüchtigten Midges (winzig kleine Stechmücken) werden weniger.

 

Wie so häufig gibt es keinen Reiseplan, wir lassen uns vom Wetter leiten. Nur die Rückfahrt am 04.10.16 sollten wir nicht verpassen.

 

30.08.16-06.09.16

 

So, da sind wir wieder, diesmal auf dem Weg nach Schottland. Unsere erste Station war jedoch der Caravan-Salon in Düsseldorf, die größte Wohnmobilmesse weltweit. Das Angebot ist beeindruckend und der Trend geht immer mehr zu noch größeren Wohnmobilen, die noch teuerer sind und immer mehr Dinge an Bord haben, die mit Camping nichts zu tun haben.

Von Düsseldorf fuhren wir dann nach Holland. Dort ticken die Uhren gefühlt anders und alles geht etwas geruhsamer zu. In dem kleinen Ort Sneek machten wir unserern ersten Hollandbummel und kauften den ersten Käse.

Weiter ging es nach Hindeloopen am IJsselmeer. Hier war viel los und wir machten einen schönen Spaziergang auf dem Deich und im Ort.

 

Die Nacht verbrachten wir dann auf einer Wiese direkt am IJsselmeer. Das Schild "Campen verboten" machte uns unsicher, die Holländer versicherten uns jedoch, das man es mit Schildern nicht so genau nehmen soll. Also verbrachten auch wir die Nacht direkt am Wasser.

Ein weiterer schöner Ort war Hoorn. Hier gibt es noch viele alte Häuser und auch die kleinen Wohnwagen, in der verschiedene Künstler ihre Vorstellung von "Kunst" präsentierten, war interessant.

Der Ort Edam zeichnete sich durch ein paar Läden mit völlig überteuertem Käse aus.

Nach Amsterdam war es nicht mehr weit und wir fuhren auf den Stellplatz direkt gegenüber vom Zentrum. Eine kostenlose Fähre fährt direkt zum Hauptbahnhof und dort begannen wir unseren Stadtrundgang. Das Wetter war super und es waren vielen Touristen unterwegs.

Natürlich fallen wie überall in Holland auch hier die unzähligen Fahrräder auf. Große Parkplätze nur für Zweiräder finden sich überall, sogar auf dem Wasser.

Cannabis und Haschisch sind in Holland immer noch legal, daher gibt es überall kleine Läden, die eine Vielfalt von Rauschmitteln und Zubehör anbieten.

Von den reizenden Damen, die mit relativ wenig (sehr wenig) Stoff hinter den Scheiben auf Kunden warten, habe ich im eigenen Interesse keine Bilder gemacht.

 

Dafür fiel uns im Rotlichtviertel das Schaufenster eines kleinen Laden ins Auge.

07.09.16-11.09.16

 

Da die Abfahrt der Fähre erst gegen 21:00 Uhr erfolgte, machten wir noch einen Abstecher an die Küste bei Schevedingen. Dieser Vorort von Den Haag hat einen schönen Strand, leider sind Parkplätze für Wohnmobile schwer zu finden. Mit etwas Glück fanden wir einen Parkplatz zu den in Holland leider üblichen hohen Parkgebühren. Dafür gab es die Kunst gratis als Zugabe.

Anfang September hielt sich der Andrang in Grenzen. Die Anzahl der Restaurants (überwiegend sehr schön eingerichtet) ist enorm und in der Hauptsaison muß es hier ziemlich voll sein. Wir gönnten uns ein Softeis, welches auch bei Möwen beliebt zu sein scheint. Giselas Eis wurde ihr von einer Möwe (die Dinger sind aus 10 Zentimeter betrachtet ziemlich groß) mit dem Schnabel aus der Hand geschlagen und sofort machten sich die Möwen über ihren Nachtisch her.

Dann ging es durch den unglaublich großen Hafen von Rotterdam zum Fähranleger. Unsere Kabine war klein, aber für eine Nacht ausreichend. Eine Stunde zu früh legten wir ab und der Blick auf den Hafen von Rotterdam war beeindruckend.

Schon früh am Morgen liefen wir in Hull/England ein. Obwohl (noch) EU, gibt es in England eine Passkontrolle.

Die Umstellung auf den Linksverkehr war kein Problem und wir machten uns auf den Weg Richtung Schottlands Westküste, die wir nach knapp 300 km erreichten. Der erste Kontakt zu den Schotten verlief positiv, wir konnten uns tatsächlich verständigen, obwohl unser Schulenglisch nicht viel mit dem Englisch der Schotten zu tun hat.

Dumfries war unser erstes Ziel, nicht spektakulär, aber als Einstieg ganz ok.

In Schottland soll es ca. 1000 Burgen geben, oft handelt es sich nur noch um Ruinen.  Caerlaverock Castle war unser erstes Ziel, klein aber in schöner Landschaft gelegen.

Der erste Tag in Schottland war noch sehr schön, dann wurde es ungemütlich. Der Himmel zog zu und 1 1/2 Tage konnten wir unser Wohnmobil kaum verlassen. Zu den Regenmassen kam noch ein heftiger Sturm. Auf der Halbinsel The Rhinnes wollten wir den Leuchtturm am Mull of Galloway besichtigen (Schottlands südlichster Punkt). Dort oben auf den Klippen war der Sturm so stark, das wir Angst hatten, das Wohnmobil würde umkippen. So war Port Logan unser erstes Ziel.

Am nächsten Morgen war das Unwetter vorbei und wir fuhren noch einmal zum Mull of Galloway. Hier kann man schön umherlaufen und man hat einen weiten Blick.

Nächster Stopp war der prächtige Herrensitz Culzean Castle aus dem 18 Jh. Nicht nur das Schloß ist beeindruckend, ebenso schön ist der große Landschaftspark.

Es war Zeit, einen Platz für die Nacht zu suchen. Nach 2 Nächten in freier Natur fanden wir einen schön gelegenen Caravan Park. Morgen geht es dann Richtung Glasgow. Ob wir in die Stadt hineinfahren, ist noch offen.

 

Die Wetteraussichten sind sehr durchwachsen und Nachts ist es schon richtig kühl.

12.09.16-15.09.16

 

Was fiel uns am ersten Sonntag auf? Die Geschäfte haben fast alle offen. Selbst Lidl u. Aldi (gibt es hier sehr oft) haben am Sonntag bis 20:00 Uhr geöffnet.

Wir machten in Ayr einen schönen Strandspaziergang und fuhren weiter Richtung Largs. Das Wetter war schön (d.h. in Schottland trocken, aber sehr stürmisch) und es war einiges los.

Glasgow haben wir ausgelassen und sind in den Trossachs Nationalpark gefahren. Mit diesem konnten wir nicht ganz so viel anfangen, auch das Wetter wurde wieder schlechter. An einem See verbrachten wir die Nacht auf einem Parkplatz und wollten dann wieder an die Westküste fahren. Ein Blick auf die Wettervorhersage und wir änderten die Richtung, denn im Westen sollte es die nächsten Tage sehr schlecht werden.

Also steuerten wir die Ostküste an, erstes Ziel war der Ort Braemar. Auf dem Weg dorthin wurde die Landschaft karger und es gibt dort sogar ein Skigebiet.

Braemar ist ein kleiner touristischer Ort und auch hier durfte man kostenlos im Stadtzentrum parken. Ansonsten gab es außer ein paar kleinen Läden nicht viel zu sehen. Die Hauptsehenswürdigkeit ist das in der Nähe gelegene Balmoral Castle, die Schottland-Residenz von Königin Elizabeth. Im August bzw. September  ist das Schloß nicht für Besucher freigegeben, da die Familie um diese Zeit dort oft Urlaub macht.

Der nahe gelegene Luftkurort Ballater darf die Bezeichnung "Hoflieferant" tragen, denn hier kommt die königliche Familie zum Shoppen her. Die Läden, in der Charles schon einmal eine Gurke oder die Queen Schnürsenkel gekauft hat, dürfen sich mit dem königlichen  Wappen schmücken.

Wir erreichten bald die Ostküste, ohne Regen und mit etwas Sonne. Nahe Stonehaven liegt das Dunnottar Castle ca. 50 Meter über dem Meer auf einem kleinen Plateau. Das Castle hat eine bewegte Vergangenheit (hier wurden schon die Kronjuwelen versteckt) und der Blick dorthin mit dem Wasser im Hintergrund ist wirklich schön.

Aberdeen haben wir ebenfalls umfahren und in Cruden Bay, einem kleinen Fischerort, fanden wir den bisher schönsten Stellplatz in Schottland. Direkt am winzigen Hafen konnten wir frei stehen und hatten einen tollen Blick auf das Meer und den wunderschönen Sandstrand.

So langsam hat man sich an den schottischen Dialekt gewöhnt, obwohl man ab und zu doch ganz schön die Ohren spitzen muß. Es geht aber noch komplizierter, z.B. mit dem Dialekt Doric. Um es kurz zu machen, man versteht gar nichts mehr.

 

Foo Div Ye Spik I´Doric?

 

Das Wetter ist ein weiteres Kapitel. Von den tropischen Temperaturen, die zur Zeit in Deutschland herrschen, ist man hier weit entfernt. Es regnet relativ häufig (oft nur kurz) und die Temperaturen lagen in den letzten Tagen bei knapp 15-18 Grad. Wenn dann ein kräftiger Wind dazukommt, fühlt es sich schon mal wie Herbst an.

 

Das Wetter soll aber etwas besser werden, was immer das in Schottland bedeutet.

16.09.16-21.09.16

Bis 10 Uhr hatte man eine Sichtweite von 50 Meter, dann klarte es auf und die Sonne kam durch - Hochsommer in Schottland. Entlang der Küste machten wir diverse Abstecher zu den winzigen Orten. Der Ort Pennan z.B. besteht aus einer Straße direkt am Wasser und die einzige Zufahrt war so eng, das wir mit unserem Wohnmobil kaum um die Kurve kamen.

Weiter ging es nach Banff und Portsoy, schon etwas größer. Einen kleinen Hafen gibt es in jedem Ort und das gute Wetter blieb uns erhalten.

In Cullen gab es einen Strand, den wir uns natürlich ansehen mußten. Überhaupt sind wir überrascht, das es in Schottland so viele schöne Strände gibt. Mit dem Baden ist das so eine Sache, das Wasser ist doch ziemlich kalt und wir haben bisher noch niemanden im Wasser gesehen.

In Cullen zog dann innerhalb weniger Minuten Nebel auf und die Sicht war dahin. 100 Meter von der Küste entfernt war es aber weiter klar und sonnig.

Elgin war dann schon eine richtig große Stadt mit entsprechendem Verkehr. Auch die unzähligen Kreisverkehre sind inzwischen kein Problem mehr, obwohl es häufig Ampeln mitten im Kreisverkehr gibt. Trotz Linksverkehr gilt übrigens "Rechts vor Links".

Die einzige Sehenswürdigkeit in Elgin ist die Elgin Kathedrale. Sie wurde 1224 geweiht und 1390 von Wolf of Badenoch niedergebrannt, nachdem man ihn exkommuniziert hat.

Welches ist die Hauptsehenswürdigkeit in Schottland? Natürlich Loch Ness mit seinem Ungeheuer. Der See lebt nicht schlecht von Nessie, die regelmäßig gesichtet wird. Wir haben in Schottland nicht annähernd so viele Reisebusse gesehen wie am Loch Ness. Durch "Zufall" standen auch wir plötzlich am See und obwohl wir extra Katzenfutter mitgenommen haben, zeigte sich kein Ungeheuer.

Übernachtet haben wir auf dem Parkplatz des Urquhart Castle direkt am Loch Ness. Wir waren spät dran und die Tore waren schon geschlossen. Durch Zufall (diesmal war es wirklich Zufall) haben wir herausgefunden, das der Zaun nicht besonders hoch ist. Also rüber und schon teilt man sich das Schloß mit nur wenigen anderen "Zaungästen".

Inverness war die erste große Stadt, die wir besuchten. Sie bietet die üblichen Einkaufsstraßen und von einem Hügel kann man den Blick auf die Stadt genießen.

Das Dunrobin Castle ist schon fast ein Märchenschloß. 189 Zimmer, alle prunkvoll eingerichtet. Dies geschah leider auf Kosten der Bevölkerung, die gnadenlos vom Herzog von Sutherland vertrieben wurde. Dieser benögtigte das Land für seine Schafherden. Einen Teil der wirklich schön eingerichteten Zimmer kann man besichtigen, leider ist Fotografieren verboten. Einen Grund konnte mir niemand sagen.

Auf dem Gelände des Castle findet 2x täglich eine Vorführung des herzoglichen Falkners mit seinen Raubvögeln statt. Hier war fotografieren wieder erlaubt.

Bei John O Groats ist Schottland bzw. Großbritannien (zumindest das Festland) zu Ende. Der Ort besteht aus ein paar Häusern, Souvenierläden und einem schönen Campingplatz. Hier blieben wir 2 Tage und genoßen den Blick auf die See und die Orkney Inseln, die nur 8 Meilen entfernt liegen. Eigentlich wollten wir mit der Fähre übersetzen, aber die Kosten für die 60 minütige Überfahrt waren einfach zu hoch.

Es war schon fast unheimlich, aber seit 4 Tagen hat es nicht mehr geregnet und hier am Ende von Großbritannien war das Wetter richtig gut, man konnte sogar Eis essen.

Am nächsten Tag machten wir uns auf zu einer Wanderung entlang der schönen Küste. Links das Wasser, rechts die Schafe, so stellen wir uns Schottland vor. Es gibt sogar einen Shell Beach, der fast nur aus Muscheln besteht.

Im Wasser tummelten sich viele Seehunde. Spielerisch ließen sie sich in der Brandung treiben und beobachteten uns neugierig.

Vor der Abfahrt Richtung Westen machten wir noch eine letzte kleine Wanderung zu den Klippen am Duncansby Head.

22.09.16-27.09.16

Richtung Westen wurde es langsam einsam und die Straße bestand nur noch aus einer Spur für beide Richtungen, jedoch mit regelmäßigen Ausweichbuchten. Trotzdem ist das Fahren hier sehr entspannend. Man hat das Gefühl, das jeder gerne wartet und von weitem mit Lichtzeichen signalisiert, das er in die nächste Ausweichbucht fährt.

Wir passierten einige schöne Sandstrände, der bei Durness gefiel uns besonders und spontan blieben wir auf dem Parkplatz über Nacht. Auf der Weiterfahrt am nächsten Morgen gerieten wir dann in einen richtigen Verkehrsstau - eine Herde Schafe.

Das Wetter blieb weiter schön und die Landschaft begeisterte uns mit ihren vielen Grün- bzw. Brauntönen immer mehr. Die schmalen Straßen waren zu unserer Überraschung sehr gut und wir machten viele Fotostopps.

Es gibt immer wieder Abzweigungen Richtung Küste oder in das Inland. Alle Straßen kann man einfach nicht abfahren, die Auswahl fällt schwer. Einen Umweg über Drumberg sind wir dann doch gefahren. In dem winzigen Ort machten wir hoch über dem Meer eine lange Pause und etwas später fanden wir spontan einen Platz für die Nacht, mit traumhaftem Ausblick.

Die schottische Küste ist extrem zerklüftet und man kommt nach kurzen Etappen ins Inland immer wieder an das Wasser zurück. Natürlich gab es weiter schöne Strände und so schön diese oft aussahen, das Wasser ist ziemlich kalt.

              Diesen Blick hat man häufig (zum Vergrößern bitte anklicken)

Ullapool ist schon einer der größeren Orte und es war viel los. Viele Schotten bieten Bed & Breakfast an und fast überall sahen wir ein Schild "No vacancies". Und wir dachten, wir hätten Schottland im September fast für uns alleine.

In der Touristeninfo erkundigten wir uns nach dem Wetter auf der Insel Skye. Morgen soll es schön werden, dann kommt ein Tief mit extrem viel Regen. Also sind wir spontan die 200 km bis zur Insel Skye gefahren.

 

Skye wird extrem gut vermarktet und alle Reiseführer schwärmen in höchsten Tönen von der Insel. Über die seit 1995 existierende Brücke (die Insel ist nur wenige hundert Meter vom Festland entfernt) ist sie nun noch schneller zu erreichen, man sieht es an den vielen Reisebussen.

Der Hauptort von Skye ist Portree, da haben wir schon schönere Orte in Schottland gesehen.

Das Wetter war wie angekündigt super und wir fuhren zuerst in den landschaftlich schönen Nordwesten der Insel. Es gibt hier schöne Haltepunkte, die Parkplätze waren aber oft überfüllt. Mit einem Wohnmobil ist es dann nicht immer einfach, einen Platz zu ergattern.


Der Verkehr auf der Straße um den Norden der Insel ist schon recht stark. Natürlich fahren auch die großen Tourbusse diese Strecke, in der Hochsaison muß es hier ziemlich chaotisch sein.

 

Na gut, schön ist die Landschaft schon. Hier ein paar Bilder.

Erstmalig auf unserer Rundreise sahen wir auf Skye an fast jedem Haltepunkt einen Duddelsackspieler. Wenn man so in den offenen Spendenkoffer schaut, scheint der Job sehr lukrativ zu sein.

Uns erschien der Trubel auf Skye dann doch etwas zu viel und wir verließen die Insel nach einem Tag. Beim Blick zurück konnte man die Insel dann nicht mehr erkennen, der angekündigte Regen war da.

Die Aussichten auf Sonne waren für die nächsten 2 Tage dahin. Daher mußten wir noch eine Warteschleife im Inland drehen. Loch Ness war erneut unser Ziel, vielleicht klappt es doch noch mit Nessi.

28.09.16-01.10.16

Nicht weit von der Brücek nach Skye liegt das Eilean Donan Castle. Der riesige Parkplatz läßt erahnen, was hier los ist. Alle Busse, die auf dem Weg nach Skye sind, laden hier ihre Fahrgäste aus und der Andrang ist extrem. Die Burg ist ausnahmsweise einmal keine Ruine und liegt sehr fotogen in einem See.


Man kann das ganze Schloß auch mal eben so mieten. James Bond, David Niven und Errol Flynn haben hier gedreht und natürlich entstanden hier auch Szenen für den Kultfilm Highlander.

Nun fuhren wir endgültig in das Landesinnere, genauer nach Fort Augustus. Dieser Ort liegt am westlichen Ende von Loch Ness (der See ist ganz schön lang) und wir ließen es ruhig angehen. Fish & Chips (ohne Essig) schmeckten auch hier lecker und wir verbrachten die Nacht in der Obhut von Nessi am See.

Dann änderte sich die Wettervorhersage mal wieder und der Regen sollte etwas früher als angekündigt abziehen. So fuhren wir zurück Richtung Küste, nahmen eine Fähre bei Fort William über eine Bucht und eine weitere Fähre brachte uns schließlich auf die Insel Mull - noch regnete es.

Pünklich nach dem Frühstück verschwand der Regen und die Sonne zeigte sich. Kühl blieb es trotzdem und der Wind pustet hier schon ganz ordentlich. Die Straßen auf Mull sind natürlich nur einspurig mit den schon bekannten Ausweichbuchten. Es gab kaum Gegenverkehr und wir hatten eine traumhafte Landschaft fast für uns alleine. Hochmoore wechseln sich auf Mull mit Küstenlandschaften ab und es gab immer wieder schöne Ausblicke.

Auch von Mull fahren Fähren zu noch kleineren Inseln, z.b. nach Iona. Diese kleine Insel liegt nicht weit entfernt und sah aus der Ferne interessant aus. Wir blieben Mull treu und freuten uns über das gute Wetter.

Tobermory ist die "Hauptstadt" von Mull und hat immerhin 800 Einwohner. Der kleine Ort ist ein richtiges Schmuckstück und liegt sehr schön in einer kleinen Bucht. Man lebt hier natürlich vom Tourismus, der sich bei unserem Besuch auf nur wenige Besucher beschränkte. Der Ort hat sogar eine eigene Whisky Destillerie, wobei man inzwischen den Eindruck hat, das es kaum einen Ort ohne gibt.

Wir haben unterwegs an Kirchen schon häufiger das Schild "For Sale" gesehen. Und auch hier in Tobermory hat man die Kirche in ein schönes Cafe umgebaut.

 

Dann war es Zeit für die Rückfahrt auf das Festland.

Dann mußten wir erst einmal eine Werkstatt aufsuchen, die Birne im linken Scheinwerfer war defekt. Alles kein Problem, kostete genau 17 Pfund. Dazu gab es Kaffee und Kekse und jede Menge Reisetipps.

Wir landeten in St. Andrews, wo ein gewisser Prinz William und eine gewisse Kate Middleton studiert haben, der Rest ist bekannt (wenn nicht, einfach in der Regenbogenpresse blättern).

Heute ist der Ort berühmt für den ältesten Golfplatz der Welt und diesen zu spielen, ist Traum eines jeden Golfers. Ein Ticket zu bekommen ist nicht einfach, man muß sich früh bewerben (bis zu 1 Jahr im voraus), Glück in der Lotterie haben, natürlich Geld zahlen und ein bestimmtes Handycap nachweisen.


Einfacher ist es, sein Wohnmobil einfach neben dem tiptop gepflegten Golfplatz abzustellen und die Nacht hier zu verbringen, ohne Geld und Handycap.

Die ganze Gegend wimmelt im übrigen nur so von Golfplätzen, in Schottland soll es insgesamt über 500 geben, im Umland von St. Andrews mindestens ein Dutzend.

Nun geht es aber nach Edinburgh, der Hauptstadt Schottlands.

02.10.16-06.10.16

 

Am Stadtrand von Edinburgh fanden wir einen schönen Campingplatz. Von hier sind es mit dem Doppeldeckerbus knapp 25 Minuten in das Zentrum. Die Hauptstadt ist schon ziemlich groß und nach 3 Wochen relativer Einsamkeit mußten wir uns erst einmal an die vielen Menschen gewöhnen.

Die sog. Royal Mile verläuft mitten durch die Innenstadt und ist das touristische Zentrum. Die Duddelsackspielerdichte ist hier besonders hoch und wird nur noch vielen vielen Souvenierläden übertroffen. Hat man 3 gesehen, kennt man den Rest auch.

Interessant sind nur die vielen Whiskyläden. Die Vielfalt der Sorten ist erschlagend, der Preis einiger Flaschen ebenso. Der Kauf einer auch bei uns erhältlichen Sorte lohnt sich überhaupt nicht. Im Schnitt ist der Whisky bei uns um 20 % günstiger zu haben, trotz des schwachen Pfund. Herumstöbern und sich die schönen Flaschen anzuschauen macht trotzdem Spaß.

Die vielen Museen haben wir ausgelassen, das Wetter war einfach zu schön und so bummelten wir die Royale Mile entlang.

In der schönen High Kirk of St. Giles kann man sich etwas ausruhen. Sie ist eine der wenigen Kirchen auf dieser Rundreise, also gibt es auch ein paar Bilder.

Am Ende der Royal Mile dann das Edinburgh Castle, laut Reiseführer der absolute Höhepunkt Edinburghs. Das sehen die japanischen Reiseführer wohl ähnlich, denn hier sieht man viele Tourgruppen aus Japan herumlaufen. Da heißt es dann Slalomlaufen durch die Selfiestangen.

Naja, so ganz vom Hocker hat uns Edinburgh Castle dann doch nicht gehauen. Das lag nicht so sehr an den vielen Touris, vielleicht haben wir in den letzten Wochen schon zu viele Castles gesehen. Zumindest der Blick auf das schöne Edinburgh hat uns gefallen.

Nach 2 Nächten verließen wir Edinburgh und dann waren wir auch schon in England. Der Übergang ist fließend. Die Häuser haben weiter kaum Farbe, man fährt immer noch auf der falschen Straßenseite (Wohnmobil ist noch unversehrt) und man fragt sich immer noch, was einem die Englischlehrer damals wohl für eine Sprache beigebracht haben. Englisch klingt hier anders.

Holy Island ist eine kleine Insel, die bei Ebbe über eine Straße erreichbar ist. Leider kamen wir etwas ungünstig und uns blieb nur Zeit für eine kurze Stippvisite auf die Insel, denn die Flut nahte. Campen auf Holy Island ist streng verboten und wir hätten bis zur Dunkelheit auf die nächste Ebbe warten müssen, um auf das Festland zurückzukehren.

Die Straße ist in einem sehr guten Zustand und reinigt sich alle 6 Stunden von selber. Es gibt Möglichkeiten zu anhalten und man hat schöne Blicke auf das Watt.

Auf beiden Seiten der Zufahrt gibt es Kalender mit den aktuellen Tidezeiten und man sollte sich daran halten, denn das Wasser kommt sehr schnell. Es sind schon einige PKW´s weggeschwommen, für die unvorsichtigen Fußgänger gibt es einen Hochsitz, auf den man sich in Sicherheit bringen kann.

Natürlich gibt es auch in England viele Sandstrände und Castles. Wir haben genug von den Castles gesehen (die in England richtig teuer sind) und genießen den Blick nur noch von außen.

Die ziemlich große Stadt Newcastle mußten wir einmal durchfahren, was zeitaufwendig war. Zumindest für einen kurzen Spaziergang am Fluß Tyne entlang reicht die Zeit.

In dem kleinen Küstenort Whitby haben wir spontan die letzten beiden Nächte verbracht. Dieser Ort ist wirklich schön und am zentral gelegenen Hafen konnte man gegen eine geringe Parkgebühr frei stehen.

In den Gassen gibt es viele kleine nette Läden. Einige sind so klein, das nur 3-4 Personen hineinkönnen, ohne die Regale umzuwerfen.

Die St. Mary´s Church liegt hoch oben auf den Klippen. Als Baubeginn ist das Jahr 1110 überliefert. Auch der Blick von hier oben auf Whitby ist sehr schön.

In England gibt es viele Läden mit Süßigkeiten. Eine Besonderheit, man kann viele Bonbons auch einzeln kaufen.

Hier folgen noch ein paar Bilder aus Whitby, wo es uns sehr gefallen hat.

Dann waren wir auch schon in Hull. Wir suchten noch einen Supermarkt und gaben unsere letzten Pfund aus. Die Fähre fuhr pünktlich ab und an Deck konnte man nicht mehr lange stehen, es stürmte heftig. So war die Überfahrt nach Rotterdam sehr unruhig und der Seegang war sehr gut zu spüren.

 

Schottland hat uns sehr gefallen und wir haben trotz einiger Regenschauer sehr viel Glück mit dem Wetter gehabt. Die Menschen sind sehr freundlich und wir haben vor allem die schönen Landschaften gefunden, die wir erwartet haben.

 

Bis zur nächsten Reise.