Südengland


06.05.18 - 09.05.18

Bei strahlendem Sonnenschein verlassen wir Bremerhaben und fahren gemütlich bis nach Holland, wo wir in Noordeloos einen schönen kleinen Campingplatz finden. Dieser liegt wunderschön und ist mit 16 Euro sehr günstig. Am nächsten Morgen geht es dann weiter Richtung Frankreich. Die Autobahn ist gut befahren, wahrscheinlich liegt es am sehr schönen Wetter.

 

Belgien ist schnell durchfahren und von der Grenze zu Frankreich ist es nicht mehr weit bis nach Dunkerque (Dünkirchen).

Auch dort finden wir direkt am Strand einen sehr schönen Campingplatz. Am Strand laufen wir dann knapp 2 1/2 km entlang und genießen einen sehr heißen Tag. Obwohl das Wochenende fast vorbei ist (Sonntag), herrscht Hochbetrieb.

Am nächsten Morgen fahren wir zu Fähre, die uns nach Dover in England bringen soll. Der Bereich um die Fähre ist mit hohen Zäunen gesichert und die Kontrollen sind streng. Jedes Fahrzeug wird auf blinde Passagiere durchsucht und die Passkontrolle der Engländer erfolgt bereits hier, nicht erst drüben in England.

Die Überfahrt dauert nur knapp 2 Stunden und die Kreidefelsen von Dover kommen in Sicht.

Im Fährhafen ist ordentlich was los, mehrere Fähren und 2 große Kreuzfahrtschiffe liegen dort. Für uns heißt es nun Konzentration, denn an den Linksverkehr muß man sich erst wieder gewöhnen. Auch sind die Straßen außerhalb der Orte oft sehr schmal und durch die hohen Hecken und Büsche auf beiden Seiten der Straße fühlt es sich sehr eng an.

In Dover machen wir einen ersten Spaziergang und genießen das erste Eis bei 26 Grad, laut Titelseite einer ausliegenden Zeitung der wärmste 7. Mai seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Die erste Nacht verbringen wir auf einem schönen Campingplatz nur 6 km von Dover entfernt.

Unsere erste Inseletappe führt uns nach Canterbury mit seiner bekannten Kathedrale. In Canterbury werden wir gleich mit einem Problem Englands konfrontiert, einen Parkplatz für ein Wohnmobil zu finden. Auf dem Reisebusparkplatz können wir parken, es soll aber pauschal für den Tag umgerechnet 17 Euro kosten. Wir haben Glück, denn die Parkscheinautomaten sind defekt.

Canterbury hat nur 45.000 Einwohner, wirkt aber wesentlich größer. In der Fußgängerzone tobt der Bär und auch wir genießen traumhaftes Wetter und ein leckeres Eis.

 

Die Stadt ist sehr schön und wirkt mit ihrer gut erhaltenen Bausubstanz wie eine Stadt aus dem Mittelalter.

Die Kathedrale ist die wichtigste Sehenswürdigkeit in Canterbury, an ihr wurde über Jahrhunderte gebaut. Leider ist ein Großteil auch heute eingerüstet, die Bauarbeiten sollen noch bis 2020 dauern. Solange wollen wir nicht warten, also kaufen wir uns 2 Tickets und besuchen die große Anlage.

Auch von innen hat die Kathedrale beeindruckende Ausmaße und vor allem ist es dort angenehm kühl.

Bis zu dem Küstenort Margate ist es nicht weit und dort machen wir einen Strandspaziergang bei heute 27 Grad. Bis auf den Strand hat Margate nicht viel zu bieten.

ie sog. Muschelgrotte schauen wir uns noch an, hatten uns aber etwas mehr davon versprochen. Die kleine Grotte liegt unter einem privaten Haus und wurde erst 1835 entdeckt, das Jahr der Konstruktion ist jedoch unbekannt. Die Wände sind mit ca. 4.6 Millionen Muscheln von Stränden in England verziert.

Auf dem nahen Campingplatz machen wir für heute Feierabend, die Temperaturen hatten wir für England nicht erwartet und so sind wir doch etwas erschöpft.

10.05.18 - 12.05.18

Heute steht die erste Burg auf unserem Besichtigungsprogramm. Schon gegen 10:30 Uhr kommen wir im Leeds Castle an und zahlen ermäßigt 45 Pfund für 2 Eintrittskarten, irgendwie ganz schön heftig. Wahrscheinlich lebt Großbritannien von Parkgebühren und Eintrittsgelder.

Die Gartenanlage von Leeds Castle ist beeindruckend groß und bis zur Burg läuft man durch einen wirklich schön angelegten Garten bzw. Wald. Auch die Teiche und Seen sind schön anzusehen und viele Gärtner sind mit der Pflege beschäftigt.


Die Burg aus Sandstein hat eine lange Geschichte und gilt als eine der schönsten Burgen Englands, zumindest aber eine der Ertragreichsten.

Leeds Castle (zum Vergrößern bitte anklicken)

Ein Rundgang durch das Innere der Burg ist ebenfalls möglich (ohne Aufpreis), da haben wir jedoch schon schönere gesehen.

Auf unserem Weg Richtung Südküste fahren wir noch zum Bodiam Castle. Auf viel zu schmalen Straßen geht es kurvenreich durch Wald und Wiesen. Viel sieht man nicht, denn die dichte Vegetation (der Engländer liebt hohe Hecken) reicht direkt bis an die Seitenlinie und ist oft mehrere Meter hoch. Da die Fahrspuren maximal Trabantbreite haben ist man froh, wenn der Gegenverkehr ausbleibt.

Der Eintritt in die Ruine Bodiam Castle kostet "nur" knapp 12 Pfund p.P., Parken 3 Pfund extra (ab jetzt keine Bemerkungen mehr über die Eintrittspreise und Parkgebühren). Wir zahlen für das Parken und machen ein paar Bilder von außen, das Innere soll nicht sehr interessant sein.

Der Seven Sisters Country Park liegt auf unserem heutigen Weg nach Brighton. Die Sonne scheint und durch den kühlen Seewind  ist es im Vergleich zu den letzten 2 Tagen stark abgekühlt. An der Kreideküste machen wir eine schöne Wanderung an der Klippe entlang und der Ausblick ist fantastisch.

Seven Sisters Country Park (zum Vergrößern bitte anklicken)

In das zu unserer Überraschung sehr hügelig gelegene Seebad Brighton mit über 200.000 Einwohnern ist es nur ein kurzer Trip und schon gegen 13:00 Uhr fahren wir auf den einzigen Campingplatz der Stadt. Von hier aus können wir in 12 Minuten mit dem Doppeldeckerbus direkt in das Zentrum fahren. Inzwischen ist es wieder ein sehr schöner Tag geworden und wir schlendern durch die Straßen.

Allgegenwärtig ist der Royal Palace. Die ursprüngliche Villa wurde von 1815 - 1822 in den heutigen exotischen Prunkbau umgewandelt und erinnert sofort an Indien.

Brighton gefällt uns auf Anhieb. Viele interessante und urige Läden säumen die Straßen und bei dem schönen Wetter sind die vielen Cafes gut besucht.

Hauptsehenswürdigkeit ist Brighton Pier mit seinen vielen Fish & Chips Läden und den Fahrgeschäften an seinem Ende. Natürlich bummeln auch wir die Pier entlang und genießen den Blick auf das Meer.

Brighton Pier (zum Vergrößern bitte anklicken)

Der lange Strand besteht hier nicht aus Sand, sondern aus Kieselsteine, was den Spaziergang etwas mühselig macht.

Natürlich fiebert (fast) ganz England der Hochzeit entgegen, die in wenigen Tagen stattfindet. Natürlich wird dieses Ereignis auch kommerziell ausgenutzt.

Die nächste Etappe ist dann Durdle Door an der Küste.

13.05.18 - 16.05.18

 

Durdle Door liegt an der Küste und ist ein beliebtes Ausflugsziel. Wir haben dort einen Platz mit Meerblick bekommen und wandern später die Küste entlang. Der Himmel bewölkt sich und um 17:00 Uhr fängt es ordentlich an zu regnen.

Am nächsten Morgen ist es trocken, aber noch sehr kühl. Nicht weit entfernt befindet sich die Lulworth Cove, unser nächstes Ziel. Der große Parkplatz dort ist schon früh sehr gut belegt, die Gegend ist ein beliebtes Ausflugsziel.

Weymouth ist eine größere Stadt und dort machen wir einen längeren Rundgang mit anschließender Einkaufstour durch Aldi, den es hier wie Lidl auch sehr oft gibt. Weymouth hat mal wieder einen Sandstrand direkt in der City. Die Strände haben hier oft etwas von Disneyland - Zuckerwatte, Popcorn und diverse Fahrgeschäfte säumen die Promenade.

Die Fußgängerzone ist mal wieder ziemlich gut besucht und auch der Hafen mit seinen vielen Kneipen und Restaurants kommt gut an. Die alte Bausubstanz wurde erhalten und so wirkt die Gegend für uns recht sehenswert.

Auch mit dem Woodfarm-Campingplatz haben wir wieder eine gute Wahl getroffen. Die Anlage ist sehr schön und von unserem Platz haben wir einen schönen Blick.

 

Die nächste Etappe führt uns von dort nach St. Blazey, wo ein weiterer schöner Platz wartet. In das schöne Fischerdorf Fowey sind es nur knapp 8 km und vom Parkplatz geht es steil hinab in den kleinen Ort.

Unser Wohnmobil lassen wir auf dem Campingplatz und machen uns zu Fuß auf zum Eden Project. Fußgänger und Radfahrer haben es nicht leicht in England, denn auf den engen Straßen ist für diese Gruppe kein Platz vorhanden. Also heißt es Augen auf und den Autofahrern vertrauen.

Nach 20 Minuten erreichen wir das Eden Project. Früher gab es hier eine Kaolingrube (weiße Tonerde) und 2001 investierte man über 60 Millionen Pfund und errichtete die heute größte Sehenswürdigkeit Cornwalls. Der Eintritt ist hoch und 2 große Shops bzw. eine vielfältige Gastronomie sorgen für Umsatz. Hauptsehenswürdigkeit sind die 8 riesigen Kunststoffkuppeln, in denen tropische bzw. mediterrane Pflanzen zu sehen sind.

In der "Tropenkuppel" sind nicht nur die entsprechenden Pflanzen zu bewundern, auch die Temperatur mit extremer Luftfeuchtigkeit ist anstrengend. Also heißt es erst mal die Kamera aklimatisieren und auf geht es durch die Tropen.

Die Kuppeln mit der mediterranen Pflanzenwelt ist da klimatisch schon angenehmer, aber ebenso schön umgesetzt.

Auch das große Außengelände ist interessant angelegt und es gibt viel zu entdecken.

Unser nächster Übernachtungsplatz liegt nur 10 km entfernt und nach einer längeren Mittagspause fahren wir in das nur 4 km entfernte Mevagissey. Auch dieser Fischerort macht auf uns den Eindruck eines großen Freilichtmuseeums, irgendwie ist England eine andere Welt.

Vor allem die Liebe zu ihren Hunden fällt immer wieder auf. In Mevagissey kehren wir ein stilvolles Teehaus ein und am Eingang findet sich ein Willkommenschild für Hunde, Hundekekse und sorgfältig aufgerollte Handtücher inklusive, sollten die Vierbeiner einmal naß sein.

Ein weiteres Highlight in Cornwall ist der "Lost Garden of Heligans". Über 400 Jahre im Besitz der Familie Tremayne erlebte er Ende des 19 Jh. seine Blütezeit und verfiel dann in einen Dornröschenschlaf. Erst 1991 wurde er von Gartenhystoriker und Botaniker wieder zum Leben erweckt. Um 10 Uhr öffnet der Garten und wir waren unter den ersten Besuchern.

Ein Teil der Anlage nennt sich Dschungel und irgendwie scheint in diesem milden Klima Cornwalls alles zu wachsen.

Giants Head und die Mud Lady waren für uns die Highlights der Anlage und die lange Hängebrücke lud zum Schaukeln ein.

Immer wieder stehen wir staunend vor riesigen Rhododendronbäume mit ihrer bunten Blütenpracht in vielen Farben. Nach 2 Stunden verlassen wir den Garten, der uns sehr gefallen hat. 

 

Bei unserer Ankunft war der riesige Parkplatz leer, als wir abfahren stehen hunderte PKW und diverse Reisebusse in Reih und Glied. Was hier wohl am Wochenende in der Ferienzeit los sein muß?

Den Nachmittag verbringen wir auf dem schönen Campingplatz, es ist Waschtag.

 

Nur noch 3 Tage bis zum Ereignis des Jahres, nur die Landung von Außerirdischen vor dem Buckingham Palace kann das noch übertreffen - Harry & Meghan. Das Radio kann man kaum noch anmachen, es geht nur um das eine Thema.

 

Entweder feiern wir mit oder wir verstecken uns im Wald.

16.05.18 - 20.05.18

Erstmals weckt uns nicht die Sonne, sondern ein wolkenverhangener Himmel mit leichtem Nieselregen. Naja, wir sind ja schließlich in England. Die heutige Etappe führt uns in den äußersten Westen von Cornwall Richtung St. Ives.

Auf dem Weg dorthin machen wir noch einen kurzen Abstecher auf die kleine Insel St. Michael´s Mount, einem 70 m hohen Granitfelsen mit einer Klosterfestung, ähnlich dem großen Bruder Mont St. Michel in Frankreich. Seit 1660 war die Familie Aubyn Eigentümer und vermachte das Ganze 1954 dem National Trust (Denkmalbehörde).

Bei Ebbe ist die kleine Insel über einen Damm zu Fuß zu erreichen, sonst mit kleinen Booten. Wir hatten Glück und konnten den Damm benutzen.

Dann ging es erst einmal steil hinauf zu der Festung. Der Innenbereich war mittelmäßig interessant, große Teile werden noch von der Familie Aubyn bewohnt.

Natürlich gehörte früher zu einer Festung auch eine Kirche, die hier sehr schön ist.

Von den oberen Etagen der Festung hat man einen tollen Blick in alle Himmelsrichtungen. Der Wind wehte jedoch sehr stark und man mochte sich kaum über die Brüstung lehnen. Trotz des Wochentages (Mittwoch vormittag) und des nicht so guten Wetter war der Andrang nicht schlecht. Auch hier muß man nicht in der Hochsaison sein.

Den Nachmittag verbrachten wir auf einer ehemaligen Farm, heute ein großer Campingplatz in schöner Umgebung. Den Ausflug nach St. Ives verschoben wir auf den nächsten Tag.

St. Ives ist wohl einer der am meisten besuchten Orte in Cornwall. Wir konnten unser Wohnmobil auf dem Platz lassen und fuhren mit dem Bus direkt in das überschaubare Zentrum und liefen erst einmal durch die schmalen Gassen.

Die Gassen waren voller Bäckereien, Cafes, Restaurants und Souveniershops, jedoch machte alles noch einen netten Eindruck. Auch hier gibt es kaum Neubauten, alles wirkt sehr harmonisch.

St. Ives hat einige Buchten und in jeder findet sich ein wunderschöner Strand. Sogar einen eigenen Hundestrand gibt es, klein aber fein.

Für uns war aber der Hafen das Highlight. Der Tidenhub ist hier sehr stark und bei Ebbe läuft das Wasser sehr weit ab. Dann wird der Hafen zu einem riesigen Strand und man kann dort wunderschön umherlaufen und hat einen tollen Blick auf den Ort. Natürlich sind auch die Hundebesitzer unterwegs und die Vierbeiner freuen sich über den temporären Spielplatz.

 

Wir warten auf den Bus zurück und staunen nicht schlecht. Es ist der Busfahrer von heute morgen mit einem umgebauten Bus. Allerdings kein normaler Bus sondern ein Diskobus, den man wohl für besondere Anläße mieten kann. Mit dröhnendem Bass und lauter Musik fahren wir zurück zum Campingplatz und dann noch mit dem Wohnmobil 160 km Richtung Norden.

Am nächsten Tag durchfahren wir noch den Dartmoor-Nationalpark. Hier gibt es endlich mal keine endlos hohen Ecken an den Straßen sondern man hat freie Sicht.

An oder auf den Straßen begegnen uns viele Schafe und Ponys. Einige sind recht neugierig und beobachten uns interessiert, gute Möglichkeiten für ein paar Bilder.

 

Sind es nun Pferde oder Ponys im Dartmoor? Zumindest haben sie 4 Beine, alle bis zur Erde.

Über viele alte Brücken verlassen wir diese schöne Gegend und es steht uns eine lange Etappe bis nach Südwales bevor.

Auf der M5 Richtung Norden war richtig viel los und kurz hinte Bristol bogen wir ab Richtung Wales. Die lange Mautbrücke war passiert und wir waren am Ziel. Auf dem Pencelli Castle Caravan Park fühlen wir uns sofort wohl, wieder einmal ein wunderschöner Platz in toller ländlicher Umgebung.

Direkt am Campinglatz verläuft der Brecon-Kanal. Wie die Straßen ist auch dieser sehr schmal, aber sehr naturbelassen und alles ist grün ohne Ende. Wir laufen noch eine ganze Weile den Kanal entlang, auf dem wir einige Hausboote sehen. Diese sind sehr schmal, dafür aber auch sehr lang.

Das Wetter war heute wieder einmal sehr schön, Sonnenschein pur.

Bei schönstem Wetter fuhren wir durch den Brecon Beacons Nationalpark. Hier gibt es einige populäre Wanderwege und bei dem Wetter waren die Parkplätze hoffnungslos überfüllt und Menschenmassen drängten sich auf den Wegen. Da uns die Landschaft aber nicht sonderlich interessant erschien, hielten wir nur für eine kurze Pause.

Nächster Halt war dann der National Botanic Garden of Wales, wo es zu unserer Überraschung sehr leer war. Entweder sitzen heute alle vor dem Fernseher und schauen Hochzeit (Harry und Meghan) oder die Waliser sitzen an einem ihrer vielen Strände.

Die Gartenanlage ist schön angelegt und das Gewächshaus riesig.

Pflanzen sind immer schwer zu fotografieren, also gibt es hier nur ein paar schöne bunte Blüten zu sehen. Die Vielfalt in dem Gewächshaus ist beeindruckend und man kann eine ganze Zeit dort verbringen.

esonders gefallen hat uns das Schmetterlingshaus, obwohl die Anzahl der Schmetterlinge überschaubar war. Ein paar Aufnahmen sind trotzdem gelungen.

Den Nachmittag verbrachten wir dann mit lecker Eis, frischen Erdbeeren und Sahne auf dem Campingplatz. Das Wetter konnte kaum besser sein und endlich konnten wir einmal wieder unseren Sonnenschutz ausfahren.

21.05.18 - 22.05.18

Wales gefällt uns sehr und es gibt viel zu sehen, auch wenn es sich wiederholt. Der heutige Ausflug führt uns nach Tenby, einer Küstenstadt an der Pembrokeshire Küste. Ein Parkplatz ist schnell gefunden und über einen Hügel gelangen wir direkt in die überschaubare Innenstadt.

Von der oberen Promenade haben wir einen tollen Blick auf das Meer und auch Tenby zeigt sich farbenfroh, obwohl der Himmel leicht bedeckt ist.

Tenby (zum Vergrößern bitte anklicken)

Der Ort ist bekannt für seine bunten Häuser und auch uns gefällt es hier.

Heute ist Sonntag und die Geschäfte sind meistens von 10-16 Uhr geöffnet, für uns immer noch gewöhnungsbedürftig. Daher ist in der Innenstadt viel los und auch wir bummeln ein wenig umher.

Was bei uns die DLRG, ist in Großbritannien die Royal National Lifeboat Institution (RNLI). Auch hier in Tenby ist ein Rettungsboot stationiert und man kann es sich anschauen, zumindest von außen.

Nicht weit entfernt liegt Pembroke Castle, welches wir besuchen. Bis auf die gewaltigen Außenmauern ist innen nichts mehr erhalten geblieben.

Am nächsten Morgen ist es schon früh sehr warm und wir verlassen Wales Richtung Bath, unserem nächsten Ziel. Auf dem Weg machen wir noch einen Umweg über die Halbinsel Gower und laufen noch ein Stück die Küste entlang. Auch hier gibt es in fast jeder Bucht einen Strand, von 100 Meter bis 6 Meilen breit.

Eine Burg muß noch sein, in diesem Fall Caerphilly Castle im gleichnamigen Ort. Sie liegt mitten in der Stadt und der Anblick ist beeindruckend. Caerphilly ist die größte Burg in Wales und wurde im 13 Jh. gebaut.

Auch von innen ist die Burg zu besichtigen und vor allem die dicken Mauern sind sehenswert. Von oben hat man einen schönen Blick auf die Burg und die Stadt.

 

Diese Burg gefiel uns besonders gut und auch die Eintrittspreise betragen in Wales im Vergleich zu England nicht einmal die Hälfte.

Bristol haben wir dann schnell passiert und als wir auf dem kleinen Campingplatz ankommen, gibt es ein Gewitter und der erste kräftige Regen nach 2 Wochen prasselt hinab. Nach einer Stunde ist alles vorbei und die Aussichten für den morgigen Ausflug in die Stadt Bath sind sehr gut.

Bei schönstem Sommerwetter (wer sagt eigentlich, daß es in England häufig regnet) fahren wir mit dem Doppeldeckerbus am nächsten Tag nach Bath. Das touristische Zentrum ist nicht besonders groß und so schlendern wir ziellos durch die schöne Innenstadt. Alles ist sehr gut erhalten und Souvenierläden gibt es reichlich.

Mittelpunkt der Stadt ist die spätgotische Abteikirche Bath Abbey. Gegen eine Spende kann man sie besuchen, auch wir sind dabei.

Gisela hat keine Lust auf 260 Stufen Treppe, also muß ich alleine hinauf. Es geht über ein Dach und durch den Glockenturm bis nach oben hinauf mit einem schönen Blick auf Bath.

Inzwischen ist es richtig heiß geworden und wir kommen ordentlich ins Schwitzen. Soviele Reisegruppen wie hier haben wir im ganzen Urlaub nicht gesehen und die Stadt füllt sich.

 

Wir machen eine Mittagspause und wandern weiter durch Bath.

Mit dem Doppeldeckerbus fahren wir zurück zum Platz und sind von der vielen Lauferei und der Sonne müde.

 

Morgen geht es dann auf den Stellplatz in Walton-on-Thames, unserem Ausganspunkt für den Besuch von London,

23.05.18

Richtung London wird der Verkehr dann dichter und wir passieren Windsor. Hier verlassen wir die Autobahn und machen einen Abstecher nach Windsor Castle, der bescheidenen privaten Residenz der Queen (der Buckingham Palace ist dagegen der Arbeitsplatz). Windsor Castle ist seit 900 Jahren Residenz der königlichen Familie und schon aus großer Entfernung sieht man die gewaltige Anlage.

Was man auch sieht ist der gigantische Kommerz und uns war gar nicht bewußt, was für ein Wirtschaftsfaktor das Königshaus darstellt. Bus an Bus lädt seine Touristengruppen aus aller Welt auf dem riesigen Busparkplatz aus und durch ein Spalier von Andenkenläden (99,999 % Kitsch) und Futterbuden geht es zum Eingang von Windsor Castle. Alles ist unglaublich gut organisiert um die Massen schnell durch die Anlage zu schleusen.

Mit 20 Pfund p.P. sind auch wir dabei und erkunden die Anlage. Alles wirkt sehr gepflegt und man läuft praktisch wie durch eine kleine Stadt. Die Queen ist heute nicht im Haus, also dürfen auch die bei Anwesenheit geschlossenen Bereiche (zumindest ein Teil) besichtigt werden. Leider ist fotografieren streng verboten, aber die Pracht ist ungeschreiblich. Vor allem die vielen jahrhundertalten Geschenke an das Königshaus beeindrucken und der Wert muß sehr hoch sein. Aber außen darf man Fotos machen, hier ein paar davon.

Auch in der Schloßanlage geht der Kommerz weiter und neben etwas hochwertigeren Andenken gibt es auch Eis von der königlichen Farm (haben wir aber verschmäht). Die berühmten Wachsoldaten mit (leider) echten Schwarzbärenmützen sieht man ebenso, heute aber mit moderner Bewaffnung

Nun fahren wir aber endgültig auf unseren Stellplatz und hoffen, die Umweltzone zu umfahren. Unser Platz liegt knapp außerhalb, aber es gibt mehrere Anfahrten, die zum Teil durch die Zone führen und das könnte sehr teuer werden.

Der Platz ist gut belegt und liegt wunderschön im Grünen. Sanitäranlagen gibt es nicht, aber man hat ja alles dabei. Strom und Wasser sind jedoch vorhanden.

23.05.18 - 27.05.18

 

Seit gestern sind wir wieder in der Heimat und Temperaturen von 32 Grad haben wir nicht unbedingt erwartet. In London hatten wir noch einmal großes Glück mit dem Wetter, kaum Regen und die Temperaturen lagen bei angenehmen 24 Grad.

 

In London kamen unsere Sohlen noch einmal zum Glühen und wir legten einige Meilen zu Fuß zurück.

 

Am ersten Tag fuhren wir bis zur Waterloo Station und es war gewaltig viel los in London. Den Anfang machte das bekannte Riesenrad London Eye.

Man hat das Gefühl, das London eine gigantische Baugrube ist. Kräne bestimmen das Bild und es wird gebaut und gebaut. Vom Big Ben war nur noch die Uhr zu sehen und der Rest ordentlich eingepackt.

So viele Touristen haben wir nicht erwartet. Die Innenstadt war proppevoll und überall herrscht ein großes Gedränge. Das man auch eine gut gefüllte Brieftasche dabei haben sollte, versteht sich von selbst, denn London gehört zu den teuersten Städten.

Wer kauft eigentlich in den ganzen Geschäften ein? Uns kamen die Preise extrem überteuert vor und nur im Legogeschäft bzw. im M&M-Shop drehten wir eine Extrarunde.

Der unglaubliche Trubel ging uns schon nach dem ersten Tag auf den Zeiger und so fuhren wir am nächsten Tag in das etwas außerhalb liegende Greenwich. Schon früh waren wir dort und die Geschäfte sahen aus wie in der Innenstadt, Souveniere ohne Ende. Also liegen wir etwas planlos durch die Straßen, gönnten uns ein Mittagessen und inzwischen war auch hier der Bär los (in Form von vielen Touristen).

Die Fahrt auf der Themse bis zur London Bridge war dann sehr schön und man hatte einen schönen Blick auf die Docklands. Früher standen hier Lagerhäuser, heute ist die Gegend sehr beliebt und auch hier herrscht eine beeindruckende Bautätigkeit.

 

Gefallen hat uns, wie man hier die alten Lagerhäuser in schöne (teuere) Wohnblocks umgebaut hat. Natürlich gibt es auch Neubauten, aber der Mix gefällt.

An der Tower Bridge stiegen wir aus und kämpften uns durch die unendlichen Tourgruppen. Knapp 32 Euro p.P. inkl. langes Schlange stehen für einen kurzen Blick auf die Kronjuwelen, London macht es möglich. Wir verließen diesen Ort ohne Besichtigung und liefen über die Tower Bridge auf die andere Seite.

Durch Zufall gelangten wir auf den Bourough Market. Unter den Hochgleisen der Hochbahn wurde jeder Winkel für verschiedene Stände ausgenutzt.

An der Themse entlang führt ein schöner Weg und überall gibt es etwas zu entdecken. Man kann sicher noch einige Tage in London verbringen, aber die Menschenmengen und die Lauferei sind anstrengend.

Der Royal Botanic Garden in Kew, etwas außerhalb Londons, war unser Ziel für Tag 3. Leider war es schon früh sehr heiß und mit der Ruhe war es so eine Sache, denn es war Sonntag und halb London stand vor den Ticketschaltern Schlange. Irgendwann waren wir dann in der riesigen Anlage und sahen uns einen kleinen Teil an, für mehr reichte die Energie nicht mehr.

Auf dem Rückweg Richtung Waterloo Station war an der Themse kaum ein durchkommen. Wir machten noch ein paar Bilder von Straßenkünstlern, dann ging es mit dem Zug zurück Richtung Campingplatz.

Am nächsten Tag verließen wir London und machten uns auf zur Fähre von Dover nach Calais. In Belgien gerieten wir in ein beeindruckendes Unwetter mit extremen Hagel und Starkregen und in Holland gab es einen langen Stau.

 

Irgendwann war es geschafft und Fussel (Nachbars Katze) begrüßte uns schon an der Auffahrt.

 

Fazit: Das Wetter war sehr gut, kaum Regen und viel Sonne. Die Engländer sind sehr nett und man kann sie vor allem sehr gut verstehen (im Vergleich zu US-Texanern).  Die meisten Pluspunkte bekommen die wunderschönen Campingplätze. Jeder hatte seinen Charme und die Preise sind ausnahmsweise angenehm fair.

 

Sehenswürdigkeiten gibt es viele, doch die Eintrittspreise sind oft viel zu hoch und die Parkplatzsuche mit einem Wohnmobil kann viel Zeit und Geld kosten.

 

Südengland ist schön und eine Reise dorthin lohnenswert.