Frankreich - Normandie, Bretagne


08.09.15-13.09.15

 

Auf geht´s nach Frankreich.

 

Endlich ging es los auf die erste Etappe nach Zwolle in Holland. Der Ort macht einen netten Eindruck, aber wir wollen ja nach Frankreich, also blieben wir nur eine Nacht. Auch Belgien ist schnell durchquert und bald sind wir in Nord-Frankreich.

Die erste Stadt Lille umfahren wir weiträumig, man muß sich den Stadtverkehr in Frankreich nicht gleich am ersten Tag antun. Eines fällt uns jedoch schon nach wenigen km auf - es gibt hier Campingmöglichkeiten ohne Ende. Die erste Nacht verbringen wir in dem kleinen Ort Arques. Wir stehen hier an einem großen See direkt am Wald und zahlen nur 3,50 Euro für die Nacht, Duschen können wir auf dem benachbartem Campingplatz.

 

Im Ort gibt es nicht wirklich viel zu sehen, aber erste Eindrücke werden gesammelt. Am nächsten Morgen die erste Überraschung. Wir stehen mit 6 anderen Wohnmobilen und es kommt ein kleiner Lieferwagen und verkauft - na klar, frische Baguettes. Wenn das kein Service ist.

Frisch gestärkt fahren wir Richtung Calais und müssen auf dem Weg einen französichen Aldi "besichtigen". Die nächste Überraschung, es gibt dort richtig leckeren Käse und das auch noch recht günstig. Auch die Preise für Diesel an den Tankstellen sind um einige Cent günstiger als in Deutschland - so kann es weitergehen.

In Saint-Omer machen wir den ersten längeren Stadtbummel und sind erstaunt über die vielen vielen Cafes und Restaurants. Die Kathedrale von Saint-Omer ist beeindruckend und wir besichtigen sie in aller Ruhe.

Weiter geht es Richtung Calais. Die geschäftige Hafenstadt lassen wir rechts liegen und fahren an die sog. Opalküste. Schon hier fallen uns überall Bunker auf, Reste aus dunklen Zeiten.

Der Blick von den hohen Klippen ist schön und man sieht die Küste von England. Trotz Tunnel fährt alle 30 Minuten eine Fähre und bringt die Engländer zum Shoppen nach Frankreich. Mit 20 Millionen Fahrgästen ist Calais der zweitgrößte Passagierhafen der Welt.

Entlang der Küste geht es auf schönen Nebenstrecken nach Boulogne-Sur-Mer. Auch hier übernachten wir fast am Meer und machen einen kleinen Strandspaziergang. Es ist bereits Nebensaison, trotzdem ist noch einiges los.

Unterwegs stoppen wir an einem Soldatenfriedhof aus dem ersten Weltkrieg. Es ist beeindruckend, welche Mühe man sich mit der Pflege der großen Anlage gibt. Knapp 11.000 Soldaten sind alleine hier begraben, davon über 8000 Engländer. Von diesen Friedhöfen gibt es viele in Frankreich.

In Le Tréport finden wir einen wunderschönen Stellplatz hoch oben auf den Klippen. Es gibt sogar eine kleine Gondelbahn, die kostenlos direkt in den Ort fährt. So spart man sich jedesmal 350 Stufen (one-Way).


Die unendlich vielen Fischrestaurants sind bei Franzosen sehr beliebt, es ist der dichteste Strand für die Bewohner aus Paris.

Der Nachbarort Mers-les-Bains liegt gleich nebenan und ist einen Spaziergang wert. Es gibt hier nur einen Steinstrand, trotzdem ist der kleine Ort recht nett und vor allem die alten Speicherhäuser sind beeindruckend.

Eigentlich wollten wir bis nach Le Havre fahren, sind jedoch in dem schönen Ort Fécamp "hängengeblieben". Direkt im Ort am Yachthafen kann man kostenlos mit dem Wohnmobile übernachten. Nicht nur wir bleiben, es stehen am Abend mindestens 80 Wohnmobile verteilt auf 3 Plätze herum.

Tagsüber bummeln wir umher, genießen die Sonne und besichtigen das Palais Bénédictine. In diesem wunderschönen Palais wurde der berühmte (ok, wir kannten ihn nicht) Kräuterlikör "Bénédictine" 1510 erfunden. Noch heute wird er hier gebraut und unser Geschmacksurteil war positiv.

Man darf sogar einen Blick in die Brennerei werfen.

Leider ist die Wettervorhersage nicht besonders gut. Bisher war das Wetter traumhaft, die nächsten 2 Tage soll es aber ordentlich regnen. So lassen wir es heute (ist ja auch Sonntag) ruhig angehen.

14.09.15-17.09.15


Bei strömenden Regen ging es weiter Richtung Westen und die Wettervorhersage wurde immer schlechter. Le Havre ließen wir aus und es ging Richtung Honfleur. Auf dem Stellplatz kann man für 11 Euro übernachten, Strom und Frischwasser inklusive. Es ist Platz für 140 Wohnmobile und gegen 12:30 Uhr war kaum noch ein Platz zu bekommen. Wir hatten doppeltes Glück - es gab noch einen Platz (mit Stromanschluß) und der Regen hörte erst einmal auf.

Spontan spazierten wir in den nur wenige hundert Meter entfernten Ortskern und waren begeistert von der Kulisse. Die Stadt gleicht einem Freilichtmuseum und es herrschte ein emsiges Treiben. Unzählige Restaurants luden zum Essen ein und es viele kleine Geschäfte in den Gassen. Die alten Speicherhäuser sind schön restauriert und viele gut betuchte Pariser haben hier ein Zweitdomizil.

Neben Baguettes werden an gefühlt jeder Ecke Crépes angeboten. Wir probieren einen mit Nutella und sind geteilter Meinung: Lecker - viel zu süß. Den überall angebotenen Calvados bzw. Cidre ersparen wir uns. Die Franzosen stehen scheinbar darauf und kaufen wie verrückt ein.

Honfleur ist bisher der schönste Ort auf unserer Tour und es gibt viel zu Entdecken. Daher hier noch ein paar Eindrücke.

Dann kam der lange Abschnitt der Landung der alliierten Streitkräfte in der Normandie.

Los ging es am Juno Beach. Hier landeten die kanadischen Einheiten am 06.06.1944. Es gibt hier neben Bunker ein großes Museeum, welches die 40.000 gefallenen kanadischen Soldaten ehrt.

Nächste Station der historischen Route war Arromanches-les-Bains. Hier wurden damals 115 Betonriegel á 7000 Tonnen im Meer verankert. Sie bildeten das Fundament für einen künstlichen Hafen und bei Ebbe sind sie noch gut zu sehen. Innerhalb von 100 Tagen wurden
hier 2,5 Millionen Soldaten, eine halbe Million Fahrzeuge und 4 Millionen Tonnen Ausrüstung an Land gebracht. Auch hier gibt es natürlich ein großes Museum und viele Läden, die "2.Weltkrieg-Ramsch" verkaufen.

Der wohl bekannteste Strandabschnitt der Landung ist der Omaha-Beach, auch hier ein Museum und Souvenierläden. Wir sind etwas irritiert über die doch sehr umfangreiche Vermarktung.

Es gibt hier diverse Soldatenfriedhöfe, wir besuchen den der Amerikaner am Omaha Beach. Der Friedhof ist 70 Hektar groß und wunderschön in einer Parklandschaft angelegt. Durch eine Ausstellungshalle geht man zuerst an einen Aussichtspunkt und hat einen Blick von oben auf den Omaha-Beach, an dem die Amerikaner landeten.

 

Wenig später steht man dann vor dem Friedhof und der Anblick von knapp 10.000 ausgerichteter weißer Kreuze macht sprachlos.

Das Cape du Hoc ist für uns der letzte Punkt der Landungsroute. Hier gab es eine stark umkämpfte Geschützstellung.

Noch ein paar letzte Schnappschüsse der Landung, u.a. von dem bekannten Fallschirmspringer, der beim Absprung an der Kirche in Sainte-Mére-Église "hängenblieb", aber überlebte.

In Gatteville-le-Phare übernachten wir in Sichtweite eines 80 Meter hohen Leuchtturms. Die Nacht wird stürmisch und es regnet ohne Pause.

Weiter ging es bei sehr wechselhaftem Wetter Richtung Bretagne. Unser nächstes Ziel ist die kleine Insel Le Mont-Saint-Michel.

 

18.09.15-23.09.15


Eigentlich wollten wir die Halbinsel um Cherbourg noch etwas erkunden, aber eine undurchdringliche Regenwand hielt uns davon ab. Also Planänderung und auf Richtung Avranches weiter im Süden.

In Coutances machten wir noch einen kleinen Stadtbummel. Irgendwie sind die Orte hier in Frankreich sehr lebendig und es gibt viele kleine Läden, nicht immer die gleichen Ketten wie bei uns. Der Mittelpunkt ist meistens eine große Kirche/Kathedrale, hier waren es gleich 3.

Granville wollten wir eigentlich nur kurz besuchen, sind dann aber doch für eine Nacht geblieben. Auf einer höher gelegenen Landzunge gibt es einen schönen Stellplatz und der Ort ist über einen schönen Weg gut zu erreichen. Auch dieser Stellplatz war am späten Nachmittag voll, irgendwie sind immer noch viele Wohnmobile unterwegs.

Die Sonne war nun wieder häufiger zu sehen und wir fuhren Richtung Mont-St-Michel, eine der größten Sehenswürdigkeiten Frankreichs. Der Weg dorthin ist im Umkreis von gefühlt 100 km so gut ausgeschildert, verfahren kann man sich nicht.

Es gibt diverse Stellplätze, unser lag ca. 3 km vom St-Michel entfernt. Am Abend machten wir noch einen Spaziergang zu einem Aussichtspunkt und hatten so einen ersten Blick auf die kleine Insel. Die vielen Hotels und Restaurants vor der Zufahrt zur Insel ließen erahnen, was hier in der Hochsaison los ist. Pro Tag drängeln sich dann bis zu 25.000 Besucher in der schmalen Gasse und der Kathedrale.

Die Japaner sind los. Diesen Eindruck hatten wir am nächsten Tag bei unserem Besuch des Mont-St-Michel. Überall Reisegruppen aus Asien, meistens Japaner. Wahrscheinlich gehört diese Sehenswürdigkeit zu den Highlights einer japanischen Europareise.

Ein kostenloser Shuttle-Bus bringt uns über die 1,6 km lange Brücke zum Eingang und so früh am Morgen ist noch nicht viel los. Wir bummeln umher und genießen die Aussicht von den gewaltigen Mauern der Festung.

Langsam nähern wir uns der Abtei, die sich über 3 Etagen erstreckt. Der Eintritt ist heute frei, Frankreich gefällt uns immer besser. Durch die Abtei schlängelt sich der Besucherstrom und es sind viele Treppen zu bewältigen. Die Geschichte des Mont-St-Michel begann im Jahre 708 und zieht sich über mehrere Jahrhunderte hin, ein gewaltiger Bau.

Zurück geht es durch die enge Gasse, die inzwischen doch recht voll ist. Restaurant an Restaurant, Souvenierladen an Souvenierladen, aber trotzdem eine schöne Atmosphäre. Das Wetter ist inzwischen sehr gut, mehr kann man nicht erwarten.

Hier noch ein paar Schnappschüsse.

Vom Aussichtspunkt genießen wir einen langen letzten Blick auf den Mont-St-Michel und verlassen dann die Gegend.

Unser nächste Ziel, die ehemalige Kosarenstadt Saint-Malo.

24.09.15-28.09.15

 

An der Küste war der Bär los und wir zweifelten, ob wir schon in der Nachsaison sind. Auf der Küstenstraße drängten sich die Autos und die Restaurants waren voll.

In Rotheneuf, einem Vorort von Saint-Malo, fanden wir noch einen der letzten freien Stellplätze. Das Wetter war top und zu unserer Überraschung baute eine Franzose seinen "Moules + Frites" Stand auf, das sind die hier so beliebten Miesmuscheln mit Pommes. Wir bestellten unsere Portion zu 19:00 Uhr und die Portion war riesig. Es schmeckte uns sehr gut, braucht man aber nicht jeden Tag. Die Franzosen könnten nach unserem Eindruck davon Leben. Überhaupt steht Fisch ganz oben auf ihrem Speiseplan.

Direkt in der Nähe des Camingplatz gibt es noch die sog. Rocher-Skulpturen, in die Felsen geschlagenen Skulpturen. Muß man nicht gesehen haben, war aber ein netter Spaziergang an der Küste entlang.

Am nächsten Morgen fuhren wir nach Saint-Malo und fanden in einer Nebenstraße einen Platz für unser Wohnmobil. Es ist nicht immer leicht, einen Parkplatz zu finden, da viele Parkplätze an der Einfahrt eine Höhenbegrenzung von knapp 2 Meter haben. Alles was höher ist, bleibt hängen.

Die Altstadt ist noch wie zu Kosarenzeiten von einer beeindruckenden Mauer umschlossen und wir drehten eine Runde in luftiger Höhe mit schöner Aussicht. Innerhalb der Mauern natürlich Restaurants ohne Ende.

Es gibt unendlich viele Zufahrten an die Küste, oft sind diese aber sehr eng und man hat permanent das Gefühl, sich verfahren zu haben. Es geht auf schmalen einspurigen Straßen mitten durch die Maisfelder und plötzlich steht man an der Küste.

In Pors-Hir hielten wir uns länger auf und genoßen den einsamen Küstenabschnitt. Natürlich wehte auch hier ein starker Wind, doch mit der Sonne war es ganz angenehm dort.

Etwas weiter in Le Gouffre fanden wir dann ein zwischen den Felsen gebaute Steinhäuschen, welches wir schon oft in Kalendern gesehen haben. Es ist wirklich sehr urig, man kommt leider nicht dichter heran.

Es gibt hier in der Normandie bzw. Bretagne nicht die ganz großen landschaftlichen Höhepunkte, aber das Reisen ist sehr entspannend. Wir legen oft nur kurze Strecken zurück und fahren im Vergleich zu früheren Reisen nur wenige km. Stellplätze finden sich überall und billiger wie in Frankreich haben wir noch nie übernachtet. Im Schnitt zahlten wir bisher unter 5 Euro die Nacht. Auf richtigen Campingplätzen ist es natürlich wesentlich teuerer, aber da wir alles an Bord haben, benötigen wir diese nicht.
   
Das Wetter war inzwischen sehr gut, kein Regen und die Sonne schien den ganzen Tag. Einen weiteren Abstecher machten wir zum Pointe de Penhir. Auch hier eine steile und überwiegend felsige Küste mit schönen Strandabschnitten und natürlich einer riesigen Bunkeranlage aus dem 2. Weltkrieg. Brest liegt gleich um die Ecke und war schwer umkämpft.

In Quiberon besuchten wir noch die alte Festungsmauer, auch hier alles in fester Hand von Restaurants und Souvenierläden. Der "schönste Strand Europas" (Eigenwerbung) in La Baule war einen längeren Spaziergang wert. Der Strand ist 7 km lang und wirklich schön, am Ufer Appartementhäuser ohne Ende. Was hier wohl in der Hauptsaison los ist.

Der Weg auf die Insel Ile De Noirmoutier ist originell. Es gibt zwar eine Brücke, aber bei Ebbe auch die knapp 5,5 km lange "Passage du Gois". Es ist mehr eine gut befestigte schmale Piste durch das Watt. Hunderte von Franzosen gingen hier (wie überall an der Küste) ihrem Lieblingshobby nach, Muscheln und Schnecken sammeln. Das es überhaupt noch was zum Sammeln gibt, wundert uns.

Auf der Insel fanden wir einen schönen Platz, hier waren wir die einzigen Ausländer. Die Franzosen waren beschäftigt mit..., na klar, Muscheln und Schnecken essen. Bei uns gab es Bratkaroffeln mit Rührei. Den Appetit holten wir uns wieder mal bei einem langen Strandspaziergang.

Hier noch diverse Schnappschüsse.

Dann verließen wir nach knapp 18 Tagen die Küste und machten uns auf den Weg in das Loire-Tal. Entlang der Loire gibt es knapp 600 Schlösser und Burgen, alle werden wir wohl nicht finden.

29.09.15-02.10.15


Landeinwärts ging es Richtung Villandry. Die Straßen sind zum Teil recht eng und in den kleinen Orten hat man oft das Gefühl, gegen eine Mauer zu fahren oder eine Dachrinne zu streifen. Es herrscht wenig Verkehr, wahrscheinlich halten sich viele an der Küste auf.

Dann erreichen wir die Loire, mit 1012 km der längste Fluß Frankreichs. In den letzten Tagen hatten wir uns schon 4 Schlösser ausgesucht, die wir in jedem Fall besuchen wollen, es gibt einfach zu viele davon und der Eintritt ist relativ hoch.

Dann erreichen wir Villandry und finden direkt vor dem Schloß einen kostenlosen schönen Stellplatz für die Nacht. Am nächsten Morgen besuchen wir dann das Schloß, welches für seinen großen Renaissancegarten bekannt ist.

Nach einem Rundgang durch das Innere sehen wir vom Dach den Garten in seiner ganzen Pracht. Die Geometrie aus Kraut und Rüben ist überwältigend. Kürbisse, Sellerie, Kohl, Wurzeln..., alles ist streng geometrisch angeordnet.

Nach so viel Kraut und Rüben fahren wir gegen Mittag weiter der Loire entlang Richtung Westen. Unser nächstes Ziel ist das Wasserschloß Chenonceau. Auch dieses Schloß hat eine lange Vergangenheit und wird als Schloß der Frauen bezeichnet, da es überwiegend von Frauen besessen und gestaltet wurde. Das Schloß war 1547 u.a. ein Geschenk des König Heinrich II an seine Geliebte.

Hier gibt es nicht mehr ganz so viel Garten, dafür ist die Lage wunderschön. Es sind doch einige Touristen hier, in der Hauptsaison tanzt hier sicher der Bär.

Innen beeindrucken die vielen großen Kamine und die großen Räume mit ihren hohen Decken. Die Stofftapeten sind für unseren Geschmack etwas zu bunt.

Die kleine Stadt Amboise fahren wir eher zufällig an. Da wir schnell einen Parkplatz finden, entscheiden wir uns spontan zu einem Rundgang durch engen Gassen. Die Schwierigkeit, in den größeren Städten einen Parkplatz zu finden ist ein Grund, das wir größere Städte bisher links liegen gelassen haben.

Natürlich gibt es auch in Amboise ein Schloss, hier sogar inmitten der Stadt. Die Bauarbeiten begann 1492 und von unten betrachtet sieht das Schloß beeindruckend aus, also ist ein Besuch fällig.

Besonders schön liegt die Kirche hoch oben auf einem Felsvorsprung. Von innen sehen die Schösser doch recht ähnlich aus, allerdings ist dieses Schloss sehr verwinkelt.

Heute hatten wir erstmals Schwierigkeiten, einen vernünftigen Platz für die Nacht zu finden. Daher fahren wir etwas länger und finden mitten in Blois einen Stellplatz nur für Wohnmobile. Da die Altstadt direkt vor der Tür liegt, machen wir uns am nächsten Morgen auf zu einem kleinen Stadtrundgang. Die Nächte sind inzwischen recht kühl (3 Grad) und nur langsam erwärmt die Sonne die engen Gassen.

Kirchen gehören in Frankreich dazu. Die schöne Kirche Saint-Nicolas ist daher ebenfalls einen Besuch wert.

Dann geht es zum Schloss der Schlösser, nach Chambord. Mit über 800.000 Besuchern ist es eines der bekanntesten Schlösser. Die Größe ist beeindruckend: 440 Räume, 70 Treppen und 365 Kamine (trotzdem war es damals sehr kalt in den großen hohen Räumen). Der dazugehörige Park umfaßt 5433 Hektar und ist heute Jagdgebiet des Präsidenten.

Auch von innen ist das Schloß beeindruckend. Die großen Treppen, die sehr hohen Decken, die großen Räume..., es wurde damals nicht gespart. König Franz I. verbrachte nur 19 Tage in dem Schloß, dann starb er. Erst Ludwig XIV setzte die Bauarbeiten fort und nutzte es als Jagdschloss.

Dann hatten wir erst einmal genug von Schlössern und überlegten die weitere Route. Paris lag nur verlockende 150 km entfernt, aber der Gedanke an den dortigen Autoverkehr war abschreckend genug. Außerdem gibt es in oder bei Paris keinen Stellplatz. So ging es Richtung Briare, einer kleinen Stadt an der Loire.

03.10.15 - 06.10.15


Briare hat uns richtig gut gefallen. Wir fanden einen netten Stellplatz im Grünen direkt an der Loire. Der Ort hat keine 6000 Einwohner und man hat das Gefühl, irgendwie immer am Wasser zu sein. Grund ist der 662 m lange Canal de Briare, der die Loire in luftiger Höhe überquert. Unter Mitwirkung der Firma von Gustav Eiffel wurde der Kanal 1896 eröffnet.

Weiter ging es in Richtung Champagne. Uns hat die riesige Anbaufläche fast umgehauen. Endlos ging es durch die Weinberge und uns war gar nicht bewußt, welche Mengen Champagner hergestellt werden (der Name ist geschützt und auf ein bestimmtes Gebiet beschränkt). Pro Jahr werden 385 Millionen Flaschen Champagner hergestellt und aufgrund der langen Gärzeit in der Flasche lagern Schätzungen zufolge 1,5 Milliarden Flaschen in den Kellern der Hersteller.

In Èpernay haben einige der großen Champagnerfirmen ihren Sitz, u.a. Moët & Chandon. Der Firmensitz sieht sehr beeindruckend aus und auch der Verkaufsraum macht etwas her.  Die Gänge der Kreidekeller in Épernay zur Lagerung erstrecken sich über etwa 28 km.

Dann war die Frankreich-Rundfahrt fast schon beendet. Das Wetter war in den letzten Tagen sehr schön, die Aussichten aber eher trüb. Daher beschlossen wir, die Reise hier zu beenden und über Belgien und Holland Richtung Heimat zu fahren.


Obwohl die spektakulären Landschaften fehlen, hat Frankreich uns sehr gut gefallen. Es ist mit dem Wohnmobil einfach zu bereisen und wir empfanden das Land als recht günstig. Vor allem Käse- und Weinliebhaber kommen auf ihre Kosten und Plätze zum Übernachten findet man fast überall.


Hier noch die letzten Schnappschüsse unserer Reise.