Italien


Italien ist das Ziel unserer Frühlingstour 2016. Über Hagen (jemanden besuchen) fahren wir nach Luxemburg. Von dort geht es durch Frankreich nach Chamonix, dem Ausgangspunkt für den Mont Blanc. Wenn das Wetter mitspielt, wollen wir mit der Gondelbahn hinauf und das Bergpanorama genießen.

 

Nach der Durchfahrt des Mont-Blanc-Tunnel sind wir auch schon in Italien. Unser Hauptziel dort ist Ligurien mit seiner hoffentlich schönen Küste. Je nach Zeit und Wetterlage machen wir vorher einen Abstecher Richtung Monaco und Côte d’Azur. Natürlich stehen auch Pisa, Florenz und Venedig auf dem Programm.

 

Die Rückfahrt ist über den Brenner und München geplant. Abfahrt ist der 09.04.16

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09.04.16-11.04.16

 

Unsere erste Station war Hagen/Westfalen. Dort verbrachten wir einen netten Abend und fuhren am nächsten Tag nach Luxemburg. In Vianden blieben wir für eine Nacht. Der Ort liegt gleich hinter der Grenze und ist einer der Touristenorte in Luxemburg.

Vianden besteht eigentlich nur aus einer Hauptstraße und einer Burg. Auch wir fühlten uns von ihr angezogen und machten uns auf den Weg. Bei Sonnenschein mußten wir uns erst einmal an die ungewohnte Steigung gewöhnen.

Natürlich kann die Burg auch von innen besichtigt werden.

Es ist unsere dritte Tour im eigenen Wohnmobil und wir haben uns bereits am zweiten Tag wieder an unser rollendes Heim gewöhnt. Von Vianden fuhren wir nach Luxemburg Stadt. Es waren nur 60 km, überwiegend enge Straßen und zu unserer Überraschung wenig Verkehr. Wir suchten uns einen Campingplatz etwas außerhalb und fuhren mit dem Bus in die Stadt.

 

Die Stadt Luxemburg hat nur ca. 115.000 Einwohner, wirkt aber sehr geschäftigt. Besonders aufregend ist die Stadt nicht und wir bummelten ohne Ziel für 3 Stunden durch die Innenstadt.

In der City fielen uns neben den bekannten Läden auch die hochpreisigen Geschäfte auf. Ob Schmuck, Uhren, Handttaschen..., alles was teuer ist, kann man hier kaufen.

Luxemburg (zum Vergrößern bitte anklicken)

Natürlich dürfen Kirchen auch in diesem Urlaub nicht fehlen. Die Cathédrale Notre-Dame liegt mitten in der Stadt und man kann sie gar nicht verfehlen.

Damit ist unser kurzer Abstecher nach Luxemburg auch schon beendet, denn unser eigentliches Reiseziel, Ligurien in Italien, ist noch ein gutes Stück entfernt. Morgen wird der Tank noch gefüllt und ab geht es nach Frankreich. Bis dorthin sind es nur noch wenige Kilometer.

12.04.16-16.04.16

Von Luxemburg war es nur ein kurzes Stück bis nach Frankreich. Vorher mußten wir natürlich noch volltanken, denn wo bekommt man Diesel für 0,844 Euro/Liter. Eine lange Etappe durch Frankreich lag vor uns und es wurde sehr regnerisch. An der Mosel machten wir einen ersten Zwischenstopp, bevor es weiter Richtung Chamonix ging. Am nächsten Tage waren Starkregen und Hagelschauer so heftig, das wir einen weiteren Stop einlegten.

Die Wettervorhersage für die Alpen war nicht besonders gut, optimistisch fuhren wir trotzdem nach Samoens und sahen dort die ersten schneebedeckten Berge, auf die wir natürlich mit einer Gondelbahn hinauf wollten. Zuerst machten wir einen kleinen Bummel durch den Ort.

Bei strahlend blauem Himmel wollten wir mit der Gondel auf das Grand Massif hinauf. Die Schalter waren geschlossen, man konnte nur noch hinab fahren. Der nette Mann am Steuerpult sah unsere traurigen Gesichter und ließ uns wie selbstverständlich hinein und so konnten wir kostenlos auf 2000 m hinauf. Der Blick war traumhaft und so unerwartet im Schnee herumzulaufen macht einfach Spaß. Die Nacht verbrachten wir einsam auf dem großen Parkplatz vor der Gondelbahn.

Auf dem Grand Massif (zum Vergrößern bitte anklicken)

Am nächsten Tag war das Wetter wechselhaft und die Sonne war erst einmal verschwunden. Wir machten uns auf die kurze Strecke nach Chamonix am Mont Blanc. Auch dort war es bewölkt und der Mont Blanc zeigte sich nicht. Da es trocken war, unternahmen wir einen Bummel durch Chamonix. Es war einiges los und die Stadt gefiel uns sehr. Was hier wohl im Winter los ist?

Nur wenige Kilometer weiter beginnt der Mont Blanc Tunnel, der schnellste Weg nach Italien. Bis hier haben wir in Frankreich keine Maut gezahlt, die knapp 12 km durch den Tunnel kosteten dafür schlappe  57,60 Euro für die einfache Fahrt.

In Italien begrüßten uns dann Regen und Nebel und auch hier mieden wir die Mautstraße. Nervig waren die ewigen Wechsel der erlaubten Geschwindigkeiten und unendlich viele Kreisverkehre. Zwischen 30, 40, 50, 60, 70, 80 und 90 KM wechselte es permanent und oft nur für wenige Meter. Wir haben uns brav daran gehalten, den meisten Italienern war es egal.

 

Das Wetter klarte auf und in Aymavilles fanden wir einen netten kostenlosen Parkplatz am  Ortsrand. Gegen Nachmittag wurde es dann richtig schön und sonnig.

Heute wollten wir endlich die Küste Liguriens erreichen. Da wir schnell vorwärts kommen wollten, wählten wir die Autostrada (Maut-Autobahn). Was für eine Offenbarung. Wir dachten zeitweise, die Autobahn für uns alleine zu haben. Der Zustand war top und schnell ließen wir Turin hinter uns. Dann mußten wir wieder auf die "normale" Straße und so zog sich die Fahrt hin.

 

Die letzten 80 km ging es dann durch eine schöne Berglandschaft. Unterwegs passierten wir viele Bergdörfer. Der schöne Ort Limones lud zu einer Pause und einem Rundgang ein.

Übernachten wollten wir in Menton, einer schönen Stadt in Frankreich gleich hinter der italienischen Grenze. Zu unserem Ärger gab es in der Stadt und im weiten Umkreis in Frankreich keinen Platz für Wohnmobile. Auch Parken ist hier nur für PKW´s erlaubt, Wohnmobile werden gnadenlos abgeschleppt. Also zurück nach Italien und direkt hinter der Grenze in Latte fanden wir einen schönen Platz.

17.04.16

Die Wettervorhersage für den heutigen Tag war nicht besonders gut, es war zeitweise leichter Regen angesagt. Trotzdem machten wir uns auf  nach Monaco Monte-Carlo. Wir fuhren mit der Bahn, da Monaco nicht weit entfernt ist und die Bahnfahrt p.P. nur 2,20 Euro beträgt.

Knapp 38.000 Einwohner leben auf knapp 2 qkm. Damit weist Monaco die höchste Bevölkerungsdichte aller Staaten auf. Die Skyline ist beeindruckend und das Leben hier sehr teuer. Einkommen- bzw. Erbschaftssteuer gibt es nicht, Steuerdelikte aus dem Ausland werden nicht verfolgt.

Skyline Monaco (zum Vergrößern bitte anklicken)

In Kürze findet der Grand Prix in Monaco statt. Die Rennstrecke wird bereits aufgebaut und die Besitzer von Sportwagen lassen es sich nicht nehmen, die Strecke vor der Haupttribüne zu befahren, natürlich mit Vollgas. Die Polizei ist vor Ort und stellt sicher, das keine Unfälle passieren. Das Spektakel ist also erlaubt und so ist es heute sehr laut in Monaco gewesen, fast schon Formel-1 Atmosphäre.

Die Dichte an Ferraris, Lamborghinis, Maseratis ... ist beeindruckend und wohl nirgends auf dieser Welt zu beobachten. Wir sahen Dutzende dieser oft über 250.000 Euro teueren Autos.

Noch beeindruckender ist die Anzahl von privaten Yachten, die zum Stadtbild von Monaco gehören. Man kann den Prunk auf den Schiffen nur erahnen.

Die meisten Eigentümer waren nicht an Bord. Die Besatzungen waren fleißig am putzen, wahrscheinlich kommen die Besitzer zum Grand Prix eingeflogen.

Wer nicht unbedingt kaufen möchen, kann auch Mieten. In einem Schaufenster sahen wir diverse Angebote. Zum Beispiel eine 50 Meter-Yacht für 265.000 Euro die Woche. Den Tank muß man auch noch füllen, er faßt 100.000 Liter. Dafür ist der Kapitän und die 12-köpfige Besatzung im Preis enthalten (aber nur für eine Woche).

 

Wer doch lieber kaufen möchte, wie wäre es mit einer 38 m langen Yacht für 15.600.000 Euro, zusätzlich Steuer.

Der Ausflug nach Monaco war sehr interessant, es ist aber eine andere Welt. Wir haben für 4 Euro ein Happy-Meal bei einer bekannten Hamburger-Kette gegessen, es geht also auch billig in Monaco.

 

Hier die letzten Bilder unseres Ausflug, bevor es wieder zurück nach Latte zum unserem Wohmobil ging.

18.04.16-21.04.16

Menton war der letzte Ort auf der französichen Seite, den wir kurz besuchten. Es war viel los, die Cote d´Azur ist ein beliebtes Reiseziel. Die Temperatur lag inzwischen bei sonnigen 24 Grad, der kurze Schauer in Monaco nur ein Ausrutscher.

Nizza, Cannes, St. Tropez... Es gibt noch viele namhafte Ziele an der Cote d`Azur, unser Ziel war aber Italien. Die nächste Etappe dorthin war nur knapp 50 km lang, wir landeten ein Stück im Inland in einem bekannten Anbaugebiet für Oliven. Auf dem Campingplatz waren wir fast alleine und die Sonne meinte es gut mit uns - 25 Grad waren es heute.

 

In der Umgebung gibt es zahlreiche alte Bergdörfer. Einen ersten Halt machten wir in  Dolceacqua. Die Atmosphäre in den engen dunklen Gassen war fast schon unheimlich.

Das nächste Bergdorf hieß Apricate. Die Saison hat noch nicht begonnen, daher war kaum etwas los. Auch hier bummelten wir durch die engen steilen und engen Gassen, die jedoch wesentlich heller und gepflegter waren.

In Apricate haben sich viele Künstler niedergelassen, die meisten Ateliers waren aber noch geschlossen. Lt. unserem Reiseführer haben sich viele Schweden ein Haus in diesem kleinen Bergdorf gekauft, wir sahen tatsächlich schwedische Kennzeichen.

Es gibt an der ligurischen Küste viele sehenswerte Orte. Leider gibt es kaum Parkmöglichkeiten. Selbst mit einem PKW ist es oft sehr schwer, einen Parkplatz zu finden. Mit einem Wohnmobil ist es fast unmöglich. So fuhren wir etwas genervt durch einige schöne Ortschaften, ohne wirklich anhalten zu können. Wo etwas Platz war, stand ein Verbotsschild für Wohnmobile.

 

Unser nächstes Ziel war Portofino, ein bekannter Ferienort in Ligurien. Die Straßen dorthin sind natürlich für Wohnmobile gesperrt, hier aber aus gutem Grund, denn es gibt nur eine schmale Zufahrtstraße und wenig Platz.

 

So parkten wir in Santa Margherita und fuhren gemütlich mit dem Boot bei Sommerwetter die wenigen Kilometer an der Küste entlang.

In Portofino herrschte schon ein reges Treiben, wir waren also nicht wirklich alleine.

Portofino lebt wahrscheinlich zu 99,97 % vom Tourismus. Viele Besucher verlassen das Schiff, essen etwas und fahren zurück. Zumindest die wunderschöne Kirche sollte man sich nicht entgehen lassen.

Porofino (zum Vergrößern bitte anklicken)

Für viele Lingurien-Reisende ist die sog. Cinque Terre wohl der Höhepunkt. Dabei handelt es sich um einen Küstenstreifen mit 5 kleinen Orten, der inzwischen Weltkulturerbe der UNESCO ist. Die kleinen Dörfer sind gut mit der Bahn oder dem Schiff zu erreichen.

 

Wer hier die Einsamkeit sucht, sollte einen großen Bogen machen, denn es herrscht auch in der Nebensaison ein großer Besucheransturm. Wir waren früh unterwegs und konnten so zumindest Riomaggiore in Ruhe besuchen.

Besonders schön ist der Blick auf Riomaggiore vom Boot aus.

Auch Vernazza hat uns sehr gut gefallen, obwohl inzwischen Touristenmassen in den engen Gassen unterwegs waren. Das Gedränge in der Hauptsaison wollten wir uns nicht vorstellen.

Vernazza (zum Vergrößern bitte anklicken)

Auch heute hatten wir einen wunderschönen Sommertag. Leider ist die Vorhersage nicht nur für Bremerhaven schlecht, auch hier soll es in den nächsten Tagen abkühlen und für Samstag sind starke Regenfälle angesagt. Mal sehen, ob die Wetterfrösche recht behalten.

 

Wir fahren morgen in jedem Fall nach Pisa.

22.04.16-25.04.16

Der Himmel wurde langsam dunkler und die ersten Regentropfen fielen, als wir uns auf den Weg nach Pisa machten. Unterwegs regnete es dann immer mehr aber kaum erreichten wir unseren Stellplatz in Pisa, kam die Sonne durch und es wurde wieder sehr schön.

Daher machten wir uns auf zu dem ca. 2,5 km entfernten Campo dei Miracoli (Platz der Wunder). Dieser Platz wurde vom Bombenhagel im 2. Weltkrieg verschont und die Gelddruckmaschiene "Schiefe Turm von Pisa" blieb erhalten. Natürlich waren auch auf diesem Platz viele Touristen unterwegs, vor allem Japaner und Amerikaner.

Alles möchte auf den Schiefen Turm hinauf Dazu benötigt man pro Person 18 Euro und je nach Glück viel Wartezeit. Wir entschieden uns gegen den Turm und für den Dom und das Baptisterium, kostet zusammen nur 5 Euro und es ist recht leer in diesen alten Gebäuden. Das Baptisterium wurde ab 1152 gebaut.

Mit dem Dombau wurde 1064 begonnen. Er ist sowohl von außen als auch von innen sehr beeindruckend. Im Inneren wird man von den gewaltigen düsteren Gemälden fast erdrückt.

Nach den Besichtigungen waren wir hungrig und entschieden uns für... Pizza und Pasta, was sonst. Die Anzahl der Restaurants ist riesig und zu unserer Überraschung waren die Preise sehr günstig. Für eine sehr große leckere Pizza zahlten wir 8,50 Euro und das im touristischen Zentrum von Pisa.


Nach einem Bummel durch die Stadt ging es zurück zu unserem Stellplatz. Der Regen blieb bis zum Abend aus.

Morgens war es noch trocken. Dann begann ein Regen, wie wir ihn selten erlebten. Auf der Fahrt nach Certaldo ging es los und dann schüttete es ca. 12 Stunden ohne Unterbrechung wie aus Eimern. Glücklicherweise erreichten wir rechtzeitig unseren Stellplatz, denn die Straßen standen schnell unter Wasser.

 

Das Wohnmobil konnten wir nicht mehr verlassen und gegen Abend kam noch ein starkes Gewitter dazu. Am nächsten Morgen war das Schlimmste vorbei und es wurde wieder etwas heller.

 

Auf ging es nach San Gimignano, einem kleinen Ort in der zentralen Toskana. Bereits kurz nach 10 Uhr Sonntags erreichten wir den sehr kleinen Ort und trauten unseren Augen nicht. Die Umgebung war zugeparkt mit PKWs und Busladungen von Menschen wurden an der alten Stadtmauer "ausgeladen". Der Ansturm war unglaublich und wir fragten uns wieder, was hier wohl in der Hauptsaison los sein muß. Der Parkplatz für Wohnmobile war natürlich wieder 2 km vom Ort entfernt. Der Fußweg war aber schön und wir hatten einen tollen Blick auf den Ort mit seinen alten Türmen, ein mittelalterliches Manhattan.

Volterra war unserer nächstes Ziel, hier trafen wir die andere Hälfte der Italiener, die nicht in San Gimmignano war. Dafür war der Stellplatz direkt an der Stadtmauer gelegen und wir blieben spontan über Nacht. Die Orte sehen sich sehr ähnlich, sind aber reizvoll.

Dann begann es wieder zu regnen und wir mußten erstmals in Italien unseren Heizlüfter einschalten, da es gegen Abend sehr kühl wurde. Eigentlich wollten wir morgen nach Florenz. Die Stellplätze dort sind aber nicht besonders schön und die Stadt soll von Touristen nur so wimmeln. Die endgültige Entscheidung treffen wir morgen früh.

26.04.16-30.04.16

Nach dem Rummel in den letzten Tagen haben wir uns jetzt gegen Florenz und Siena entschieden. Kurz dachten wir noch an Rom (nur knapp 2 Stunden Autobahn), aber auch Rom wird voller Touristen sein.

 

Wir entschieden uns, noch ein paar kleinere Orte in der südlichen Toskana zu besuchen und von dort zur Adriaküste zu fahren. Der erste Ort hieß Montepulciano, eigentlich eher eine alte Festung mit ein paar Häusern.

Der nächste kleine Ort hieß Pienza. Hier war nicht mehr ganz so viel Trubel und vor allem keine Reisegruppen mehr unterwegs. Noch gefallen uns die kleinen Gassen, jedoch machen sich langsam Ermüdungserscheinungen bemerkbar, da sich die Orte doch sehr ähneln. Nur eines ist weiter super, das Eis (es schmeckt sowas von cremig, ein Gedicht).

In Pienza gab es viele kleine Läden, die selbstgemachten Käse verkaufen. Wir konnten nicht wiederstehen.

Nun ging es aber endgültig an die Adriaküste. Die Fahrt ging durch unendlich viele Tunnel und Kurven, bis endlich das Meer in Sicht kam. Unser erstes Ziel war die Stadt Fano.

Den bekannten Badeort Rimini haben wir umfahren, zu viel Verkehr. Dafür ging es ca. 20 km in das Landesinnere nach San Marino, der ältesten bestehenden Republik der Welt. Das eigenständige Land ist nur knapp 61 qkm groß und hat 33.000 Einwohner. Nach Luxemburg und Monace der dritte "Zwergenstaat" unserer Tour.

 

San Marino scheint wirtschaftlich nicht schlecht dazustehen. Die Straßen top (im Vergleich zu Italien) und alles wirkte sehr sauber. Interessant ist nur der alte Teil von San Marino, dieser trohnt hoch über der Stadt auf einem Plateau.

Von dem Wohnmobil-Parkplatz konnte man mit 2 Fahrstühlen die ca. 80 Meter in die Altstadt fahren. Diese machte auf uns einen sehr gut erhaltenen Eindruck, der Tourismus boomt auch hier.

Überall in der Altstadt fanden sich Skulpturen. Die Ausstellung läuft noch bis Ende Mai.

Die Altstadt hat uns gefallen und wir bummelten noch ein wenig umher. Die letzten Eindrücke, bevor es wieder zur Küste ging.

Dann waren wir auch schon wieder im Norden von Italien. In Comacchio befindet man sich schon im Delta des Po (der Fluß) und der Ort liegt recht ruhig an unzähligen Kanälen. Natürlich bummelten wir auch hier umher und verbrachten die Nacht auf der Wiese an einem Kanal.

Die Orte an der Adriaküste haben uns nicht gefallen. Die Italiener haben scheinbar ein anderes Verständnis von Strandurlaub. Die Saisonvorbereitungen laufen auf Hochtouren und die Strände sehen so aus: 10 Meter Strand bleiben frei, dann folgen viele Reihen akurat aufgestellter Sonnenschirme und dann das obligatorische Restaurant/Bar/Eisdiele...

Wer die Lautstärke von Italiener kennt kann sich vorstellen, war hier im Sommer los ist.

 

Dann machten wir den letzten kurzen Sprung nach Venedig, genauer auf die lange Halbinsel von Cavalline. Hier gibt es Campingplätze ohne Ende und eine touristische Infrastruktur, wir wir sie selbst in der Toskana nicht gesehen haben. Irgendwie ist ganz Italien abhängig vom Tourismus.

01.05.16-03.05.16

Venedig mit dem Wohnmobil ist schlecht zu befahren. Dutzende Campingplätze finden sich auf der langen Halbinsel Cavallino. Hier ist das touristische Zentrum für einen Venedigbesuch und im Sommer ist es proppevoll. Die guten Campingplätze kosten in der Hauptsaison bis zu 100 Euro pro Tag, bieten dafür aber auch eine Menge Animation...

 

Wir fanden einen sehr schönen Stellplatz am Ende der Halbinsel, nur 400 Meter vom Fähranleger entfernt. Da das Wetter bei unserer Ankunft sehr schön war, machten wir uns gleich auf die knapp 30 minütige Fährfahrt direkt in das Zentrum von Venedig. Und ja, wir waren nicht alleine dort.

Gleich um die Ecke liegt der berühmte Markusplatz, unser erstes Ziel. Lange (sehr lange) Schlangen standen überall dort, wo man etwas gegen hohen Eintritt besichtigen konnten. Man hatte den Eindruck, das einige Touristen nur zum Schlange stehen nach Venedig kommen.

Wir bummelten ziellos durch die endlosen Gassen und waren trotz der Menschenmassen von der Schönheit und Einmaligkeit dieser Lagunenstadt begeistert.

Die schönste und einfachste Möglichkeit zur Erkundung von Venedig bietet sich mit den öffentlichen Fähren. Von hier hat man einen schönen Blick von der Wasserseite auf die Häuserfronten.

Zum berühmten Karneval muß es hier noch voller sein. Unzählige Geschäfte bieten ganzjährig Masken und Kostüme zum Kauf bzw. Verleih an.

Und natürlich dürfen die Gondeln nicht fehlen. Die engen Kanäle sind buchstäblich voll davon und viele lassen sich die halbe Stunde gerne 80 Euro (Festpreis) + Trinkgeld kosten. Am Abend dauern die Touren dann 35 Minuten, kosten aber auch 100 Euro.

Hier noch ein paar Schnappschüsse von unserem Rundgang.

Am nächsten Morgen regnete es erst einmal bis zum Mittag. Dann wurde es trocken und wir fuhren mit der Fähre nach Burano. Die kleine Insel ist bekannt für seine bunten Häuser, die wir natürlich sehen wollten. Lange nicht so überlaufen wie Venedig war es hier schon fast leer.

Am Abend sind wir dann spontan noch einmal nach Venedig gefahren. Es war schon merklich ruhiger dort und die Tagestouristen bzw. Kreuzfahrer bereits verschwunden. Auch die meisten Gondeln lagen bereits vertaut am Ufer. Es wurde dunkel und Venedig sah plötzlich ganz anders aus. Die Restaurants waren gut gefüllt, meisten durch die Hotelgäste. Hotels direkt am Wasser kosten hier am Wochenende bis zu 1800 Euro pro Nacht. Selbst die günstigen nehmen gerne um die 400 Euro und mehr.

Irgendwann haben wir auf unserer Nachtwanderung die Orientierung in den engen Gassen verloren und wir mußten mehrfach nach dem Weg fragen. Die Atmosphäre in den engen dunklen Gassen ist schon beeindruckend. Dann fanden wir wieder zurück zur Fähre und es ging Heim.

Venedig war ein schöner Abstecher und sehr sehenswert. Nach 3 Nächten auf dem schönen kleinen Campingplatz verließen wir die Halbinsel mit Ziel Verona.

04.05.16-07.05.16

Vor der Abfahrt kauften wir noch etwas Wein und frisches Obst in dem kleinen Shop auf unserem Campingplatz. Der Besitzer war sehr nett (was für die Italiener insgesamt gilt) und wir erfahren, daß alles aus der Familienproduktion kommt. Einer hat ein Weingut, der nächste eine Plantage usw.

Nach Verona nehmen wir die Autobahn, spart über eine Stunde und kostet nur 8,60 Euro Maut. Der für Wohnmobile abgesperrte Parkplatz ist schnell gefunden und wir machen uns bei 25 Grad auf in die nahe Altstadt. Der erste Eindruck von Verona ist schon einmal positiv, alles sehr sauber und gut erhalten.

Der zentrale Punkt von Verona ist die Arena.. Sie ist das drittgrößte noch erhaltene antike Amphiteather und fast 22.000 Zuschauer.

Ein Besuch der Altstadt darf nicht fehlen und auch hier gibt es das obligatorische tägliche Eis.

Die 1290 gebaute St. Anastasia Kirche ist wohl die schönste Kirche, die wir bisher gesehen haben. Von außen unscheinbar, innen jedoch prachtvoll bis in den letzten Winkel. Auf Bildern kann man die Schönheit nicht wiedergeben.

Nach kurzer Fahrt erreichen wir den Gardasee, genauer die kleine Halbinsel Sirmione. Hier wurde ein Teil des großen Parkplatz für ca. 20 Wohnmobile abgeteilt und wir ergattern einen der begehrten Plätze in der ersten Reihe. Es ist nur ein Parkplatz und mit 21 Euro recht teuer, dafür ist die Lage excellent. Wir stehen nur 4 m vom Gardasee entfernt und haben einen Traumblick bei Traumwetter.

Auch die Altstadt ist nur wenige Meter entfernt und hier halten wir uns lange auf. Sirmione lebt natürlich auch vom Tourismus und die kleine Altstadt ist wie aus dem Ei gepellt. Bei 25 Grad gab es ein besonders großes Eis für uns. Wir haben schätzungsweise 15 Eisläden in den kleinen Gassen gezählt.

Am nächsten Tag wollten wir den Gardasee bis zum nördlichsten Punkt entlang fahren. Es war kein vorwärtskommen, endloser Autoverkehr und Touristen ohne Ende. Für die 55 km hätten wir wohl einen halben Tag gebraucht, damit endete dann das Abenteuer Gardasee.

Auf der Inlandstrecke waren wir fast alleine und dann befanden wir uns auch schon im Südtirol. In dem kleinen Ort Klausen fanden wir einen netten Stellplatz und gönnten uns noch ein leckeres Abendessen. Die Portionen waren riesig, lecker und sehr preiswert.

In Sterzing, unserer nächsten Station, wollten wir mit der Gondelbahn auf den Roßkopf hinauf. Leider fährt diese erst wieder ab Pfingsten, daher reichte es nur zu einem längeren Spaziergang. Zumindest hier waren endlich einmal weniger Touristen unterwegs.

Anstatt die Rennstrecke über den Brenner zu nehmen, entschieden wir uns für die längere Strecke über den Jaufenpass. Es ging über enge Serpentinen hinauf und wir genossen die kühle frische Luft auf über 2000 m Höhe.

Unterwegs gab es dann einen Megastau um Meran herum und viele viele Apfelplantagen. Interessant war die Kirche im See bei Graun im Vinschgau. Hier befanden sich früher mehrere kleine Dörfer, die einem Stausee weichen mußten. Gefragt wurden die Menschen  nicht. Die Häuser wurden gesprengt und ohne Entschädigung standen sie vor dem Nichts. Und das alles zum Wohle des 3. Reich.

Dann waren wir in Österreich, aber nur für ein paar Kilometer, denn wir machten einen Abstecher nach Samnaun. Dieser kleine Ort ist eine politische Gemeinde der Schweiz und hat nur knapp 800 Einwohner. Das Besondere an Samnaun, es ist eine zollfreie Region. Im Winter ein beliebtes Skigebiet, waren wir nun in der Zwischensaison fast alleine in dem Ort. Knapp 50 Geschäfte werben mit dem zollfreien Einkauf, viele hatten aber geschlossen.

 

5 Tankstellen bieten günstigen Kraftstoff an. Unser Tank  war fast leer und so konnten wir 100 Liter Diesel zum Literpreis von 80,9 Cent tanken.

Zurück in Österreich fanden wir einen schönen Platz, umgeben von hohen Bergen. Hier sitzten wir nun und planen den morgigen Tag.

08.05.16-11.05.16

Auf dem kleinen Stellplatz in dem Ort Pfunds bekammen wir den Tipp, das nahegelegene Kaunertal in den Ötztaler Alpen zu besuchen. So machten wir uns schon früh bei sonnigem Wetter auf den Weg. Nach dem passieren der Mautstelle ging es langsam bergauf durch eine schöne Berglandschaft

Dann windet sich die Straße auf engen und steilen Serpentinen hinauf bis auf über 2700 Meter. Hier kann man bis in den Frühsommer hinein noch Skifahren und es war einiges los. Die Luft dort oben war traumhaft und wir standen wieder einmal im tiefen Schnee.

Die Karlesjochbahn fährt noch bis auf 3108 m Höhe. Natürlich ließen wir uns das Erlebnis nicht nehmen und fuhren hinauf (wir waren die einzigen ohne Skiausrüstung). Die Luft war klar und obwohl die Temperatur nur -3 Grad betrug, war es in der Sonne sehr angenehm. Das Plateau war sehr klein und man mußte sehr aufpassen, nicht mehrer hundert Meter steil Richtung Italien abzustürzen. Wir blieben eine ganze Weile dort oben und genossen die Fernsicht. 

Blick auf die Ötztaler Alpen und die Karlesjochbahn

(zum Vergrößern bitte anklicken)

Dann mußten wir diese schöne Winterlandschaft leider verlassen. Da wir uns für das kurze Stück durch Österreich keine Vignette kauften, mußten wir aufpassen, nicht zufällig auf die mautpflichtige Autobahn zu gelangen. Dies war kein Problem und dann waren wir auch schon in Garmisch-Partenkirchen, wo wir eine Nacht auf dem Stellplatz der Wankbahn verbrachten. Obwohl es schon spät war, machten wir noch einen kurzen Abstecher nach Garmisch.

Nach dem obligatorischen Zwischenstopp in München erreichten wir mit Bamberg die letzte Station der Reise. Auch hier gibt es einen zentralen Stellplatz für Wohnmobile und so konnten wir die schöne Altstadt zu Fuß erkunden.

Eigentlich war noch eine Zwischenübernachtung in Hildesheim geplant. Da die A7 jedoch sehr leer war entschieden wir uns, direkt nach Bremerhaven zu fahren.

 

Damit ging unsere Reise nach genau 4921 km zu Ende. Aus der Italienreise wurde eine 7-Länder-Reise (Luxemburg, Frankreich, Italien, Monaco, San Marino, Österreich und die Schweiz) und wir haben viele schöne Eindrücke gesammelt.

 

Mal sehen, wohin uns die nächste Reise führt.