Island


31.05.19 - 07.06.19

 

Für die Fahrt nach Hirtshals im Norden Dänemarks haben wir 2 Tage geplant, denn die Fähre sollte man nicht verpassen. Bei Flensburg verbringen wir die erste Nacht und dann sind wir in Hirtshals. Mitten im Ort gibt es eine große Wiese, auf der man günstig übernachten kann.


Das Wetter ist gut, nur der Wind pustet uns kräftig um die Ohren. Am nächsten Morgen fahren wir pünktlich zur Fähre und checken ein. Die Kabine ist nicht schlecht, natürlich kein Vergleich mit einem Kreuzfahrtschiff. Die Fähre ist ausgebucht, wahrscheinlich bekommt man für die gesamte Saison keinen Platz mehr.

Reiseziel Island  (zum Vergrößern bitte anklicken)

Laut Vorhersage wird es eine ziemlich wackelige Überfahrt. Nach 2 Nächten an Bord erreichen wir Tórshaven, den Hauptort der Faröer Inseln. Das Wetter ist gut, d.h. fast keinen Regen. Vom oberen Deck hat man einen schönen Blick auf die kleine Stadt.

Wir verlassen das Schiff und machen uns auf den Weg, um die "Hauptstadt" der Faröer zu erkunden. Die kleine Altstadt mit ihren bunten Holzhäusern und den kleinen Gassen sind schön anzusehen.

Erwartungsgemäß gibt es ansonsten nicht wirklich viel zu sehen. Vom alten Fort hat man noch einen schönen Blick, dann sind wir auch schon wieder zurück.


Pünktlich verlassen wir den Hafen, noch ca. 20 Stunden Seefahrt sind es bis nach Island.

Die Vorhersage für die Seereise: Windstärke 9 und Wellenhöhe 6-7 Meter - das kann ja lustig werden. Es wurde lustig. Kaum verließen wir den Schutz der Faröer Inseln begann das Schiff schon kräftig zu schaukeln. Unsere Kabine lag steuerbord ganz vorne, so konnten wir jede Welle persönlich begrüßen.

 

Es wurde immer schlimmer und an stehen war in der Kabine nicht mehr zu denken. Bei jedem Treffer einer Welle knallte es laut und das Schiff zitterte. Mittschiffs konnte man es besser aushalten, aber auch dort war das Schaukeln noch sehr gut zu spüren. An Schlaf war nicht zu denken, es war eine Sch...-Nacht. Ob das Wohnmobil unten wohl überlebt?

Völlig fertig erreichen wir den Hafen Seydisfjöróur in Island. Unser Wohnmobil wurde nicht in seine Einzelteile zerlegt und endlich haben wir wieder festen Boden unter den Füßen.

Die Schneegrenze liegt noch immer sehr weit unten und auf dem ersten Pass Richtung Ringstrasse kommen wir in ein Schneegestöber. Ein Räumfahrzeug ist im Einsatz und dann geht es wieder hinunter und damit raus aus dem Schnee. Im Bonus-Supermarkt
(die günstigste Kette in Island) kaufen wir ein, die Preise sind dann doch nicht so hoch wie erwartet.

Heute wollen wir noch ein Stück Richtung Süden fahren. Die Straße ist gut und die Landschaft karg, aber sehr beeindruckend.

 

Die Ortsnamen sind alle nur so ungefähr richtig, daher bitte ich von Fehlern bei der Schreibweise abzusehen.

Vor allem die Straßenabschnitte direkt zwischen Atlantik und Vulkanlandschaft ist schön anzusehen, es sollte nur keine Lawine herunterkommen.

Am nächsten Morgen fahren wir zum Jökulsárlón Gletscher. Dort haben wir eine 30-minütige Tour mit einem Amphibienfahrzeug auf der Gletscherlagune gebucht. Hier tobt der Bär und jeder Tourist Islands kommt hierher. Früher reichte der Gletscher bis an das Meer, heute ist er schon 7 km weit entfernt. Wir bekommen eine Schwimmweste und warme Socken, falls das Schwimmauto umkippen sollte und schon geht es los.

Die Socken gab es nicht wirklich, wir sind aber auch nicht umgekippt. Es war eine lustige kurze Fahrt, aber vom Ufer sieht man die Eisberge fast noch besser. Das vom Gletscher abgebrochene Eis kommt irgendwann an der zum Meer offenen Lagune an und durch einen Kanal verschwindet das Eis im Meer und das Gletscherleben findet nach tausend Jahren ein Ende.

Vor allem die unterschiedlichen Farben des Eis sind faszinierend und man entdeckt immer wieder Neues. Die Gletscherzunge des Jökulsárlón gehört zum Vatnajökullgletscher. Er ist 8300 km2 groß und bis zum 1000 m dick, eine unvorstellbare Menge an Eis, mit der man Island 35 Meter bedecken könnte.

Am Diamond Beach, direkt hinter der Verbindung zwischen Gletschersee und Atlantik, findet man natürlich keine Diamanten, sondern Eis in vielen Größen und Formen. Viele kleine Eisberge werden durch die Brandung an den schwarzen Lavastrand gespült und lösen sich langsam auf.

 

Der Kontrast zwischen schwarzem Strand und glitzerndem Eis ist wunderschön und wir machen einen langen Spaziergang entlang dieses Naturschauspiel.

Beeindruckt von unserem ersten Tag auf Island fahren wir weiter die Ringstrasse entlang und halten noch an einigen Gletschern, die hier zahlreich vertreten sind. Die Landschaft ist in diesem Bereich sehr abwechslungsreich und vor allem spielt das Wetter mit, Sonne pur bei tropischen 14 Grad (Plus).

Auf dem riesigen Campingplatz des Skaftafell Nationalpark bleiben wir für eine Nacht und die Wanderung zum Svartifoss-Wasserfall ist ein Muß. Steil geht es hinauf und der Anblick des Wasserfall umgeben von Basaltsäulen ist traumhaft schön. Über die einbrechende Nacht muss man sich keine Gedanken machen, es bleibt fast die ganze Nacht hell.

Am nächsten Morgen fahren wir nach Ingólfshöfdi (heißt wirklich so). Dort haben wir eine Treckerfahrt gebucht, die uns zu den Puffins (Papageientaucher) führen soll. Das Wetter ist super, für eine Puffintour eher schlecht, denn normalerweise sind die kleinen Vögel bei gutem Wetter auf Futtersuche, bei Regen bleiben sie gerne im Nest. Wir hätten aber gerne gutes Wetter und Puffins.

30 Minuten fahren wir immer geradeaus durch Lavasand zu einem Plateau. Früher war hier fruchtbares Ackerland, nach einem Vulkanausbruch gibt es hier nur noch Einöde.

 

Nach einem steilen Anstieg erreichen wir das grüne Plateau und genießen erst einmal den weiten Blick.

Der Puffingott hat uns erhört und schon bald sehen wir die ersten Vögel. Sie sind sehr zutraulich, nur sollte man nicht zu weit an die Kante gehen, da diese durch die vielen Nester sehr brüchig sein kann.

Es macht viel Spaß, die kleinen drolligen Vögel zu beobachten. Auch sie genießen das gute Wetter und lassen sich ungestört fotografieren. Die Kolonie ist noch nicht so groß wie sie ab Mitte Juni wird, aber es sind genug von ihnen zu sehen.

Auf der Weiterfahrt gibt es riesige Lupinenfelder zu sehen und natürlich auch viele Wasserfälle. In Kirkjubæjarklaustur bleiben wir für eine Nacht, es regnet immer noch nicht - sind wir wirklich auf  Island?

08.06.19 - 11.06.19

 

Plötzlich ist die Landschaft nicht mehr farblos. Überall ist es grün und natürlich sehen wir Schafe ohne Ende. Bei einem Spaziergang über Wiesen müssen wir natürlich auch ein paar Bilder machen. Dabei werden wir kritisch von den Vierbeinern beobachtet.

Dann verläuft die Ringstrasse wieder über viele Kilometer mitten durch Lavafelder. Auch hier machen wir einen Spaziergang und sind beeindruckt über die gewaltigen Mengen an Lave, die ein Vulkanausbruch hervorbringt.

Wir durchfahren mehrere kleine Orte, die meisten sind ziemlich trostlos, nur der Ort Vik í Mýrdal gefällt uns. 3 km weiter liegt der schwarze Strand von Reynisfjara mit seinen Basaltsäulen. Hier tobt der Bär in Form von asiatischen Reisegruppen, die hier in Horden einfallen.

Noch ein kleinen Stück weiter liegt das Kap Dyrhólaey, auch hier geht es ziemlich zu. Bei strahlend blauen Himmel hat man einen schönen Blick auf die Küste.

Einer der bekannteren Wasserfälle Islands ist der Skógafoss. Auch hier tummeln sich unendlich viele Touristen, da müssen wir wohl durch. Irgendwann klappt es dann doch mit einem Bild ohne Touristenmassen.

Viele der Sehenswürdigkeiten befinden sich im Südwesten, wo wir uns jetzt befinden. Zuerst besuchen wir den Gullvoss, einen wunderschönen Wasserfall.

Da wir genug Zeit haben, versuchte ich mich mal mit Langzeitaufnahmen, was bei Wasserfällen meistens ganz gut aussieht.

Wir übernachten auf einem Campingplatz direkt an einem Geothermalgebiet. Hauptdarsteller ist der Geysir Strokkur, der ca. alle 5 Minuten eine Fontäne in die Luft schießt.

Nicht nur der Geysier ist schön anzuschauen, auch die Gegend ist sehr schön und wir wandern umher und bewundern die Vielfalt der Farben. Mittendrin auch hier wieder viele blühende Lupinen.

Einmal einen Vulkan umrunden, der Krater Kerið macht es möglich.

Auch in Seltún kann man sich im bis zu 100 Grad heißem Wasser ordentlich verbrennen. Trotz des intensiven Schwefelgeruch machen wir uns auf einen Rundgang durch die ebenfalls farbenfrohe Gegend.

In Grindavik finden wir einen schönen Campingplatz und machen einen Spaziergang durch die kleine Stadt, immerhin der größte Fischereihafen Islands. Viel gibt es nicht zu sehen und so genießen wir die Sonne bei bis zu 15 Grad.

Auf dem Weg nach Reykjavik halten wir im größten "Schlammquellengebiet" Islands. Hier steht eines der großen Kraftwerke, die Strom erzeugen. Der kochendheiße Dampf schießt hier förmlich aus der Erde und man sollte ihm nicht zu nahe kommen.

 

Günstige Energie steht den Isländern im Überfluß zur Verfügung. Sie verschwenden es dann auch gerne, kostet ja nichts.

Einen Abstecher nach Amerika lassen wir uns nicht entgehen. Tektonisch betrachtet führt die "Brücke zwischen den Kontinenten" von der eurasischen zur nordamerikanischen Kontinentalplatte, die jedes Jahr 2 Zentimeter weiter auseinander driften.

 

Nach einem kurzen Trip nach Amerika gehen wieder zurück nach Europa, denn wir wollen ja nach Reykjavik.

Eine schöne Kirche in Hafnir wird noch kurz angeschaut, dann sind wir auch schon fast in der Hauptstadt Islands.

12.06.19 - 16.06.19

 

Der Campingplatz in Reykjavik liegt recht zentral und ist natürlich der bisher teuerste auf unserer Rundreise. Wir finden einen schönen Platz und da es schon später Nachmittag ist, machen wir einen Spaziergang durch den angrenzenden Park mit einem kleinen botanischen Garten.

Am nächsten Morgen fahren wir mit einem Stadtbus in das Zentrum und beginnen unseren Spaziergang am Hafen. Viele Fischkutter sind zu sehen und natürlich viele Infostände, an denen man Ausflüge per Schiff zu den Puffins auf einer vorgelagerten Insel und Waltouren buchen kann.

Dann sind wir auch schon an der Harpa, eine bei der Bevölkerung wegen der hohen Baukosten zunächst umstrittene Konzerthalle. Von außen sieht sie interessant aus und auch der Blick in den Eingangsbereich zeigt interessante Perspektiven.

In der Fußgängerzone verkauft gefühlt jedes 3. Geschäft Souveniers "Made in China". Es wirkt alles nicht so sehr nach Hauptstadt, eher nach Provinz. Man hat den relativ kleinen Stadtkern relativ schnell erkundet.

Die Hallgrimskirche ist das Wahrzeichen von Reykjavik. Mit ihrem 74 Meter hohen Turm ragt sie weithin sichtbar empor.

Innen ist die Kirche sehr schlicht, aber die 25 Tonnen schwere Orgel ist beeindruckend. Gebaut wurde sie vom Deutschen Orgelbauer Johannes Kleis. Eine Klangprobe blieb uns leider verwehrt.

Damit verlassen wir Reykjavik und fahren nach Pingvellir. Mehrere tektonische Spalten durchziehen die Talsenke und bei schönstem Sonnenschein machen wir eine kleine Wanderung.

Etwas weiter bleiben wir auf einem sehr weitläufigen und einfachen Campingplatz. Auch hier Wandern wir 4 km durch eine schöne Lavalandschaft und haben tolle Blicke auf die umliegenden Berge.

Unser nächstes Ziel ist der Snæfellsjökull-Nationalpark. Auf dem Weg halten wir noch in den Städten Akranes und Borgarnes.

In Akranes gibt es einen hellen Sandstrand und eine Schulklasse hat Schwimmunterricht im eiskalten Meer. Sie bleiben nur kurz im Wasser und laufen dann schnell zurück in die warme Halle. Beeindruckt haben uns die Duschen am Meer. Sie laufen rund um die Uhr und man kann sich dort mit sehr angenehm warmen Wasser abduschen. Natürlich kommt das Wasser aus einer nahen unterirdischen Quelle.

In Borgarnes machen wir Mittagspause und auch dieser Ort bietet nicht wirklich viel für Touristen.

Erster Stop auf der Snæfellsnes-Halbinsel sind die Basaltsäulen von Gerauberg. Etwas abseits der Hauptstrasse bieten sie ein schönes Bild und wir sind fast alleine in dieser tollen Landschaft.

Der kleine Ort Stykkishólmur gefällt und dann sehr, hier bleiben wir für eine Nacht. Der Campingplatz gehört zu einem Golfplatz und noch um 24 Uhr wird Golf gespielt. Der Sommer ist kurz und jeder schöne Tag wird ausgenutzt. Entstanden ist das Bild bei Sonnenschein kurz vor Mitternacht.

Weite geht die Fahrt um die Halbinsel Snæfellsnes. Die Landschaft ist wunderschön und begeistert uns hinter jeder Kurve erneut. Viele blühende Wiesen bilden einen tollen Kontrast zu den Farben der Berge, nur Haltebuchten zum Fotografieren hat man leider oft vergessen.

Einen Vulkan kann man auf einer Treppe besteigen, ein netter Spaziergang mit einem schönen Ausblick, leider weht der Wind oben in Orkanstärke und man kann sich kaum auf den Beinen halten.

Von überall sichtbar ist der Vulkan Snæfellsjökull. Er ist nur 1.446 Meter hoch, bietet mit seiner Schneekuppe aber ein schönes Bild.

An den Klippen von Djúpalónssandur trifft uns fast der Schlag, 3 Reisebusse und viele viele PKW´s auf einem viel zu kleinen Parkplatz. Alle wollen den schwarzen Kieselstrand sehen, die meisten gehen nach einem kurzen Blick auch schon wieder und wandern nicht die schönen Klippen entlang.

Auch in Arnarstapi tobt der Bär, schön ist es trotzdem. Die Felsenklippen sind Brutstätte vieler Vögel und auch die Lavaformationen an der Küste sind sehenswert.

Die Rundfahrt über die Halbinsel war ein Erlebnis und langsam nähern wir uns der kleinen Stadt Borgarnes, wo wir übernachten wollen. Hier noch die letzten Eindrücke der Halbinsel Snæfellsnes.

17.06.19 - 19.06.19

 

Der Stellplatz in Borgarnes ist klein und war schnell voll. Nach einem letzten Einkauf am nächsten Morgen und einmal Volltanken (Diesel kostet auf Island ca. 1,70 Euro) fahren wir Richtung Westfjorde.

Bald verlassen wir die Ringstrasse und machen unsere Mittagspause am Strand von Búdardalur. Irgendwie ist in diesen winzigen Orten kaum jemand zu sehen.

Über einen Pass fahren wir auf die Nordseite der Westfjorde und stoppen für einen "Stadspaziergang" in Hólmavik. Hauptsehenswürdigkeit ist ein "Schlumpfgarten", mehr gibt es nicht. In diesen kleinen Orten den langen dunklen Winter zu verbringen, ist sicher nicht einfach und für uns nicht vorstellbar.

Auch im nächsten Ort Drangsnes ist der Hund begraben, zumindest finden wir einen netten Campingplatz mit warmen Duschen.

Die nächste Etappe nach Isafjördur führt uns 180 km entlang der Fjorde. Die Fjorde sind ziemlich lang und das gegenüberliegende Ufer ist nicht weit, trotzdem müssen wir jeweils viele km hinein- bzw. hinausfahren. Aber bei blauem Himmel sieht die Landschaft wunderschön aus und langsam nähern wir uns der größten Stadt (2500 Einwohner) der Westfjorde.

Isarfjördur wird in der Saison regelmäßig von Kreuzfahrtschiffen angelaufen, dann verdoppelt sich die Einwohnerzahl für wenige Stunden, und siehe da, die AIDAsol hat festgemacht und sie wirkt vor der kleinen Stadt riesig.

Der Ort ist nicht besonders berauschend, trotzdem laufen wir durch die wenigen Straßen und genießen die Sonne. Durch einen Feiertag morgen ist hier langes Wochenende und die Isländer nutzen das für diese Gegend extrem gute Wetter natürlich ebenso wie die Touristen (Isländer T-Shirt, Touristen Jacke, Mütze, Schal). Wir haben uns inzwischen gut akklimatisiert und liegen irgendwo dazwischen.

Der heutige Campingplatz liegt wunderschön und es ist durch das lange Wochenende (Montag war Islands Gründungstag) einiges los. Überall wächst Wollgras und nebenan rauscht ein Wasserfall. Wir sitzen draußen in der Sonne und können unser Wetterglück kaum fassen, knapp 2 Wochen Island und kein Regen, nur Sonnenschein.

Am nächsten Morgen ist dann der Himmel tatsächlich bedeckt. Spät kommen wir los und machen einen kurzen Abstecher nach Bolungarvik. Der winzige Ort ist besonders durch Lawinen gefährdet, daher wird er durch die weltgrößte Lawinenschutzmauer geschützt. Diese ist aber auf dem ersten Blick kaum zu erkennen, wirkt dann aber sehr gewaltig.

Dann fahren wir den Weg zurück entlang der Fjorde. Die gesamte Umrundung wäre doch ziemlich lang und es ist einiges an Schotterpiste zu fahren, das wollten wir unserem Wohnmobil ersparen. Hier noch ein paar Bilder der Rubrik "Sonstiges"

Auf der Fjordetappe hat es dann tatsächlich etwas genieselt und es zeigten sich viele Wolken. Störend war aber der extreme Sturm, der unser Wohnmobil ganz gut durchgeschüttelt hat.

In Hvammstangi gibt es außer getrocknete Dorschköpfe nicht viel zu sehen. Sie müssen für ein Porträt herhalten, dann fahren wir auf den nahe gelegenen Campingplatz. Dieser ist sehr groß und füllt sich langsam mit Camper. Das Wetter bleibt heute sehr ungemütlich mit Regen, Sturm und Temperaturen um die 4 Grad und so machen wir es uns im warmen Wohnmobil gemütlich.

Am nächsten Morgen ist es weiter bedeckt, aber der Regen ist fast verschwunden. Auf der Weiterfahrt besichtigen wir das Museumsdorf Glaumbaer. Die Häuser sind aus Torfziegel gebaut und sehen irgendwie drollig aus. Gleich nebenan befindet sich eine schöne Kirche, die sogar geöffnet ist. Bisher waren alle kleinen Kirchen auf dem Land geschlossen, diese ist auch von innen schön anzusehen.

20.06.19 - 22.06.19

 

Auf einer sehr schönen Küstenstraße fahren wir zu unserem nächsten Ziel: Siglufjördur. Leider ist es sehr trübe und auf der schmalen Straße gibt es keine Haltemöglichkeiten für Fotos, denn die Küstenstraße ist sehr schön.

In Siglufjördur gibt es einen kleinen Stellplatz mitten im Ort und wir bleiben gleich dort stehen. Der winzige Ort hat für heute seine Einwohnerzahl verdoppelt, denn 150 deutsche Touristen in blauen Jacken laufen dort umher. Sie gehören zu dem Expeditionsschiff MS Bremen und sind auf einer Kreuzfahrt rund um Island.

Siglufjördur ist auf Anhieb der schönste Ort auf unserer Islandreise. Der Himmel ist bewölkt, trotzdem genießen wir den Blick auf die in Wolken gehüllten Berge. Auch der kleine Hafen mit seinen Spiegelungen im Wasser muß für ein paar Bilder herhalten.

Am nächsten Morgen machen wir noch einen Spaziergang durch den kleinen Ort. Früher wurden hier riesige Mengen Heringe gefangen und verarbeitet, was für Arbeit und Reichtum sorgte. Heute ist der Hering verschwunden, die alten Heringsfabriken verwahrlost oder in Museen umgewandelt.

Langsam klart es wieder auf und ca. 90 km liegen vor uns bis Akureyri. Unterwegs passieren wir noch diverse lange Tunnel (der längste 7 km) und genießen Blicke auf die schneebedeckten Gipfel. In dem Fjord sehen wir die Fontänen von Humpbackwalen und die Flosse beim Abtauchen, leider etwas zu weit entfernt für Fotos.

Dann sind wir in Akureyri, mit 18.000 Einwohnern schon fast eine Großstadt in Island. Die Ampeln fallen uns zuerst auf, eine originelle Idee. Die Stadt spricht heute italienisch, da ein großes Kreuzfahrtschiff von MSC festgemacht hat.

Unser erster Weg führt uns zu der großen lutherischen Kirche, die auf einem Hügel nicht zu übersehen ist. Nicht weit entfernt liegt der botanische Garten, ebenfalls einen Spaziergang wert.

Die Fußgängerzone ist nicht so der Renner, wir hatten uns die Stadt interessanter vorgestellt. Ein paar Läden und Souveniershops (völlig überteuert, das will in Island etwas heißen) und nach einem leckeren Softeis (bei 6 Grad, ist ja Sommer) suchen wir uns einen Stellplatz für die Nacht.

Die Sonne zeigt sich noch nicht, aber es bleibt trocken und kalt. Wir erreichen den Vatnajökull-Nationalpark (für den isländischen Namen fehlen mir ein paar merkwürdige Zeichen auf der Tastatur) und der Campingplatz ist sehr schön in einer langen Schlucht eingebettet. Später machen wir auf dem Plateau eine längere Wanderung, das Abendessen schmeckt anschließend doppelt so gut.

Heute ist der 21.06.19, d.h. Sommersonnenwende, es bleibt 24 Stunden hell (wenn nur die Wolken nicht wären).

23.06.19 - 26.06.19

 

Es wird wieder einmal Zeit für einen Wasserfall, diesmal ist es der Godafoss. 30 Meter rauschen die Wassermassen hinab und im Sonnenlicht das Wasser leicht bläulich aus.

Man kann den Godafoss von zwei Seiten bestaunen und wir verbringen viel Zeit dort. Ebenso interessant ist es immer wieder, die Asiaten beim Fotografieren zu beobachten.

Unterwegs stoppen wir noch an einem See und Gisela versucht sich im Fotografieren von Schafen, was gar nicht so einfach ist.

Mývatn ist ein weiterer Touristenmagnet. Übersetzt bedeutet der Name "Mückensee". Die Mücken stechen nicht, können aber in riesigen Schwärmen vorkommen. Wir haben Glück, außer Fliegen (die auch Nerven) sind kaum Mücken zu sehen.

Das Gebiet ist bekannt für seine Lavaformationen und den vielen Kratern. Wir fahren rechtzeitig los und machen verschiedene Wanderungen.

Die Farben in diesem Gebiet sind wieder einmal beeindruckend und wir machen viele Bilder. Leider liegen heute im nicht weit entfernten Akureyri 3 oder 4 Kreuzfahrtschiffe mit ca. 5.000 Passagiere. Eine Karawane von Bussen lädt die Passagiere aus und wir  beenden gegen Mittag unser heutiges Programm, es ist zu voll, man hat kaum noch Platz zum Laufen.

Dazu kommen noch die Reisegruppen und Touristen in Mietwagen bzw. Wohnmobilen, Island ist wirklich ein beliebtes Reiseziel. Im August muss es hier noch viel extremer werden, dann bereisen auch die Isländer ihr Land.

Wir fahren zurück zu unserem Campingplatz und da es noch relativ früh ist, ergattern wir einen Stellplatz mit Traumblick. Die letzten 3 Bilder sind gegen 21:30 Uhr direkt vom Wohnmobil aus gemacht worden.

Der Campingplatz liegt an einem großen Lavafeld, auch hier gibt es wieder interessante Formationen zu sehen.

Neuer Morgen, neuer Versuch. Sicher liegt auch heute wieder mindestens ein Kreuzfahrtschiff in Akureyri. Wir sind aber schon früh in Dimmuborgir und haben die Wege durch die Lava fast für uns alleine. Normalerweise sind die Lavafelder eher relativ flach, hier entstanden regelrechte Türme aus Lava.

Etwas weiter lag wieder eines von vielen Thermalgebieten. Der türkis-grüne See hatte eine magische Anziehungskraft auf uns, nur den Finger sollte man nicht hineinhalten, er ist kochend heiß.

Im Hverir-Gebiet gerieten wir dann in einen Farbenrausch. Hier wurde früher Schwefel für die Herstellung von Schießpulver abgebaut, heute ist dieses Gebiet ein wahrer Touristenmagnet. Es riecht schon sehr extrem nach verfaulten Eiern, aber die Farben sind fantastisch.

Die ersten Kreuzfahrer trafen ein, aber sie haben nur wenige Minuten für ein paar Bilder und sind dann ebenso schnell wieder verschwunden.

Hier gibt es auch wieder die "Schlammblubberlöcher", immer wieder interessant zu beobachten.

Ein sehr steiler rutschiger Weg führt hoch hinauf auf einen Berg, die Belohnung ist ein toller Ausblick. Wie so oft stellt sich der rutschige Abstieg als schwieriger dar, alle Knochen sind aber noch heil.

Auf dem Weg zum Krater Viti passieren wir ein großes Kraftwerk. Einfach 2 km in die Tiefe bohren und schon sprudelt genug kochendes Wasser an die Erdoberfläche, um große Mengen Strom zu erzeugen.

 

Wir besuchen das interessante Visitorcenter und erfahren viel über die Energiegewinnung. Bis zu einer Tiefe von über 2.000 m wird hier gebohrt um an das heiße Wasser zu kommen.

Der Krater Viti entstand im Rahmen der großen Ausbruchsserie 1724 und hat einen Durchmesser von 300 Meter. Der Rundweg auf dem Kraterrand ist zu empfehlen und auch hier sind die Farben der Landschaft fast schon unwirklich.

Unser Ziel ist ein Campingplatz nicht weit vom Dettivoss entfernt. Dieser ist aber nicht besonders einladen, also fahren wir zurück nach Mývatn und verbringen die dritte Nacht dort, jedoch auf einem anderern Campingplatz direkt an "Mückensee". Man hätte ihn auch "Fliegensee" taufen können, denn Millionen dieser kleinen Plagegeister können ganz schön Nerven.

Nun aber fahren wir zum Dettivoss, einem ganz besonderen Wasserfall. Sein Wasser ist schmutzig-grau und er liegt mitten in einer riesigen Ebene. Vom Parkplatz muß man noch ein kleines Stück laufen und dann steht man staunend da.

 

Unglaubliche Wassermassen rauschen hinab und von verschiedenen Aussichtspunkten hat man immer wieder neue Blicke. Uns gefällt der Dettivoss und wir verbringen viel Zeit dort, bevor es endgültig Richtung Seydisfjordur geht.

Die Tierwelt hält sich auf Island relativ in Grenzen, aber die Vogelwelt ist recht vielfältig. In den 3 Wochen sind ein paar Vögel vor die Linse gelaufen/geflogen, hier ein paar Bilder. Mit der Namensgebung habe ich es mir einfach gemacht und alle kurzerhand "Vogel" getauft.

Die 160 km sind noch einmal sehr anstrengend, da ein starker Sturm über die sandige Ebene fegt und die Sicht durch den aufgewirbelten Sand nicht besonders gut ist.

Dann ist der Fährhafen Seydisfjördur erreicht und wir staunen nicht schlecht. Obwohl die Fähre erst in 2 Tagen fährt, ist der Campingplatz schon fast ziemlich voll.

 

Wir machen noch einen kleinen Rundgang, der Urlaub auf Island neigt sich langsam dem Ende zu.

 

Dann haben wir noch einen ganzen Tag Zeit und es wird mit 20 Grad noch einmal richtig warm. Ein großes Kreuzfahrtschiff mit ca. 1.800 überwiegend italienischen Kreuzfahrern liegt im winzigen Ort und selbst der Campingplatz wird von ihnen auf der Such nach Motiven überrannt.

 

Morgen früh geht es dann für 3 Tage auf Faröer, wo wir in der Nacht um 03:30 Uhr ankommen. Hoffentlich ist die See diesmal ruhiger.

 

Seydisfjördur ist ein netter kleiner Ort, hier sind noch ein paar Bilder von unserem letzten sonnigen Tag auf Island.

So, damit ist die Islandreise 2019 offiziell beendet. Es hat uns sehr gut gefallen, was sicher auch dem guten Wetter zu verdanken ist. Unsere Regenhose bzw. -jacke haben wir nicht einmal benötigt, dem Wettergott sei Dank. Es gab nur 1 Regentag und 2 Tage mit vielen Wolken.

 

Der Reisezeitraum von 23 Tagen war für uns ausreichend, es war genügend Zeit für die Umrundung vorhanden. Die Preise hatten wir uns fast noch höher vorgestellt, da ist man mit einem Wohnmobil und eigener Küche sicher im Vorteil, ein Restaurant haben wir nicht einmal von innen gesehen.

 

Erstaunlich ist, das die Sehenswürdigkeiten bzw. das Parken (noch) umsonst sind. Maut für Straßen bzw. Tunnel haben wir ebenfalls nicht gezahlt, das soll sich aber ändern. Ob man damit den Ansturm von Touristen steuern kann, bleibt abzuwarten. Im Juli bzw. August würden wir definitiv nicht nach Island fahren, es ist dann sicherlich unerträglich voll auf den Campingplätzen bzw. Parkplätzen bei den Sehenswürdigkeiten.

 

Die Wettervorhersage für die Faröer-Inseln ist nicht besonders gut, aber ein paar Bilder werden sicher noch folgen.

 

Leider ist die Anzahl der möglichen Elemente hier erschöpft. Daher sind die Bilder der Faröer in einem eigenen Bericht - und zwar hier.