Helgoland


Warum in die Ferne reisen, wenn es auch vor der Haustür eine interessante Tierwelt zu sehen gibt. Na ja, zwischen Haustier und Tierwelt liegen knapp 2,5 Stunden Fahrt mit dem Schiff, dann ist man aber auch schon auf Helgoland (gehört zu Schleswig-Holstein).

 

Helgoland besteht aus der Hauptinsel und der Düne, ist knapp 4,2 qkm klein und hat ca. 1250 Einwohner.  Jetzt Ende November waren 1000 davon nicht auf der Insel, sondern erholten sich irgendwo von der Saison.

 

Was Helgoland kurz vor dem Winter so interessant macht, sind die Kegelrobben, die dann ihre Jungen zur Welt bringen. Auf der kleinen Düne liegen sie überall herum und lassen sich kaum stören. Vorsicht ist aber in jedem Fall angebracht, denn die bis zu 300 kg schweren Tiere können im Sand immerhin 20 km/h schnell sein und haben ein beeindruckendes Gebiß. Seehunde gibt es auch, sie sind wesentlich kleiner und nicht so zahlreich vertreten.

 

Zur Düne fährt ein kleines Shuttleboot, eine stürmische Angelegenheit. Die Düne selber besteht aus viel Sand, einem winzigen Flughafen und ein paar Holzhäuser für Touristen.

Man soll sich den Tieren nicht dichter als 30 m nähern, was nicht immer einfach ist. Die meisten Tiere liegen völlig verpennt im Sand und bewegen sich kaum, einige sind im Wasser und beobachten neugierig die wenigen Touristen.

Die wahren Stars sind aber die neugeborenen Kegelrobben. Überall liegen sie herum und haben große Schwierigkeiten, sich im weichen Sand zu bewegen. Einige jammern kläglich vor sich hin, was die "Mutter" überhaupt nicht beeindruckt. Die z.T. blutigen Spuren im Fell stammen noch von der Geburt.

Jammern hilft gar nichts, Fütterung ist erst, wenn das Muttertier sich auf die Seite legt.

Die ausgewachsenen Kegelrobben haben eine ganz beeindruckende Größe. Ab und zu sieht man sie in vollem Tempo durch den Sand robben, ein interessantes Schauspiel.

Die meisten Tiere sind inzwischen recht zutraulich und beobachten die wenigen Fotografen. Dann schmeißen sie sich in Pose und schauen neugierig in die Kamera.

Die Hauptinsel ist überschaubar und man hatte die Insel jetzt in der Nachsaison fast für sich alleine. Früher war Helgoland als Fuselfelsen bekant, heute bemüht man sich um ein positives Image, obwohl Helgoland immer noch zollfrei ist.

Ein Rundgang durch das Oberland gehört zu einem Helgolandbesuch dazu. Von dort hat man einen schönen Blick auf den Ort und die vorgelagerte Düne.

Der 3,5 km lange Rundweg ist schön zu laufen und im Gegensatz zur Hochsaison war es fast menschenleer. Von überall hat man schöne Blicke auf die roten Klippen und die Nordsee.

Das Wetter hat mitgespielt, kein Regen, nur viel Wind. Im Hafen schwammen einige Robben bzw. Seehunde im aufgewühlten Wasser und fühlten sich sichtlich wohl.

Auch auf der Rückfahrt wehte ein kräftiger Wind. Trotzdem ließen sich einige Reisende nicht davon abhalten, bei heftigem Auf und Ab morgens um kurz vor 8 Currywurst mit Pommes zu verzehren.

 

In Cuxhaven war das Festland wieder erreicht und auch der Regen war pünktlich zur Stelle.