Faröer


27.06.19 - 29.06.19

 

Mit etwas Verspätung verlassen wir den kleinen Hafen von Seydisfjördur, da es lange dauert, bis die neuen Urlauber mit ihren Fahrzeugen die Fähre verlassen haben. Es ist unglaublich, welche Mengen an Fahrzeuge auf die Fähre passen.

Die See ist nicht ganz ruhig, jedoch absolut kein Vergleich zu der sehr stürmischen Hinreise. Nur unsere Kabine ist ziemlich laut. Es knackt und knarzt in allen Ecken, man fühlt sich von der Geräuschkulisse wie in einer Popcornmaschine. Irgendwann müssen wir dann eingeschlafen sein, aber um 01:30 Uhr werden wir gnadenlos geweckt.

Wiederwillig stehen wir auf und räumen unsere Kabine, denn in der Hauptstadt der Faröer steigen wir aus und die neuen Gäste möchten natürlich in ein frisch gemachtes Bett.

Gegen 03:00 Uhr fahren wir von der Fähre und kaum zu glauben, es ist noch relativ dunkel. Nach 3 Wochen fast durchgehender Helligkeit ungewohnt und gewöhnungsbedürftig. Den Rest dieser kurzen Nacht verbringen wir auf einem Campingplatz nur 2 km von der Fähre entfernt.

Vor der Rundfahrt auf den Faröer-Inseln müssen wir noch etwas einkaufen, im Vergleich zu Island sind die Lebensmittel hier noch einmal um einiges teuerer. Naja, sind ja nur 3 Tage und wir haben noch einige Vorräte im Wohnmobil.

Das Wetter ist entgegen der Vorhersage recht gut und schnell fällt uns auf, wie grün die Faröer sind. In Hellurnar machen wir einen ersten Rundgang durch den Ort (wäre bei uns nicht einmal ein Dorf).

Auch im Nachbardorf Oyndarfjördur ist die Zeit stehen geblieben. Kaum eine Menschenseele ist zu sehen, entweder sie verstecken sich oder sie sind alle im Urlaub. Nur eine Familie steht vor dem Haus und grüßt uns freundlich. Bei 11 Grad und kühlem Wind stehen sie in Shorts und mit freiem Oberkörper (die Männer) im Garten und sie genießen den Hochsommer.

Die Straßen sind in gutem Zustand, oft nur einspurig mit Ausweichbuchten bei Gegenverkehr. Auf einem schön gelegenen Parkplatz mit Traumblick machen wir unsere Mittagspause und ein paar neugierige Schafe leisten uns Gesellschaft.

Der kleine Ort Elduvik gefällt uns besonders, hier gibt es viele begrünte Dächer, aber auch hier ist kaum ein Mensch zu sehen. So haben wir den Ort bei einem Spaziergang fast für uns alleine.

Über eine Serpentinenstraße erreichen wir unser heutiges Ziel, den Ort (=kleines Dorf) Gjógv. Der Ortsname hat nur 5 Buchstaben, aber aussprechen kann man diese kaum, eine schwere Sprache.

Der Campingplatz liegt wunderschön und wir bekommen einen Platz in der ersten Reihe mit Blick auf die Küste. Wir machen einen Spaziergang und gehen ein Stück die Klippen hinauf. Inzwischen haben wir 14 Grad und so genießen wir unseren ersten Tag auf den Faröer-Inseln.

Für den nächsten Tag war viel Regen vorhergesagt, dieser blieb erst einmal aus. Mit 11 Grad war es relativ mild und so lag der zweite Tag auf den Faröer vor uns. Das Straßennetz ist sehr überschaubar und man ist nirgends weiter als 5 km vom Meer entfernt.

Wir fühlen uns auf den schmalen Serpentinen wie im Hochgebirge, dabei liegt die höchste Erhebung bei 882 m, die Durchschnittshöhe liegt bei 300 m.

Schafe gibt es auch auf den Faröer haufenweise, bisher haben wir weder auf Island noch auf den Faröer ein überfahrenes Schaf gesehen.

Die 18 Inseln der Faröer haben knapp 51.000 Einwohner, 22.000 davon wohnen im Gebiet der Hauptstadt Tórshavn, der Rest verteilt sich großzügig auf kleine Dörfer.

Tjórnuvik mit seinen 54 Einwohnern ist so ein Dorf, liegt aber besonders schön in einer geschützten Bucht und hat sogar einen schönen Sandstrand. Die geteerte Straße dorthin ist 9 km lang, jedoch sehr schmal und von der hochgelegten Straße sollte man nicht abkommen.

Die Sonne ließ sich heute nicht blicken, der Regen bisher ebenfalls nicht. Am Nachmittag verschwanden dann die Gipfel in den Wolken und wir machten uns auf nach Saksun, immerhin 8 Einwohner. Die Fahrt dorthin war besonders interessant, da die Ausweichbuchten auf der sehr schmalen einspurigen Straße sehr eng waren. Zu unserem Glück ist der Verkehr meistens sehr überschaubar, ohne Touristen wären die Straßen wahrscheinlich fast leer.

Die einsame Kirche in toller Landschaft ist ein sehr bekanntes Motiv und auch wir waren beeindruckt von der Atmosphäre.

Es fing an zu nieseln und die Berge waren in den tiefhängenden Wolken nur noch zu erahnen. In Tórshavn fanden wir einen der letzten Plätze auf dem Campingplatz und die letzten Nudeln wurden gekocht.

Die Fähre fährt morgen gegen 23:30 Uhr zurück nach Dänemark, viel werden wir aber nicht mehr unternehmen. Der kurze Abstecher auf die Faröer gefiel uns sehr gut, vor allem die sehr grüne (fast baumlose) Landschaft wirkte nach den kargen Gegenden auf Island fast schon unwirklich. Allerdings sind die Faröer ein ziemlich teueres Reiseland, nur der Diesel ist mit knapp über 1 Euro preiswert.

Damit ist die Reise hier beendet, vielen Dank für das Interesse.