Äthiopien


Äthiopien – Wiege der Menschheit am Horn von Afrika.

 

Das Land steht schon seit Jahren auf der Wunschliste. Im November 2019 ging es endlich los. Nach den guten Erfahrungen in Costa Rica war erneut Wikinger-Reisen der Veranstalter. Die Tour war ausgebucht, mit 15 Teilnehmern aber noch eine überschaubare Gruppengröße.

 

Knapp 3 Wochen dauerte die Reise und auf dem Programm standen der  Norden des Landes mit jahrhunderte alten Klöstern, Kirchen und Palästen und der Süden mit seinen unterschiedlichen ethnischen Gruppen.

Reiseverlauf Äthiopien (zum Vergrößern bitte anklicken)

Los ging es am 15.11.2019 mit einem knapp 7-stündigen Nachtflug von Frankfurt in die Hauptstadt Addis Abeba. Ein Inslandsflug mit Zwischenstopps in Gondar und Lalibela brachte uns nach Axum, dem nördlichsten Punkt der Reise.

 

Gegen Mittag erreichten wir unser einfaches Hotel, zentral in der kleinen Stadt gelegen.

Nach einer kurzen Pause ging es auch schon auf die erste Erkundungstour. Es wirkt alles etwas chaotisch und private PKW sieht man fast fast gar nicht. Busse, LKW´s und die kleinen blauen Taxen sieht man dafür auch hier häufig.

Das auf 2.150 Metern Höhe gelegene Axum war einst Hauptstadt des Großreiches Axum. Der Ort liegt auf einer Höhe von 2.150 m und die Hauptsehenswürdigkeit ist der Stelenpark.

 

Wahrscheinlich stammen die Stelen noch aus vorchristlicher Zeit. Viele Stelen, die zwischen dem 3. und 10. Jahrhundert errichtet wurden, dienten als Grabsteine für die Fürsten und Könige.

Überall herrscht ein geschäftiges Treiben und es gibt viel zu entdecken. Vieles erscheint fremd und Fotomotive gibt es überall.

Neben dem Stelenpark befindet sich die Orthodoxe Kirche St. Maria von Zion. Diese befindet sich in einer weitläufigen Anlage und wir können sie auch von innen besichtigen. Von innen gibt sie sich farbenfroh und die Priester zeigen uns wertvolle (Kopien?)  kirchlicher Bücher.

 

Dem Glauben der äthiopisch-orthodoxen Christen zufolge wird in der Kapelle neben der Hauptkirche St. Maria von Zion einer der wichtigsten biblischen Artefakte, die echte Bundeslade aufbewahrt.

Die vielen schönen Vögel fallen schon am ersten Tag auf. Leider sind sie oft sehr klein und scheu und sie sitzen keine 2 Sekunden still. Es soll in Äthiopien unglaublich viele schöne Vögel geben, ein Paradies für Ornithologen.

Zwischen den Besichtigungen bleibt immer Zeit für einen individuellen Bummel durch den Ort.

Mitten in Axum gibt es einen sehr großen Markt. Hier wird alles mögliche verkauft, bis auf den "Plastikmüll" Made in China alles im Garten angebaut oder in der Werkstatt selbst hergestellt.

 

Natürlich fällt man als Tourist auf wie ein bunter Hund, aber die Menschen sind immer freundlich und lächeln einem zu (fotografiert werden mag aber nicht jeder, sollte man mit einem freundlichen Blick vorher klären).

Die erste Etappe von Axum nach Debark war 260 km lang und es ging rauf auf 2.800 m. Wir waren den ganzen Tag unterwegs, denn es ging immer rauf und runter und die Straße war  zeitweise in keinem guten Zustand.

 

Unterwegs gab es aber viel zu sehen und irgendwann ist man dann doch am Ziel.

Von Debark wollten wir in den Simien Mountains Nationalpark. Vor dem Einchecken im Hotel mußten wir uns im Nationalparkbüro noch das Permit für den nächsten Tag besorgen. Im Büro herrschte ein emsiges Treiben, aber auch dort war die Infrastruktur recht einfach.

Die letzte Stunde Tageslicht nutzten einige der Gruppe noch für einen Spaziergang durch den Ort. Auch hier waren wenig Fahrzeuge unterwegs, man geht zu Fuß.

Bei schönstem Wetter machten wir dann die Wanderung im Simien Mountains Nationalpark. Die Höhe von über 3.000 m machte sich bemerkbar, aber wir ließen uns viel Zeit und stoppten immer wieder um die schöne Landschaft zu genießen.

Eine Besonderheit im Nationalpark sind die Dschelada, auch Blutbrustpaviane genannt. Sie sind reine Vegetarier, haben aber trotzdem beeindruckende Zähne. In großen Gruppen streifen sie auf der Suche nach Nahrung umher. Sie sind überhaupt nicht scheu und wenn man nicht aufpasst, laufen sie einem fast über die Füße.

210 km lagen bis nach Gondar vor uns. Die Strecke war nicht besonders aufregend, überwiegend Ackerland. Bisher waren die Hotels nicht besonders schön, in Gondar waren wir dann sehr angetan über unser Hotel. Dort blieben wir 2 Nächte und es war sehr erholsam dort.

Am nächsten Morgen besuchten wir die Debre-Berhan-Selassie-Kirche. Wir waren die einzigen Besucher und die Atmosphäre dort war sehr schön. Vor allem die Deckenmalerei faszinierte uns.

Weiter ging es in den Schlossbezirk der ehemaligen Kaiserstadt. Vieles ist noch nicht restauriert, was aber auch seinen Charme hat. Die Anlage ist recht groß und hinter den hohen Mauern hörte man von der Stadt kaum etwas.

Es folgte noch ein kurzer Abstecher zum Bad des Königs Fassiladas. Das Becken war leer, es wird nur für eine besondere jährliche Zeremonie mit Wasser gefüllt.

Gondar ist schon eine richtige große Stadt, dementsprechend viel los war auf den Straßen.

Märkte gibt es in jeder Stadt bzw. jedem Dorf. Auch hier bummelten wir gemeinsam durch die schmalen Gassen und bestaunten das Angebot. Sogar Nägel in verschiedenen Längen wurden per Hand hergestellt.

Unser nächstes Ziel: Bahir Dar am Tanasee. Der Tanasee ist Afrikas höchstgelegener und Äthiopiens größter See. Er liegt auf einer Höhe von ca. 1.786 m über dem Meeresspiegel, ist ca. 70 km lang und bis zu 65 km breit. Seine Tiefe beträgt im Durchschnitt 8 m, maximal etwa 14 m.

Mit einem Boot ging es zu einer grünen Klosterinsel. Dort machten wir eine kleine Wanderung und besuchten eine Rundkirche. Von außen kaum als Kirche zu erkennen, von innen aber sehr farbenfroh.

 

Die Wanderung führte oft mitten durch die unzähligen Verkaufsstände hindurch. Wer diesen ganzen Krempel wohl kauft?

Auf einer ziemlich schlechten Hoppelpiste fuhren wir Richtung Tissisat. Dort machten wir uns auf eine schöne Wanderung am Blauen Nil entlang. Neben dem Weißen Nil ist der Blaue Nil einer der Hauptstränge im Flusssystem des Nil, er verläuft durch Äthiopien und Sudan.

 

Während unserer Wanderung führte der Blaue Nil nicht besonders viel Wasser, in der Regenzeit muss der Anblick der Wasserfälle jedoch atemberaubend sein. Dafür hatten wir wunderschönes Wetter und wir kamen ordentlich ins Schwitzen.

Injera ist eines der Hauptnahrungsmittel in Äthiopien. Der Sauerteig wird mit Wasser und Teffmehl (auch Weizen, Gerste..) zu einem Teig vermischt, der mehrere Tage gären muss. Von dem fertigen Brot reißt man sich kleine Stücke ab und füllt diese mit den verschiedensten Beilagen.

 

Die Frau am Wegesrand war gerade dabei, frische Injera zu backen. Wir schauten interessiert zu und konnten dann frische Injera probieren. Schmeckt mit den richtigen Beilagen sehr gut.

300 km lagen bis Lalibela vor uns. Die Straßen blieben weiterhin fast leer, nur links und rechts waren viele Fußgänger unterwegs. Zum Teil legen die Äthiopier sehr lange Strecken am Straßenrand zurück. Oft sind sie schwer beladen und wollen zum nächsten Markt oder kommen zurück vom Einkauf.

Dann erreichten wir das auf 2.500 m hoch gelegene Lalibela. Die Stadt ist weltbekannt für die 11 monolithischen Felsenkirchen, die in rote Basaltlava gemeißelt sind. Seit 1978 zählen die Kirchen zum Weltkulturerbe der UNESCO. Die Kirchen wurden im 12. und 13. Jahrhundert in einem Stück aus dem Fels geschlagen.

 

Wir besuchten in Lalibela diverse Felsenkirchen, für die Zuordnung der Namen kann ich keine Garantie übernehmen.

Die kleine Wanderung zum Asheton Maryam Kloster führte direkt an einer Felswand entlang, dann ging es noch ein Stück steil nach oben. Der Ausblick war auch heute sehr gut, klares Wetter in alle Richtungen. Innen wurden dann wieder heilige Reliquien gezeigt.

Auf dem Rückweg zum Hotel ging es mal wieder über staubige Straßen. Ganz Lalibela glich einer Baustelle, kaum Asphaltbelag. Scheinbar lief ein großes Projekt zur Verlegung einer Kanalisation.

 

In Lalibela sahen wir einige Reisegruppen aus Übersee. Die meisten Reisen nach Äthiopien dauern nur wenige Tage, Lalibela gehört aber immer zum Programm. Laut unserem Reiseführer ist in Jahren schlechter Ernte die Gegend immer mit am meisten von der Hungersnot betroffen.

Viele Felsenkirchen sind durch nicht besonders schöne Schutzdächer vor Sonne und Regen geschützt. Die wohl schönste und bekannteste Felsenkirche Bete Giyorgis („Haus des Heiligen Georg“) steht noch ohne Dach und es gibt auch keine Brüstung, die vor einem Sturz hinab schützt.

 

Nach unten gelangt man durch eine schmale Gasse, die immer tiefer in den Fels geschlagen wurden. In dem langen Gang gibt es einen Tunnel, den man versperren konnte, um Feinde draußen zu halten. So wurden unerwünschte Personen draußen gehalten. Die einzelnen Felsenkirchen sind durch lange unterirdische Gänge miteinander verbunden, so hatte man noch einen Fluchtweg.

 

Man steht staunend davor und fragt sich, wie man damals so große Bauten aus einem Felsen schlagen konnte.

Zwischendurch regnete es ein wenig, ansonsten war das Wetter bisher sehr gut.

 

Es standen noch 2 Felsenkirchen auf dem Programm, zwischendurch mussten wir ein längeres Stück durch einen absolut dunklen Tunnel laufen, was ohne Taschenlampe ganz lustig war.

 

Damit war das Besuchsprogramm in Lalibela beendet. Die Felsenkirchen waren ein absolutes Highlight und sind sehr sehenswert.

Vogelbilder sind bisher noch nicht viele entstanden. Leider hat man in einer Gruppe nicht viel Zeit und das große Teleobjektiv musste aus Gewichtsgründen zu Hause bleiben.

Mit Lalibela war der Norden Äthiopiens beendet. Wir flogen für eine Nacht in die Hauptstadt Addis Abeba, sie liegt auf 2.400 m Höhe.

 

Zum sehr schönen Hotel war es nicht weit und kurze Zeit später ging es auch schon auf eine Tour mit dem Bus durch die große Stadt. All die vielen PKW, die wir im Norden nicht gesehen haben, waren in Addis Abeba unterwegs. Die Hauptstrassen waren dicht und wir kamen nur langsam voran. Die Einwohnerzahl liegt wohl so um die 5 Millionen.

 

Der Besuch des Nationalmuseum war nicht so berauschend, eine lieblos präsentierte Aneinanderreihung von Vitrinen.

 

Nach dem Mittagessen im historischen Tatu-Hotel fuhren wir zum Mercato, dem angeblich größten Freiluftmarkt Afrikas. Die Zahlen über die Verkaufsstände schwanken, es sollen so um die 7.000 sein. Hier hätte man 2 Tage verbringen können, wir hatten leider nur 2 Stunden.

 

Der Markt ist wirklich gigantisch und es gibt so ziemlich alles zu kaufen, was man sich vorstellen kann. Verkauft einer Matratzen, dann verkaufen 100 Läden direkt nebenan ebenfalls Matratzen.

Wir sahen nur einen kleinen Teil des Mercato. Verließt man die Hauptwege, so verzweigten sich die Gassen immer mehr und man fand sich in einem Labyrinth wieder. Scheinbar kommen auch viele Menschen aus den benachbarten Ländern zum Einkaufen hierher.

Nun ging es endgültig in den Süden, genauer nach Arba Minch. Der Flug verspätete sich wegen eines Unwetters im Zielgebiet. Wir landeten und das schlechte Wetter war verschwunden, die hohe Luftfeuchtigkeit war aber sofort spürbar.

 

Ab hier hatten wir einen neuen Bus, dieser hatte gleich eine Panne und die Abfahrt nach Konso verzögerte sich. Endlich fuhren wir los, es wurde eine lange Fahrt auf guter Piste. In diesem Klima wachsen Bananen besonders gut und Plantage reihte sich an Plantage.

 

Im letzten Tageslicht erreichten wir die Kanta Lodge in Konso, es war ein langer Tag.

Am nächsten Tag machten wir eine Wanderung direkt von der Unterkunft auf. Zuerst ging es durch den kleinen Ort, natürlich wurden wir überall herzlich begrüßt. Vor allem die Kinder haben einen riesigen Spaß mit ihrem "Hello Mister"

 

Interessant war die Verarbeitung von LKW-Reifen zu Sandalen und Sohlen.

Dann ging es über die Terrassenfelder der Konso weiter. Hier wächst unglaublich viel und die vielen Mangobäume waren voller Früchte.

 

Äthiopien ist ziemlich dicht besiedelt und man ist selten einmal 5 Minuten ohne Begleitung. Fast jeder versucht, den Touristen etwas zu verkaufen. Ist man einen Verkäufer los, wird man schon vom nächsten freundlich begrüßt.

 

So erreichten wir das nächste Dorf, geschützt durch eine hohe Steinmauer.

Touristen stehen immer im Mittelpunkt, vor allem bei den Kindern. Man kann es irgendwie verstehen und es macht immer wieder Spaß, sich auf die Kleinen einzulassen. Leider finden sie kein Ende und erst nach dem Einsteigen in den Bus hat man für kurze Zeit seine Ruhe.

Am Ende der Wanderung besuchten wir noch eine Dorfschule. Unser Guide hatte in Arba Minch schon Hefte, Stifte und Bücher gekauft, die wir dem Schulleiter überreichten. Wir durften dann eine Klasse besuchen, alle Schüler waren sofort still, standen auf und begrüßten uns im Chor. Wir durften dem Schulleiter noch Fragen stellen und dem Unterricht beiwohnen, eine interessante Erfahrung.

Eine lange Tagesetappe von 240 km lag vor uns, der Mago Nationalpark. Auf dem Weg dorthin besuchten wir noch einen Viehmarkt in Key Afer. Es war nicht besonders viel los und wir blieben nicht allzu lange dort.

Wesentlich interessanter war der Markt zwei Straßen weiter. Hier sahen wir verschiedene Ethnien und konnten ein paar interessante Bilder machen.

Voller Spannung nähern wir uns dem Tagesziel. Die Piste durch den Mago Nationalpark ist ganz ok, bis auf ein paar Paviane sehen wir aber keine Tiere.

 

Dann erreichen wir ein Dorf der Mursi – eines der ursprünglichsten Völker der Welt. Insgesamt soll es je nach Quelle noch ca. 5.000 Mursi geben, sie sind traditionell nomadisch lebende Bauern und Rinderzüchter.

 

Wir erreichen unsere Zelte für 1 Nacht und auch die ersten Mursi stehen schon da und beide Seiten beäugen sich.

Es war sehr spannend bei den Mursi. Auch die Nacht wäre sehr ruhig gewesen, wenn die Leitkuh nicht so eine laute Glocke gehabt hätte. Sie hatte ihren Spaß daran, bimmelnd mitten in der Nacht zwischen den Zelten zu grasen. Irgendwann war dann Ruhe und am frühen Morgen standen die ersten Mursi vor den Zelten und warteten.

 

Es war ein gegenseitiges Beäugen und auch die Mursi hatten ihren Spaß und diskutierten eifrig über uns Touristen.

 

 

Die Frauen der Mursi sind bekannt für ihre Tellerlippen. Bei unserem Besuch trugen nur 2 Frauen ihre Tellerlippen. Bei den jungen Frauen sind die Tellerlippen nicht mehr so begehrt, da der Weg dorthin für uns ziemlich grausam klingt. Zuerst wird die Unterlippe aufgeschnitten, später dann einige Zähne ausgeschlagen und dann die Unterlippe durchbohrt und ein Jahr lang gedehnt, bis sie ihre endgültige Größe haben. Tragen sie keinen Teller, so hängt die Lippe ziemlich unansehnlich nach unten.

Noch ein kurzer Nachtrag zum fotografieren. Einfach hingehen und Fotos machen ist nicht empfehlenswert, die Mursi reagieren dann sehr aggressiv. Wir hatten im Vorfeld auch schon von Alkoholproblemen und Waffenbesitz gehört, keine gute Kombination.

 

Bei unserem Besuch haben wir weder Waffen noch Alkohol gesehen. Die Mursi waren uns gegenüber sehr neugierig  (gilt natürlich auch umgekehrt), aber da wir über Nacht geblieben sind (gleich neben dem Dorf) war der nächste Tag relativ entspannend, man hatte sich schon etwas "beschnuppert". Unser Guide verhandelte mit dem Dorfchef eine "Fotopauschale" (ca 3 Euro p.P.) und wir durften fotografieren. Natürlich sollte man nicht sofort losstürmen, denn trotz der Pauschale möchten nicht alle Mursi fotografiert werden.

 

Am Ende waren die Mursi dann aber doch sehr interessiert, die Fotos zu sehen, ein Spaß für beide Seiten. Das Geld aus der Fotopauschale wird z.B. in schlechten Zeiten genutzt um Futter für die Kühe zu kaufen.

 

Dann machten wir uns auf die Weiterfahrt nach Turmi, dem südlichsten Punkt der Reise.

 

Die Straße nach Turmi war die mit Abstand schlechteste auf der Reise. Nach der Regenzeit war die Straße ausgewaschen und voller Schlaglöcher, so kamen wir nur langsam voran. Irgendwann erreichten wir dann Turmi bei sommerlichen Temperaturen.

In der Gegend um Turmi leben die Hamar. Die Frauen der Hamar fertigen ihre Kleidung traditionell aus Ziegenhäuten. Für ihre Frisuren verwenden sie rote Tonerde und Butter. Gegen Abend machen wir noch einen Spaziergang zu einem Gehöft der Hamer.

Männer sind in dem Dorf nicht zu sehen. Es dauert nicht lange und immer mehr Frauen versammeln sich. Nach einiger Zeit hat man sich etwas aneinander gewöhnt und vor allem den Frauen aus unserer Gruppe fällt die Kontaktaufnahme etwas leichter.

 

Auch in diesem Dorf haben wir eine kleine "Pauschale" für den Eintritt und das Fotografieren gezahlt. Für uns war das in Ordnung, denn so profitieren beide Seiten vom Tourismus.

 

Auch bei den Hamar gilt - einfach so heimlich Bilder aus der Entfernung machen bringt viel Ärger. Auch ohne Männer können die Frauen sehr aggressiv werden.

Dann stand die lange Busreise nach Addis Abeba an, natürlich nicht an einem Tag. In Dimeka machten wir noch einen Stopp, um den dortigen Markt zu besuchen.

Auf diesem Markt waren sehr viele Hamar um zu kaufen bzw. zu verkaufen. Unterwegs haben wir viele am Straßenrand laufen gesehen. Sie legen viele Kilometer zurück, um zu dem Markt zu kommen.

 

Es herrschte ein reges Treiben auf dem Markt und obwohl wir fast die einzigen Touristen waren hat man uns hier kaum beachtet.

In Arba Minch hatten wir ein sehr schönes Hotel mit einem tollen Blick. Es gehört dem ehemaligen und bisher wohl erfolgreichsten Läufer Haile Gebrselassie. Ihm gehören einige Hotels in Äthiopien und auch darüber hinaus ist er ein sehr erfolgreicher Geschäftsmann.

 

Am nächsten Tag machten wir eine Bootstour auf dem Chamosee. Auch hier merkte man, das der Tourismus noch ganz am Anfang steht. Die Anlegestelle für die Boote war ziemlicher Schrott und überall lag Müll herum. Auch der Bootsfahrer hatte keine Vorstellung, was die Touristen sehen möchten.

 

Schön war es trotzdem, allein schon wegen der Temperaturen.

Am Nachmittag machten wir eine schöne Wanderung beim Volk der Dorze. Dazu ging es mit dem Bus hoch hinauf und die Temperaturen wurden gleich viel angenehmer. Die Wanderung war interessant und wir erfuhren einiges über die Lebensweise. Auch hier wird noch sehr viel selber hergestellt.

Die letzte Unterkunft hatten wir am Langanosee. Auch hier war es sehr schön und wir verbrachten eine Nacht in schönen Bungalows, die in einer großen Gartenanlage standen.

 

Hier gab es besonders viele Vögel zu sehen, vor allem den wunderschönen Bienenfresser. Nicht alle der folgenden Vögel wurden hier am Langanosee gemacht, aber die meisten.

Damit ist die Reise durch Äthiopien beendet. Es war sehr interessant, die Gruppe war gut und die Eindrücke vielfältig. Irgendwann gewöhnt man sich sogar an das ewige "Hello Mister", das gehört bei einer Äthiopienreise dazu.

 

Es lohnt sich, den Süden und den Norden zu bereisen. Im Norden die Kultur mit ihren Klöster, Kirchen und Palästen, im Süden die unterschiedlichen Völker Äthiopiens.

 

Knapp 3 Wochen für die gesamte Tour waren angemessen. Regen hatten wir so gut wie gar nicht und auch Moskitos sahen wir kaum.

 

Ein wirklich sehr schönes Reiseland, hoffentlich bleibt es dort weiterhin friedlich.